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 Celestia

Autoren: Aaron Weissblum
Illustratoren: Gaétan Noir
Übersetzer: Jasmin Ickes
Verlag: Heidelberger Spieleverlag

Cover
Gesamt ++++-
Anspruch
Aufmachung
Bedienung
Bildqualität
Glück
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spielregel
Strategie
Das Flugschiff Celestia reist durch den Äther und steuert dabei fantastische Orte an. Die Spieler sind ehrgeizige Schatzsucher und versuchen auf dieser Reise die wertvollsten Dinge zu ergattern. Doch auf dem Weg gilt es, vielen Gefahren zu trotzen. Unwetter, Piraten oder kreischende Vogelschwärme machen es ihnen nicht leichter. Nur, wem das Glück hold ist und wer an den richtigen Stationen aussteigt, bevor das Schiff abstürzt, kann sich am Ende mit den Armen voller Reichtümer als Sieger bezeichnen.

Wie wird das Spiel aufgebaut?

Die neun Städte, die die Celestia ansteuern kann, werden in Form von ovalen Plättchen als Reihe auf den Tisch gelegt. Neben jeder Stadt liegt verdeckt ein Stapel Schatzkarten. Wie viele Siegpunkte diese mindestens wert sind, steht auf den Stadt-Plättchen. Die Ausrüstungskarten werden als verdeckter Nachziehstapel bereitgelegt, genau wie die Würfel. Die Celestia wird in Form eines Pappmodels auf die erste Stadt gestellt, die Passagiere gehen an Bord, was durch die farbigen Spielfiguren angezeigt wird, die auf das Schiff gestellt werden. Jeder Spieler bekommt noch eine Anzahl an Startkarten vom Ausrüstungsstapel und los gehtís.

Wie werden Schätze erbeutet?

Reihum ist jeder Spieler Kapitän. Der Kapitän würfelt so viele Würfel, wie auf dem jeweiligen Stadt-Plättchen, zu dem die Celestia reisen will, angezeigt wird. Sie können Wolken, Schwerter, Vögel oder Blitze zeigen und geben vor, welche und wie viele Karten der Kapitän auf der Hand haben muss, damit die Reise gelingt. Doch bevor er das tut, kann sich jeder Reisende auf dem Schiff entscheiden, ob er mitkommen möchte oder ob ihm diese Fahrt zu gefährlich ist. Wer will kann, aussteigen und bekommt in der aktuellen Stadt eine Schatzkarte. Damit ist die Runde für ihn beendet. Der Kapitän muss jetzt Karten entsprechend den Würfelvorgaben zahlen, sie kommen auf den Ablagestapel. Hat er die nötigen Karten nicht auf der Hand, stürzt die Celestia ab und es geht von vorne los. Dann bekommt natürlich auch niemand, der noch auf dem Schiff war, einen Schatz. Jetzt gehen alle wieder an Bord, ziehen sich eine neue Abenteuerkarte und es geht von vorne los.

Wer gewinnt?

Immer wenn ein Spieler aussteigt, bekommt er eine Schatzkarte von der Stadt, auf der die Celestia gerade steht. Je weiter das Schiff kommt, desto wertvoller sind natürlich auch die Schätze. Es gilt jedes Mal aufs Neue zu entscheiden, ob ein kleiner, sicherer Schatz die bessere Lösung ist oder ob etwas riskiert werden soll. Es gibt kein Falsch oder Richtig, denn viel hängt bei "Celestia" vom Glück ab. Siegpunkte gibt es auf den Schatzkarten immer mindestens so viele, wie auf dem Stadtplättchen angezeigt, es können aber auch deutlich mehr sein.

Wie schwierig ist die Reise?

Am Anfang sind die Ziele mit nur zwei Würfeln noch recht einfach zu erreichen. Später können es jedoch bis zu vier Würfel sein, die geworfen werden müssen. Wie schwierig es wirklich wird, kann nie vorausgesagt werden, denn die Würfel haben auch weiße Seiten, bei denen gar keine Karte eingesetzt werden muss. Der Glücksfaktor ist also hoch.

Wann ist das Spiel zu Ende?

Stets müssen die Spieler ihre Siegpunkte im Auge behalten. Zwar werden die Karten verdeckt abgelegt, trotzdem sollte immer der aktuelle Punktestand im Kopf behalten werden, denn wer als erster fünfzig Siegpunkte hat, beendet mit dieser Ansage das Spiel und hat gewonnen.

Macht es Spaß?

"Celestia" ist ein tolles, kleines Familienspiel, bei dem alle Mitspieler viel Freude haben können. Da der Glücksfaktor hoch ist, bedarf es keiner großen Planer und es bleibt auch fair, wenn die Spieler unterschiedlich alt und geübt sind.
Es gibt ab und an nette Extrafunktionen, die es zusätzlich interessant machen. Einige Karten geben dem Spieler zum Beispiel die Möglichkeit neu zu würfeln oder gerade noch rechtzeitig vom Schiff abzuspringen, obwohl sie eigentlich abstürzen müssten.
Ganz egal, ob nur zu zweit gespielt wird oder mit den vollen Sechs Personen, der Mechanismus funktioniert. Sollten die Schätze leer, genauer gesagt eine Stadt geplündert sein, wird sie entfernt und kann nicht mehr angeflogen werden. Bei zwei Personen kommt das eigentlich nicht vor, bei sehr vielen sorgt es dafür, dass entspannt weitergespielt werden kann. Je mehr Spieler, desto wahrscheinlich ist es, dass auch die hohen Siegpunkte ergattert werden können.

Am meisten Spaß hat die Runde, wenn sie wirklich in ihren Rollen aufgeht und die Flugreisen spielt. "Meine Damen und Herren, wir brechen zu einer neuen Schatzsuche auf, wer mitkommen will, begibt sich jetzt an Bord!", macht einfach mehr Vergnügen als: "Hat jeder seine Figur richtig hingestellt?" Und "Meine Liebe, trauen sie einem alten Luftseebären etwa nicht zu, dass er die Lage abschätzen kann?", ist stilvoller als: "Ich sag nicht, welche Karten ich habe."
Ein kleines Highlight ist das Model der Celestia. Das kleine Schiff wird aus Pappteilen einmalig zusammengesteckt und kann dann so in der Schachtel verstaut werden. Die Illustrationen sind großartig und es lässt sich für den Kenner fantastischer Literatur einiges entdecken. Zum Beispiel Dinge aus Alice' Wunderland, die Zeitmaschine aus der gleichnamigen Verfilmung von H. G. Wells Roman oder Terry Pratchetts Scheibenwelt.
Ein Lob hat auch die Schachtel verdient, die gerade so groß ist, dass alles gut verstaut werden kann und nicht nur, um einen gewissen Preis zu rechtfertigen, besonders groß angelegt wurde.

Fazit:

"Celestia" bringt eine Menge Spaß, wenn es mit guter Laune und ein bisschen Vergnügen am Rollenspiel zelebriert wird. Das Familienspiel ist leicht zu erlernen und es braucht mehr Glück als Geschick, um zu gewinnen.

Bine Endruteit



Kartenspiel | Erschienen: 15. Oktober 2015 | Preis: 24,95 Euro | für 2 - 6 Spieler | Sprache: Deutsch

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