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 Die Krone des Schäfers

Autoren: Terry Pratchett
Übersetzer: Regina Rawlinson
Verlag: Manhattan

Cover
Gesamt ++++-
Anspruch
Aufmachung
Brutalität
Gefühl
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Tiffany Weh, die Hexe des Kreidelandes, ist erwachsen geworden. Im Laufe der Zeit hat sie sich einer ganzen Menge Herausforderungen stellen müssen und hat diese mutig und erfindungsreich gemeistert, was ihr den Respekt der anderen Hexen eingebracht hat. Nun jedoch ist sie ratlos. Nicht nur soll sie auch die Menschen in Lancre schützen, sie fühlt auch, dass die Welt sich ändert. Eine Machtverschiebung erschüttert die Scheibenwelt und Tiffany muss sich einem erbitterten Feind stellen. Kein günstiger Zeitpunkt um sich zu fragen, was eigentlich aus ihr werden soll, doch ist es dringend Zeit für Tiffany herauszufinden, wohin sie gehört.

Da ist es also, das letzte Buch des 2015 verstorbenen Terry Pratchett und er nutzt es als herzlichen, wehmütigen Abschied von seinen Lesern, die noch einen Blick in die Scheibenwelt werfen dürfen. Es ist wohl der letzte und darüber wird kaum jemand glücklich sein, doch "Die Krone des Schäfers" ist ein würdiger, ein guter Abschied, und wenn er auch zu früh kam, so ist er doch gelungen.

Dabei ist es erst mal ungewohnt, sich in diesen Roman einzulesen. Jahrelang hat Andreas Brandhorst die Scheibenwelt-Romane übersetzt, nun hat sich Regine Rawlinson des Buches angenommen und dabei ihren eigenen Stil eingebracht. Somit hat die Scheibenwelt für deutsche Leser eine neue Stimme und sie "klingt" natürlich ungewohnt. Die Figuren lesen sich anders und das wird nicht jedem gleich gut gefallen. Dazu kommt, wie der Verlag es selber beschreibt, dass Terry Pratchett vielleicht noch viele weitere Ideen für diese Geschichte gehabt hätte, wäre ihm nur mehr Zeit geblieben. Das mag sein, doch weist der Verlag ebenso darauf hin, dass die Geschichte einen Anfang, eine Mitte und einen Schluss hat und all diese Teile hat Terry geschrieben. Es ist wahr, an manchen Stellen bleibt das Gefühl, das Buch ist nicht ganz so ausgereift, wie die Leser es gewohnt sind, doch es ist ein Scheibenwelt-Roman mit vielen lieb gewonnenen und vertrauten Eigenheiten, seien es die Fußnoten oder die typischen Figuren.

Unterhaltsam ist die erzählte Handlung und schlägt dabei humorvolle Haken. Viel wichtiger als diese sind aber die lieb gewonnenen Personen, die alle noch mal mehr oder weniger lange Auftritte haben. Seien es Oma Wetterwachs und die anderen Hexen oder Ridcully, Vetinari oder DER TOD, sie alle nehmen nicht nur Abschied, sondern machen auch klar, dass das Leben weitergeht. Es ist eben nicht nur ein Ende, noch dazu ein versöhnliches, sondern auch ein neuer Anfang, denn die Scheibenwelt wird noch lange in den Köpfen ihrer Leser bleiben, auch wenn es keine neuen Bücher mehr gibt. Alles dreht sich um Abschied und Veränderung und so ist der Roman stellenweise unerwartet melancholisch, an anderen Stellen blitzt der Humor des Autors durch, dort, wo die Geschichte das Herz berührt, gelingt sogar beides.

Der Abschied von Terry Pratchett fällt schwer und kein Roman, geschrieben oder gewünscht, könnte als Abschluss seinem Werk gerecht werden. Doch wenn er schon sein muss, dann ist "Die Krone des Schäfers" sicher ein gutes Buch um einen letzten Blick zurückzuwerfen.

Um es mit den Worten einer seiner beliebtesten Figuren zu sagen und ich bitte um Verzeihung TOD spricht nun einmal in GROßBUCHSTABEN:

DENN ICH KANN SEHEN, OB DIE BILANZ AUSGEGLICHEN IST, UND DU HINTERLÄSST DIE WELT BESSER, ALS DU SIE VORGEFUNDEN HAST. WENN DU MICH FRAGST, sagte Tod, HÄTTE SICH KEINER WACKERER SCHLAGEN KÖNNEN


Weitere Informationen finden sich auf der Verlagsseite.

Iris Jockschat



Softcover | Erschienen: 9. November 2015 | ISBN: 978-3-442-54770-8 | Originaltitel: The shepherds crown | Preis: 17,99 Euro | 384 Seiten | Sprache: Deutsch

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