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 Moby Dick

Graphic Novel


Cover
Gesamt +++--
Anspruch
Aufmachung
Bildqualität
Brutalität
Gefühl
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Moby Dick gehört zu den Klassikern der Weltliteratur. Und wie mit so vielen Klassikern war es wohl nur eine Frage der Zeit, bis auch dieser als Graphic Novel erscheint. Eine dieser Comic-Adaptionen ist nun bei Egmont erschienen und geschaffen worden von dem französischen Künstler Chabouté.

Der junge Ishmael will Abenteuer erleben und entscheidet sich auf einem Walfangschiff anzuheuern, nachdem er in einem Gasthaus den Harpunier Queequeg kennenlernt, der von einer Südseeinsel stammt. Auf dem Schiff von Kapitän Ahab lernt er die brutale Wirklichkeit des Walfangs kennen. Doch nach und nach muss er mit der gesamten Crew erkennen, dass Ahab nicht darauf aus ist, Geld zu verdienen, sondern auf einen Rachfeldzug gegen den Wal Moby Dick sinnt, der einst sein Bein gefressen hat. Es kommt zu einem tödlichen Kampf mit dem Wal ...

Chaboutés Graphic Novel "Moby Dick" erzählt in düsteren schwarz-weiss-Zeichnungen die Handlungskapitel der Romanvorlage nach. Dabei bleibt sie sehr dicht am Buch und liest sich wie eine Zusammenfassung des Romans.

Herman Melvilles Mob Dick ist ein ziemlch dicker Wälzer, allerdings ist die Hälfte des Textes eine zeitgenössische Reportage darüber wie der Walfang im 19. Jahrhundert funktionierte. Diese Kapitel hat Chabouté einfach ignoriert, für einen Comic wären sie wahrscheinlich auch zu langweilig. Dafür muss der Leser, der die Seesprache nicht kennt, vielleicht das ein oder andere nachschlagen. Um der Handlung zu folgen ist das aber nicht notwendig.

Die Handlung vom Kapitän Ahab, der seine Crew unwissend in seinen persönlichen Rachefeldzug gegen einen riesengroßen Wal reinzieht, wird dagegen in dieser gut 250-seitigen Graphic Novel ziemlich detailliert wieder gegeben. Der Autor bleibt ziemlich nah an der Vorlage, lässt nichts Wesentliches weg, fügt auch nichts hinzu. Wer den Roman kennt, wird also wenig Überraschendes finden. Es ist eine ziemlich konservative Verarbeitung des Stoffes, was aber nicht heißt, dass sie sich nicht gut lesen wäre, im Gegenteil.

Die Zeichnungen entsprechen dem. Wer den Roman gelesen hat, dürfte sich das ganze Ambiente nicht besonders farbenfroh ausgemalt haben. So sind auch die Zeichnungen durchgehend in kontrastreichen Schwarz-weiss gehalten. Das passt zur Handlung und gibt die Stimmung einfach gut wieder, besonders kreativ ist diese Entscheidung von Chabouté aber nicht. Wirklich negativ fällt dafür aber auf, dass die Gesichter der Hauptfiguren erstaunlich häufig genau dieselbe Mimik haben, als wäre das Gesicht immer wieder für verschiedene Bilder kopiert worden. Fast immer schauen den Leser dieselben groß aufstehenden runden Augen an, die mal Erstaunen, mal Erschrecken ausdrücken sollen. Warum die Mimik sich ständig wiederholt erschießt sich dem Leser nicht wirklich. Wenn es Absicht ist, versteht er nicht warum.

Insgesamt ist diese Graphic Novel nicht weniger spannend zu lesen als die Romanvorlage, die im Gegensatz zu diesem Comic eher noch ihre Längen hat. Sie ist aber auch wenig kreativ und die immergleichen Gesichtsausdrücke sind für den Leser nicht nachvollziehbar. Daher ist diese Comicadaption eher Lesern zu empfehlen, die das dicke Buch nicht lesen wollen, aber eine Zusammenfassung des Stoffes suchen, die nah am Original ist.

Eine Leseprobe gibt es auf der Verlagswebsite.

Andreas Schmidt



Hardcover | Erschienen: 1. Oktober 2015 | ISBN: 978-3770455232 | Originaltitel: Moby Dick | Preis: 29,99 Euro | 256 Seiten | Sprache: Deutsch

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