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 Lucky Luke: Western Circus

Serie: Lucky Luke, Band 62
Autoren: René Goscinny, Morris
Verlag: Egmont Manga & Anime

Cover
Gesamt +++--
Anspruch
Aufmachung
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Lucky Luke wird von zwei Indianern verfolgt. Plötzlich aber reißen die Verfolger entsetzt die Augen auf - ihre Pferde ebenso - und fliehen. Lucky Luke ist sehr erstaunt. Aber einen Moment später stocken auch er und Jolly Jumper. Ein Elefant steht plötzlich vor ihnen.

Der riesige graue Elefant gehört Captain Erasmus Mulligan und ist Star im "Western Circus". Die kleine Truppe zieht durch den Wilden Westen und versucht, den Menschen etwas Unterhaltung zu bieten. Doch in Fort Coyote bahnt sich Ärger an, denn dort findet ein Rodeo statt. Und der "Besitzer" der Stadt und Veranstalter dieses Spektakels, "Diamantenzahn Zilch", hat etwas gegen den Zirkus einzuwenden. Ein Kleinkrieg zwischen Zilch und Mulligan beginnt, der bald die ganze Stadt in Mitleidenschaft zieht. Als Zilch den gefährlichen Rattlesnake Joe, einen üblen Revolverhelden, anheuert, wird es brenzlig für Mulligan und seine Truppe. Gut, dass Lucky Luke dem Zirkusbesitzer zu Hilfe eilt.

Diese Geschichte erschien erstmals 1970 als 36. Band der Abenteuer-Geschichten rund um den Cowboy, der schneller zieht als sein Schatten. In Deutschland wurde dieses Abenteuer als Band 62 herausgegeben. Es stammt aus der Hauptschaffensperiode von Goscinny und Morris. Story, Konzept und Vorlage sind wie immer bei dem Autoren-Duo von Goscinny, die Zeichnungen steuerte Morris bei.

Das Titelbild dieses Albums zeigt Jolly Jumper auf einem Hochseil. Er tanzt zudem auf einem Ball und springt Seilchen. Dieses Bild ist Programm. Es werden Dinge geboten, die so fantastisch sind, dass jeder wirkliche Zirkus davor erblassen muss. Allerdings sind nur der Cowboy und sein Pferd in Hochform. Der "Circus" ist es nicht. Weder der müde Löwe, noch der tumbe Elefant und schon gar nicht der Rest der Truppe sind amüsant. Leider fällt auch Mulligan, der Zirkuschef, weit hinter seinem Gegner Zilch ab. Der fiese Zilch aber ist ein Genuss. Er erweist sich als glänzende Idee der Autoren und trägt gemeinsam mit Lucky Luke und Jolly Jumper spielend dieses Album.

Die Zeichnungen sind, wie bei Morris üblich, kleine Kunstwerke. Bis aufs
genaueste aus der Wirklichkeit entnommen und ausgearbeitet, glänzen sie mit Realismus, Naturtreue und sanften Farben. Personen, Gegenstände und Szenarien sind perfekt und es macht Spaß, jedes einzelne Bild länger zu betrachten. Wenn die Geschichte selbst etwas witziger und spannender wäre, hätte es ein Meisterwerk sein können. So aber sind es nur einzelne, wirklich gelungene Fragmente, die aneinandergefügt wurden und kein Ganzes ergeben, das überzeugen kann.

Dieses Album krankt offensichtlich an der Story. Sie kann weder die Charaktere hinreichend begründen, noch sie in den Kontext der damaligen Zeit setzen. Es bleiben Bruchstücke. So hangelt man sich an den wunderschönen Bildern entlang, bewundert einzelne Einfälle und köstliche Textstellen, ist aber am Ende unzufrieden mit dem Gesamtergebnis. Das hätte ein wundervolles Comic-Abenteuer geben können. So aber ist es "nur" ein zeichnerisch glänzendes Album mit vielen spaßigen Szenen und skurrilen Einfällen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Fazit: Für Fans ein Muss, für Gelegenheitsleser zu entbehren. Kaufen kann man dieses Abenteuer leider nur noch in der Gesamtausgabe. Dort ist es eingebettet in die Alben "Jesse James" und "der Apachen-Canyon", zwei höchst unterschiedliche Alben, die gemeinsam jedoch einen Kauf sicher lohnen.

Stefan Erlemann



Magazin / Heft | Erschienen: 1. April 1991 | ISBN: 3770402731 | Preis: 8,80 Euro | 46 Seiten

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