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 Abenteurer der Ferne

Die großen Entdeckungsfahrten und das Weltwissen der Antike


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Anspruch
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Preis - Leistungs - Verhältnis
Wer an das Zeitalter der Entdeckungen denkt, denkt vor allem an den Beginn der frühen Neuzeit, denkt an Columbus oder Vasco da Gama. Doch auch in der Antike wagten sich die Menschen in die Ferne. Raimund Schulz hat in seinem gut 650-seitigem Buch eine umfangreiche Geschichte antiker Entdeckungsreisen vorgelegt, die zeigen soll, wie weit die Geschichte der Entdeckungen zurückreicht.

Im ersten Kapitel geht der Autor auf die Reisen der Phönizier und Euböer ein und widmet auch Homers Odyssee ein Unterkapitel. Der zweite Abschnitt behandelt die Entdeckungsreisen der frühen Griechen, die bis nach Sibirien und auch bis weit nach Westen führten. Ein weiteres Kapitel behandelt die Reisen der Perser nach Indien und die der Karthager in Afrika bis nach Timbuktu. Es folgt die Darstellung der Entdeckungen Alexanders des Großen und der hellenistischen Welt, die das antike Weltbild stark prägten. Schließlich werden die Entdeckungen der Römer dargestellt, die den europäischen Norden und auch Teile der atlantischen Welt erkundeten und im Osten Kontakte mit China hatten. Das Schlusskapitel geht der Frage nach, inwiefern die neuzeitlichen Entdeckungsfahrten auf antikes Wissen zurückgriffen.

Raimund Schulz' "Abenteurer der Ferne" ist eine umfassende Darstellung der antiken Geschichte aus der Perspektive der Entdeckung. Der Autor erzählt faktenreich und in einem spannenden Stil von der Bronzezeit bis zum zweiten Jahrhundert nach Christus die Geschichte antiker Entdeckungsreisen, die in alle Himmelsrichtungen gingen.

Schulz' Darstellung ist nicht nur umfangreich und umfassend, sie wird auch immer im Kontext ihrer Zeit betrachtet und danach analysiert wie sie überhaupt zustande kam. Schon im Vorwort wird eine systematische Überlegung angestellt, unter welchen Bedingungen es zu Entdeckungsreisen kommen kann. So brauche es technische, aber auch soziokulturelle Bedingungen für solche Reisen. Hochseetaugliche Schiffe, aber auch eine Gesellschaft, in der ein Reisender auch mal lange Zeit abwesend sein kann, was nicht selbstverständlich ist, sind zum Beispiel solche Bedingungen. Diese Studie ist also nicht nur eine Zusammenstellung von Geschichten diverser Entdeckungsfahrten, wie es sie viele gibt, sondern eine systematische und analytische Darstellung antiker Geschichte unter dem Aspekt der Entdeckungen.

Das Buch ist daher zwar eine recht dicke geschichtswissenschaftliche Studie, die aber in einem gut lesbaren Stil geschrieben ist. Durchgehend mit vielen spannenden Erzählungen gespickt, liest sich das Buch sehr leicht. So ist es für jeden interessierten Leser geeignet, ob Student, Historiker oder einfach interessierten Laien.

Im gut 150-seitigen Anhang findet der Leser einen Anmerkungsapparat, ein Register und ein umfangreiches Literaturverzeichnis. Hier bietet das Buch gerade für wissenschaftlich interessierte Leser eine gute Handhabung und viele weiterführende Literaturtipps.

Insgesamt ist dieses Buch einfach gut, umfangreich, umfassend, gut lesbar und angesichts des Themas innovativ! Sehr zu empfehlen.

Eine Leseprobe gibt es auf der Verlagswebsite!

Andreas Schmidt



Hardcover | Erschienen: 19. März 2016 | ISBN: 978-3608948462 | Preis: 34,95 Euro | 654 Seiten | Sprache: Deutsch

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