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 Lukas Salfeld-Reihe, Band 2: Die Nacht in dir


Cover
Gesamt ++++-
Anspruch
Aufmachung
Brutalität
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Ein Internatsschüler springt von einem alten Turm in den Tod. Aufgrund verdeckter Hinweise, die auf weitere Todesfälle an der Schule hindeuten, glaubt Kommissarin Sina Rastegar nicht an einen Suizid. Da sie aber gegen eine Wand des Schweigens läuft, bittet sie Lukas Salfeld, sich inkognito als Hausmeister in das Internat einzuschleusen. Salfeld ist ein verurteilter Mörder, der als Jugendlicher für die Tötung seiner Freundin eine mehrjährige Strafe im Gefängnis abgesessen hat. Noch immer kämpft er gegen seine mörderischen Triebe an, erklärt sich aber bereit, Sina Rastegar zu unterstützen. Seine Mission ist aber gefährlicher als gedacht und setzt Ereignisse in den Gang, die weitreichende Folgen haben werden.

"Die Nacht in dir" ist die Fortsetzung des Thrillers "Das Falsche in mir", in dessen Mittelpunkt damals wie jetzt Lukas Salfeld steht, der als Jugendlicher seine Freundin ermordet hatte. Dies geschah zwar auf Wunsch des lebensmüden Mädchens, diente aber auch der eigenen Lustbefriedigung. So schwelgt Salfeld immer noch in den Erinnerungen an den blutigen Mord.

Sozio- oder Psychopathen als Hauptfiguren, in deren Seelenleben der Leser eintauchen kann, bieten einen besonderen Reiz. Leider bleibt Salfelds Figur recht blass und kann nicht wirklich berühren. Seine innere Zerrissenheit lässt den Leser kalt und ruft kaum Emotionen hervor, weder Abscheu noch Sympathie. Um Salfeld und seine inneren Dämonen besser zu verstehen, empfiehlt es sich außerdem, den vorherigen Teil zuerst gelesen zu haben. Ähnlich wie Salfeld hat es auch Kommissarin Sina Rastegar nicht leicht. Zwar hat sie den großen Fall gelöst, aber weil dabei einiges, das eigentlich unter den Teppich gekehrt werden sollte, zu Tage kam, ist sie der Kleinstadt nicht sonderlich beliebt. Selbst die Kollegen wissen sie nicht so sehr zu schätzen, wie sie es verdient hätte. Das hindert sie aber nicht daran, umso hartnäckiger zu ermitteln und auch zu ungewöhnlichen Maßnahmen zu greifen.

Vorrangig sorgt der Kriminalfall für einige Spannung und überrascht mit vielen Wendungen. Da stört es auch weniger, dass so manches Szenario wenig glaubwürdig ist. Welcher Ermittler würde einen zu Recht verurteilten Mörder, der von der Polizei überwacht wird und sich regelmäßig mit einem Psychiater treffen muss, an eine Schule mit jungen Frauen schicken, wenn die Gefahr besteht, dass der Mann immer noch davon fantasiert, diese mit dem Messer zu bearbeiten?

Die Zahl der blutigen Szenen ist vergleichsweise gering. Einzige Ausnahmen bilden die Schilderung eines Tatorts oder die E-Mails von Lukas' Sohn, der seine eigene Mordlust in vollen Zügen auslebt und vor seinem Vater mit seinen Raubzügen prahlt. Das etwas überstürzte Ende, bei dem sich die Ereignisse nur so überschlagen, lässt die Frage, ob es eine Fortsetzung geben wird, erst überhaupt nicht zu, so eindeutig ist die Antwort. Sina Rastegar und Lukas Salfeld werden mit Sicherheit auch in Zukunft aufeinander treffen. Und Salfelds Familienerbe wird dabei mit Sicherheit eine entscheidende Rolle spielen.

Fazit: Obwohl "Die Nacht in dir" über ein paar Logiklücken und konstruierte Wendungen verfügt, überzeugt der Thriller doch durch Spannung. Es ist zwar nicht zwingend notwendig, aber sinnvoll, den ersten Teil der Reihe gelesen zu haben.

Eine Leseprobe ist auf der Verlagsseite zu finden.

Annika Schukies



Taschenbuch | Erschienen: 24. Juni 2016 | ISBN: 9783423261074 | Preis: 16,90 Euro | 416 Seiten | Sprache: Deutsch

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