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 Römische Weltgeschichte

Autoren: Justin
Übersetzer: Peter Emberger
Verlag: WBG, Darmstadt

Cover
Gesamt +++++
Anspruch
Aufmachung
Preis - Leistungs - Verhältnis
Es ist schon einige Zeit her, dass Justins Römische Weltgeschichte aus dem 3. Jahrhundert ins Deutsche übersetzt wurde und in einer zweisprachigen Ausgabe neu erschienen ist. Peter Emberger hat dies nun im Rahmen der Edition Antike der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft getan. Herausgekommen ist eine kommentierte zweibändige Neuerscheinung des wichtigen Quellenwerks.

Im ersten Band findet sich eine Einleitung, die das Werk Justins als Quelle einordnet und kurz erläutert, welches literarische Konzept der römische Autor angewendet hat. Darauf folgen die ersten 17 Bücher der Römischen Weltgeschichte, also von dem frühen Reich der Assyrer bis zu Pyrrhus' Krieg mit den Römern. Der zweite Band befasst sich dann mit den restlichen Büchern, die bis zur Zeit von Augustus reichen. Abgeschlossen wird dieser mit einer Bibliographie und einem Index.

In Peter Embergers Neuübersetzung der Römischen Weltgeschichte von Justin steht der Quellentext im Vordergrund. Er wird nur knapp mit wesentlichen Fakten in einer Einleitung kommentiert. Auch im Anmerkungsapparat verweist Emberger meistens nur kurz und bündig auf andere Quellenstellen oder erklärt in knapper Form erwähnte Orte, Personen oder Ereignisse. So bleibt der Fokus auf den zweisprachigen Abdruck des Textes. Justin stellt jedem seiner Bücher eine kurze Einleitung voraus, die den Inhalt des Folgenden zusammenfasst, also die Funktion eines Inhaltsverzeichnisses hat. Daraufhin schließt sich meistens die Geschichte ganzer Reiche anhand der Schicksale ihrer Herrscher an.

Wie in der Einleitung erläutert ist für Justin Weltgeschichte vor allem die Aufeinanderfolge von Reichen. Die Entstehung und der Untergang der großen Reiche der Antike bis zum Römischen Reich als Endstufe der Geschichte oder als Vorstufe zum Reich Gottes spannt den Bogen in dem Werk. Dabei ist interessant, dass Justin als christlicher Autor von der "historiae Philippicae" des Trogus Pompeius aus dem 1. Jahrhundert abschreibt, die kaum erhalten ist. War für Trogus das Römische Reich das Ende der Geschichte, kann es für den christlichen Justin auch nur eine Vorstufe zu selbigem sein. Anstatt sich in Kleinigkeiten darüber zu verlieren, welche Informationen aus Justins Werk richtig sind und welche nicht, stellt Emberger dieses Spannungsverhältnis dar, was dem Leser eine gute erste Orientierung für die weitere Lektüre gibt. Genauso wie die kurzen Erläuterungen zum Stil Justins.

Die Übersetzung selbst ist ebenfalls gelungen. Der Text liest sich flüssig und gibt den lateinischen Originaltext weitgehend sehr gut wieder. Nicht an Worten, sondern am Sinn wird übersetzt. Und wer dem Deutschen nicht traut, kann dank dieser Ausgabe immer sofort in den lateinischen Originaltext schauen.

Im zweiten Band ist neben einer Auswahlbibliographie auch ein Index abgedruckt. Durch diesen wird die Ausgabe sehr übersichtlich. Wer etwa alle Stellen zu bestimmten Personen heraussuchen will, wird schnell fündig. So ist dieses Werk für Forschende, Studierende und interessierte Laien gleichermaßen interessant. Leider wird der hohe Preis wohl dafür sorgen, dass die meisten Leser es wohl nur in der Bibliothek nutzen können. Zuletzt sei jedoch unbedingt noch auf die schöne Gestaltung hingewiesen. Die Bände sehen in ihren goldenen Umschlägen mit roten Einband und Lesezeichen einfach schön aus.

FAZIT: Das einzig Negative an dieser schönen und wissenschaftlich gut gemachten Ausgabe ist der sehr hohe Preis. Sieht man von ihm ab, sind diese zwei Bände allen Interessierten sehr zu empfehlen.

Andreas Schmidt



Hardcover | Erschienen: 11. Juli 2016 | ISBN: 978-3534267514 | Preis: 179 Euro | 672 Seiten

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