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 Meta-Baron, Band 1: Meta-Baron

Wilhelm 100, der Techno-Admiral

Serie: Meta-Baron, Band 1
Autoren: Jerry Frissen, Alejandro Jodorowsky
Illustratoren: Valentin Sécher
Übersetzer: Resel Rebiersch
Verlag: Splitter Verlag

Cover
Gesamt ++---
Anspruch
Aufmachung
Bildqualität
Brutalität
Gefühl
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Der Meta-Baron ist der ultimative Krieger. Im Meta-Bunker reist er durch das Universum, ganze Imperien hat er zerstört, doch kennt er keinen Frieden für sich selbst. In Einsamkeit und Depression gefangen, sitzt er allein in seinem Raum und starrt vor sich hin, bis ihn der nächste Kampf erwartet.

Unterdessen erholt sich das Techno-Techno-Imperium, erlebt sogar ein neues goldenes Zeitalter. Nachdem der Meta-Bunker in einem Gefecht zu stark beschädigt wurde, um weiterhin zu funktionieren, muss der Meta-Baron eine Kraftquelle finden, die stark genug ist, um einen Neustart zu ermöglichen. Marmola, sein Heimatplanet, soll ihm helfen. Doch der Techno-Papst hat einen neuen Gegner für den Meta-Baron berufen, den Techno-Admiral Wilhelm-100.

Die neue Reihe des Splitter-Verlags setzt genau da ein, wo die alte Reihe um die Kaste der Meta-Barone aufhörte. Von 1993 bis 2003 im französischen Original erschienen (von 1996-2004 auf Deutsch), erzählte die Serie von Alejandro Jodorowsky und Juan Giménez die Geschichte einer Dynastie der Krieger. Doch deren Tradition wurde noch zum Ende der Serie durchbrochen.

Der Meta-Baron wollte keine Nachkommen, er wollte den Kreislauf der Folter und des Todes beenden, den er selbst und all seine Vorfahren durchliefen. Nun widmet sich diese neue Comicserie dem letzten Meta-Baron.

Der Hintergrund der Kultfigur erscheint düster, ebenso wie ihr Gemüt. Die Geschichte Jerry Frissens strotzt vor fieser Gegenspieler, einer unmoralischer als der nächste. Das einzige Licht in diesem dunklen Zukunftsszenario, der ultimative Krieger gegen all die Korruption, der Meta-Baron, ist jedoch selbst höchst depressiv. So mag der Band zwar episch erscheinen, erweist sich jedoch als wenig von Heldentum inspiriert, sondern eher als deprimierend. Der Antihelden-Protagonist bleibt leider die einzig spannende Figur, über die der Leser allerdings nur wenig erfährt. Mag sein, dass hier viel Wissen vorausgesetzt wird. Für einen ersten Band, der an einer Serie ansetzt, deren Veröffentlichung jedoch bereits mehr als zehn Jahre zurückliegt, wäre etwas mehr Hintergrund wünschenswert.

Der Motor des Bösen, gegen das der Meta-Baron kämpft, ist der Techno-Papst. Er zeichnet sich durch Brutalität und Geschmacklosigkeit aus. Eine Figur, die vornehmlich abstößt, durch ihre Einseitigkeit freilich auch uninteressant erscheint. Der direkte Sparringspartner des Meta-Barons, der Techno-Admiral Wilhelm-100, steht dem in nichts nach. So scheint die einzige Figur mit Tiefgang der Meta-Baron zu sein, in einer sonst durch und durch flachen schwarzen Welt.

Leider gibt es auch sprachlich große Mankos. Die Benennungen der politischen Mächte und Personen macht es zugegeben für den Texter nicht einfach, abwechslungsreich zu schreiben, doch würden einige Synonyme dem Text sicherlich trotzdem guttun. So kommt der Begriff "Techno" derart oft vor, dass manche Seiten des Albums erscheinen, als würde der halbe Text nur aus diesem Wort bestehen. Das Techno-Techno-Imperium, das Techno-Techno-Reich, der Techno-Papst, die Techno-Kardinäle und mehr werden gnadenlos aneinandergereiht. Wahrhaft kein Lesevergnügen.

Ganz anders die Illustrationen von Valentin Sécher. Hier kann der Leser sich wirklich toller Panels erfreuen. Auch sie transportieren alle eindrucksvoll das düstere Universum, können jedoch mit deutlich mehr Abwechslung aufwarten als die Erzählung. So erzeugt die unterschiedliche Farbgebung einzelner Erzählabschnitte ganz verschiedene Stimmungen, ohne den Aspekt des Düsteren dabei zu verlieren. Besonders eindrucksvoll sind auch die Darstellungen der diversen technischen Elemente, Displays, Computerpersona und holographische Botschaften, die, ebenfalls mit unterschiedlicher Farbgebung, transparent und doch solide erscheinen.

Für Fans der ursprünglichen Meta-Barone-Reihe mag dieser Band eine willkommene Fortsetzung sein, für einen Neueinsteiger war er eher abschreckend. Tolle Illustrationen treffen leider auf eine sehr flache, allzu einseitig düstere und brutale Geschichte. Da bleibt dem Leser am Ende nur wenig Hoffnung, die sich auf den Wunsch beschränkt, der Antiheld möge das Böse gewaltsam vernichten. Doch Gewalt gab es in dem Band eigentlich schon genug.

Eine Leseprobe gibt es auf der Website des Splitter-Verlags.

Claudia Heinzelmann



Hardcover | Erschienen: 1. April 2016 | ISBN: 9783958391796 | Originaltitel: Meta-Baron: Tome 1 - Wilhelm-100, le Techno-Amiral | Preis: 14,80 Euro | 56 Seiten | Sprache: Deutsch

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