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 Von Pythagoras zur Quantenphysik

Eine kurze Geschichte der Naturwissenschaften


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Naturwissenschaften sind nicht jedermanns Sache scheinbar schwierig oder gar nicht verständlich für die einen, in Verbindung mit der Technik bedrohlich für andere oder einfach langweilig. Indes waren sie natürlich nicht immer das, als das sie uns heute erscheinen: So komplex, dass kein einzelner Mensch annähernd alles diesbezüglich vorhandene Wissen in seinem Kopf speichern könnte, erforscht mit ausgefeilten, präzisen, überprüfbaren Methoden und losgelöst vom religiösen Kontext, der lange Zeit ein wesentliches Element jeder Wissenschaft darstellte.

Im hier besprochenen Buch geht es um die Entwicklung der Naturwissenschaften von der Antike bis weit ins 20. Jahrhundert hinein. Die ersten Kapitel sind nach der Chronologie verfasst Altertum, Mittelalter, Renaissance. Es folgen zwei Kapitel, deren erstes sich mit Newtons revolutionärem neuem Weltbild befasst, während das zweite die Entwicklung der newtonschen Physik im 18. und 19. Jahrhundert zum Inhalt hat.

Zwei weitere Kapitel setzen sich mit der Biologie und Geologie in den letzten Jahrhunderten auseinander, unter anderem natürlich mit den Themen Evolution und Genetik sowie der Plattentektonik alles seinerzeit sehr kontrovers aufgenommene Theorien. Die Schlussbemerkung bietet eine Art Quintessenz sowie einen Ausblick. Im Anhang finden sich weiterführende Literatur, Bildnachweis und Personenverzeichnis.

Auch wer Physik und Chemie in der Schule so früh wie möglich abgewählt hat, kommt nicht umhin, den Naturwissenschaften auf Schritt und Tritt zu begegnen, allein schon in Form der auf ihnen basierenden Alltagshelferlein wie elektrischen Leuchtmitteln, Autos, Kaffeemaschinen und Zahnpasta. Diese gibt es so, wie wir sie kennen, noch gar nicht lange. Bernd Bühler und Andreas Hafer zeigen in ihrem Buch auf, welch weiter Weg es war von der aristotelischen Physik über Kepler und Newton mit ihren bahnbrechenden Entdeckungen und Berechnungen bis hin zur Quantenphysik, ohne die beziehungsweise ohne deren Entdeckung kein Computer funktionieren würde. Ohne sie gäbe es auch keine Photovoltaik.

Indes hielten viele Hindernisse die Weiterentwicklung der Naturwissenschaften in der Geschichte immer wieder auf, sei es, dass die Wissenschaftler eigentlich hinfällige Regeln und Erklärungsansätze für unumstößlich hielten, so die Annahme, die Sonne kreise um die Erde, sei es, dass die Religion den Blick verstellte oder gar verbot, wie wir es etwa von Galilei her kennen. Im Buch werden die großen Epochen Altertum, Mittelalter und Renaissance mit ihren Entwicklungen, aber auch der teilweisen Stagnation und manchem Rückschritt vorgestellt, mit den Versuchen von Forschern, Unvereinbares unter einen Hut zu bekommen und dann doch an immer neue Grenzen vorzustoßen. Der neueren und der modernen Physik (ab Newton beziehungsweise ab dem ausgehenden 19. Jahrhundert) sowie der Biologie und der Geologie, die einander durchaus beeinflussten, sind jeweils eigene Kapitel gewidmet, in denen die fachspezifischen Entwicklungen dargestellt werden.

Insbesondere auf dem Weg zur modernen Physik begleiten den Leser neben den Texten immer wieder anschauliche Skizzen, die manchen komplexen Sachverhalt bestens verdeutlichen.

Angst vor seitenlangen Gleichungen und einer überbordenden Fülle an Fachbegriffen muss ein potenzieller Leser des Buchs "Von Pythagoras zur Quantenphysik Eine kurze Geschichte der Naturwissenschaften" jedenfalls nicht haben. Beide Autoren sind Naturwissenschaftspädagogen und wissen die wesentlichen Erkenntnisse aus den verschiedenen Disziplinen anschaulich und auf das Wesentliche reduziert zu vermitteln. Darüber hinaus bieten sie einen spannenden Erzählstil.

Langeweile ist bei der Lektüre fehl am Platz. Die Lektüre eignet sich für interessierte Erwachsene auch ohne über eine einschlägige Schulbildung hinausgehende Kenntnisse, jedoch ebenso für Schüler etwa ab der Mittelstufe, die wissen möchten, wie das, was sie im Unterricht lernen, aus den Ideen einiger kluger Köpfe heraus entstand und weiter entwickelt und geformt wurde.

Einen Blick ins Buch bietet die Verlagsseite.

Regina Károlyi



Hardcover | Erschienen: 15. August 2016 | ISBN: 9783806233872 | Preis: 24,95 Euro | 224 Seiten | Sprache: Deutsch

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