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 Anfang und Ende

Vormoderne Szenarien von Weltentstehung und Weltuntergang


Cover
Gesamt +++++
Anspruch
Aufmachung
Bildqualität
Preis - Leistungs - Verhältnis
Jede Kultur hat ihre eigenen Vorstellungen von Weltentstehung und -untergang hervorgebracht. Erstmalig versucht dieser Sammelband, welcher in der Reihe "Zaberns Bildbände zur Archäologie" erschienen ist, fächerübergreifend verschiedene Konzepte der Kosmogonie und des Untergangs nebeneinander darzustellen. Er versammelt im Hauptteil sechs Aufsätze zu verschiedenen antiken und frühmittelalterlichen Kulturen, deren Gemeinsamkeiten und Unterschiede vor allem im Vorwort und in einem Epilog nachgegangen wird. Ein Anhang mit Anmerkungsapparat und Auswahlbibliographien rundet den durchgehend farblich bebilderten und großformatigen Band ab.

Der von Marion Gindhart und Tanja Pommerening herausgegebene Sammelband "Anfang und Ende" ist das Ergebnis einer Ringvorlesung aus dem Jahr 2013, die an der Gutenberg-Universität in Mainz gehalten wurde. Dieser geht einer bisher selten gestellten Frage nach: Gibt es kulturübergreifende Vorstellungen vom Beginn und Ende der Welt, die auf eine anthropologische Universalität hindeuten könnten?

In sechs Aufsätzen geben Forscher aus verschiedenen Fachrichtungen einen Überblick Weltentstehungs- und Weltuntergangvorstellungen in verschiedenen Kulturen, die alle in Europa oder im nahen Osten ansässig waren, also theoretisch voneinander beeinflusst werden konnten. Die Texte befassen sich mit dem alten Ägypten, den Griechen und Römern, den biblischen Vorstellungen und mit den Germanen. Mit dem letzten Text wird sogar das frühe Mittelalter einbezogen.

Alle Texte haben einen stark deskriptiven und einführenden Charakter. Sie sind allesamt reich bebildert und mit vielen Belegen aus Quellen ausgestattet. So kann man auch ohne viel Vorwissen den Gedankengängen gut folgen und sie an den zitierten Originalstellen nachvollziehen. Den analytischen Teil leistet vor allem der Epilog am Ende, der alle Texte noch einmal zusammenfasst und versucht Gemeinsamkeiten und Trennendes herauszuarbeiten. Den Autoren ist bewusst, dass sie aus den vorgestellten Beispielen nicht zu viel schließen können, da für einen universellen Anspruch auch Kulturen betrachtet werden müssten, die keinen Kontakt miteinander hatten. Dennoch werden überzeugend einige Gemeinsamkeiten herausgearbeitet, die Grundlage für weitere Forschungen sein könnten.

Aber auch ohne diese Schlussfolgerungen, die dem Sammelband eine erkenntnisreiche Klammer verleihen, sind die hier versammelten Aufsätze interessant. Es ist durchaus spannend, sich in die verschiedenen Konzepte von Weltuntergang und -entstehung einzulesen. Außerdem ist der Band durch seine durchgehend farbige und reich bebilderte Gestaltung einfach schön geworden und allen Interessierten herzlich empfohlen.

Eine Leseprobe gibt es auf der Verlags-Website.

Andreas Schmidt



Hardcover | Erschienen: 15. August 2016 | ISBN: 978-3805350327 | Preis: 29,95 Euro | 144 Seiten | Sprache: Deutsch

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