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 Yin und der Drache, Band 1: Himmlische Kreaturen

Serie: Yin und der Drache, Band 1
Autoren: Richard Marazano
Illustratoren: Xu Yao
Übersetzer: Monja Reichert
Verlag: Popcom

Cover
Gesamt ++++-
Anspruch
Aufmachung
Bildqualität
Gefühl
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Yin ist ein quirliges, kleines Mädchen und oft kann ihr Großvater sie nur schwer im Zaum halten. Aber da er alleine für sie sorgen muss, bleibt ihm keine andere Wahl, als auch mal etwas strenger zu ihr zu sein, auch wenn er das gar nicht will. Er würde sie zum Beispiel nie zum Fischfang mitnehmen, weil das viel zu gefährlich werden könnte. Sie soll lieber Zuhause bleiben und die frisch gefangenen Fische auf dem Markt verkaufen. Leider kommen Yin dabei immer wieder die Jungs einer Straßenbande in die Quere und rauben ihr Ware und Einnahmen. Dann stehen die beiden wieder einen Abend ohne Essen da.

Die Lage wird immer schwieriger, als der Krieg sich der kleinen Hafenstadt nähert, in der sie wohnen. Yins Großvater sieht keinen anderen Ausweg, als auch nachts fischen zu gehen, obwohl das ein risikoreiches Unterfangen ist. Doch dabei hat er nicht mit Yin gerechnet, die ausgerechnet an diesem Tag so gerne mit auf See möchte, dass sie sich heimlich im Boot versteckt und erst hervorkommt, als ihr Großvater in ernsten Schwierigkeiten steckt. Etwas Großes hat sich in seinem Netz verfangen und er selbst steckt mit seinem Bein fest. Nur Yins Anwesenheit rettet ihm das Leben.

Doch was die beiden daraufhin sehen, übersteigt all ihre Träume. In dem Netz hatte sich ein echter Drache verfangen, der nun stolz seinen Körper aus dem Wasser streckt. Aus der Ferne hält das Militär sein leuchtend goldenes Licht für ein feindliches Boot und schießt auf das mystische Geschöpf, ohne auch nur zu ahnen, was ihr Ziel ist. Yin ist der festen Überzeugung, sie müssen das verletzte Wesen an Bord nehmen und beschützen. Und obwohl ihr Großvater den Drachen eher für eine Bedrohung hält, stimmt er zu und sie pflegen und füttern ihn in ihrem Lagerhaus gesund. Aber wie lange kann so ein großes, geheimnisvolles Wesen versteckt gehalten werden? Und was passiert, wenn er wieder gesund wird? Wird er den Menschen gegenüber wohlgesonnen sein oder haben Yin und ihr Großvater einen neuen Feind in die Stadt gebracht?

"Yin und der Drache" ist eine von diesen Geschichten, die eigentlich eher für ein jüngeres Publikum gemacht sind, aber auch Erwachsene begeistern. Der Comic ist von seiner Art her irgendwo zwischen einem Film aus dem Hause Ghibli und Kai Meyers Wolkenvolk-Trilogie anzusiedeln. Die Handlung spielt in einer realen Welt, die plötzlich und unerwartet eine fantastische Komponente erhält, mit der sich die Charaktere auseinandersetzen müssen.

Im Mittelpunkt steht einerseits der Konflikt zwischen Yin und ihrem Großvater, der sich von dem Streit darüber, ob sie mit zum Fischen darf oder nicht, entwickelt und schließlich auf Grundsatzentscheidungen ausgeweitet wird. Über diese schwierigen Situationen im Leben setzt Yin sich immer wieder mit einem Lächeln hinweg und zeigt, dass alles viel leichter geht, wenn die Probleme nur mit frischem Schwung und neuen Ideen angegangen werden. Sie wird als entzückendes Mädchen gezeigt, das jedem Leser sofort ans Herz wachsen muss. Umso dramatischer erscheinen einem die Szenen, in denen es dann doch etwas gefährlicher zugeht, wobei Yin immer wieder ihre Tapferkeit und Kreativität unter Beweis stellt.

Durch die chinesische Mystik wird der Handlung Leben eingehaucht. Das wird neben der reinen Anwesenheit eines goldenen Drachen besonders zum Ende hin deutlich, wenn eine alte Prophezeiung ins Spiel kommt. Nach und nach gewinnt die Erzählung an Spannung und es werden einige Handlungsstränge gesponnen, auf deren Fortgang die Leser schon gespannt sein dürfen. Startete "Yin und der Drache" noch recht beschaulich, nimmt die Handlung nach und nach an Fahrt auf. Auf den letzten Seiten bahnen sich interessante Überraschungen an, die den nächsten Teilen hoffentlich noch ein wenig mehr Schwung verleihen, der einem ersten Band oft fehlt, weil erst die Welt und die handelnden Charaktere vorgestellt werden müssen. Diese Phase der Einleitung zeigt auch dieser erste Teil "Himmlische Kreaturen". Wenn das Tempo, das aufgenommen wurde, beibehalten wird, dürfte "Yin und der Drache" aber zu einer ganz besonderen Comic-Serie werden, die viele Fans findet.

Auf der dem Popcom Verlag angeschlossenen Webseite comic.de gibt es eine ausführliche Leseprobe.

Bine Endruteit



Hardcover | Erschienen: 15. September 2016 | ISBN: 9783842030176 | Originaltitel: Yin et le dragon - Créatures célestes | Preis: 14,00 Euro | 64 Seiten | Sprache: Deutsch

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