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 Da kommt noch was - Not dead yet


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Phil Collins ist wohl jedem Musikfan ein Begriff. Über Jahrzehnte war sein Name aus den Musikcharts nicht mehr wegzudenken und er feierte einen Erfolg nach dem anderen, sei es als Solokünstler oder mit Genesis. Kaum vorstellbar war, dass der mit Preisen überhäufte Künstler mal einen Misserfolg verkraften müsste. Und doch geschah genau das, sowohl beruflich als auch im Privatleben. In seiner Autobiographie leistet sich Collins einen Rückblick auf sein Leben und legt dar, wie er Ereignisse sah und wie die Dinge seiner Meinung nach liefen. Sympathisch, dass er dabei durchaus eine humorvolle und warmherzige Distanz zu der Vergangenheit bewahrt und sie erzählen kann, ohne zu verklären. Ganz im Gegenteil: Phil Collins überzeugt hier mit seiner Ehrlichkeit.

Musikalisch hat Phil Collins wohl alles erreicht, was möglich ist und so ist der Titel seiner Autobiografie "Da kommt noch was" eine kleine Überraschung. Immerhin hatte der Ausnahmekünstler bereits sein Karriereende verkündet. Doch Collins macht klar, dass in ihm noch mehr steckt und er, vor allem seinen Kindern zuliebe, weitermachen will. In seinem Fall heißt das auch, nicht aufzugeben und sich seinen Dämonen zu stellen, denn neben nahezu unvorstellbaren Höhen kennt Phil Collins auch die Tiefen des Lebens, die ihn ganz nah an den Abgrund brachten.

Collins berufliche Biografie ist beeindruckend und wäre er nicht ein wirklich bodenständiger Mensch, seine Erzählungen läsen sich wie ein einziges Namedropping. Für Genesis war er nicht nur Drummer, sondern auch Sänger, gearbeitet hat er mit George Harrison, Tina Turner, Eric Clapton, George Martin, Tears für Fears und vielen anderen. Die Liste könnte endlos weitergehen. Er kennt alle Größen des Musikgeschäfts und hat dazu noch als Solokünstler jede Menge Auszeichnungen gewonnen. Beinahe wäre zu glauben, es muss cool gewesen sein, Phil Collins zu sein. Wahnsinn.

Wer nur in dieses Buch schaut, um mehr über die berufliche Seite Phil Collins zu erfahren, wird allerdings überrascht werden, denn sie ist nur ein - wenn auch großer - Aspekt seines Lebens. Er erinnert sich ebenso an seine Kindheit, seine Eltern und die ersten Schritte als Schauspieler und junger Musiker zurück - sowie an seine Ehen und andere private Ereignisse. Damit ermöglicht er tiefe Einblicke in sein Leben, und schildert zum Beispiel, dass diese Karriere ihren Preis hatte. Drei Ehen scheiterten, die daraus folgende Einsamkeit ertränkte Collins im Alkohol, bis es wirklich nicht mehr weiterging. Gesundheitlich angeschlagen sah es so aus, als würde es mit dem sympathischem Musiker nie wieder bergauf gehen.

Mit Überschriften wie "Wie ich mich beinahe zu Tode soff" macht er schonungslos auf seinen damaligen Zustand aufmerksam. Überhaupt vermittelt Phil Collins, der dieses Buch ohne Ghostwriter verfasst hat, einen ehrlichen, natürlichen Eindruck und einen feinen, sehr freundlichen Humor, ohne auch nur den Hauch von Allüren zu zeigen. Vielmehr behält er das kindliche Staunen über seinen eigenen Lebenslauf bei, was es leicht macht, sich für ihn zu freuen.

Ein Blick ins Buch ist auf der Verlagsseite möglich.

Iris Jockschat



Hardcover | Erschienen: 24. Oktober 2016 | ISBN: 9783453201217 | Originaltitel: Not dead yet | Preis: 24,99 Euro | 528 Seiten | Sprache: Deutsch

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