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 Atlas des Mittelalters

Von der Völkerwanderung bis zur Entdeckung Amerikas

Autoren: Uwe A. Oster
Verlag: Palm Verlag

Cover
Gesamt ++++-
Anspruch
Aufmachung
Bildqualität
Preis - Leistungs - Verhältnis
Lange Zeit galt das Mittelalter als eine „finstere“ Zwischenperiode, welche mit der „Renaissance“ überwunden wurde. Erst im 19. Jahrhundert schlug diese Ablehnung in eine überschwängliche Mittelalter-Verehrung um. Irgendwo dazwischen liegt wohl das "wahre" Mittelalter, welches der vorliegende Band zum Leben auferstehen lässt. Untergliedert ist dieser in fünf Kapitel. Das erste, welches mit "Macht und Raum" umschrieben ist, spannt dabei einen weiten Bogen von der Völkerwanderung bis zu den Kreuzzügen. Mit dem zweiten Kapitel rückt der Konflikt zwischen Kaiser und Papst in den Blick. Dass Europa damals mitnichten nur vom Christentum römischer Provenienz geprägt war, zeigt Uwe A. Oster, der Autor des Bandes, im anschließenden Kapitel "Herrschaften in Europa". Nachdem bis dahin vor allem politische Aspekte thematisiert worden sind, erweitert Oster in Kapitel vier seine Perspektive um das „Leben in Stadt und Land“, bevor er schließlich mit der "Entdeckung der Wissenschaft" das Ende des Mittelalters einleitet.

Auch wenn der Band "Atlas" im Titel trägt, ist dieser kein solcher im eigentlichen Sinne. Sicherlich enthält der Band zahlreiche Karten, die auch immer wieder als Ausgangspunkt der Betrachtungen dienen, doch daneben führt Uwe A. Oster seine Leser vor allem in Form von gut lesbaren Texten und begleitenden Bildern an das Mittelalter heran. So entsteht ein bunter Mix, der so gar nicht zum "finsteren" Mittelalter passt. Ganz im Stile eines Geschichts-Magazins ist dabei der Text in Spalten angeordnet und von zahlreichen farbigen Abbildungen umgeben, die jedoch nicht in allen Fällen zeitgenössisch sind. Immer wieder finden sich auch Fotografien von Bauten oder Gegenständen, die dem Mittelalter entstammen. Ergänzend dazu enthält der Band häufig farbig hinterlegte Info-Kästen, die bestimmte Themen wie die Konstantinische Schenkung oder das Lehnswesen in aller Kürze darlegen. Zum Teil werden darin auch bedeutende Personen vorgestellt, so zum Beispiel Karl der Große oder Gregor von Tours. Die Auswahl muss dabei zwangsläufig unvollständig bleiben.

Trotz der grundsätzlich sehr ansprechenden Gestaltung ist vor allem das Druckbild zu Beginn eines jeden Abschnitts gewöhnungsbedürftig - und dies nicht allein aufgrund der Tatsache, dass die ersten fünf Zeilen größer abgedruckt wurden, was ja durchaus ein übliches gestalterisches Verfahren ist. Ungewöhnlich ist mehr, dass hier keinerlei Rücksicht auf Satzgrenzen genommen wurde, sodass sich die Schriftgröße nach der fünften Zeile auch mitten im Satz ändert. Auch ein Fettdruck hätte hier besser zum Band gepasst, falls damit überhaupt so etwas Ähnliches wie ein Vorspann angedacht war.

Doch den Band allein auf den optischen Eindruck zu beschränken, würde diesem nicht gerecht werden. Wie sieht es also inhaltlich aus? Auf den ersten Blick gut, da Oster thematisch angelegte Kapitel einer reinen chronologischen Abhandlung vorzieht, um so unterschiedliche Perspektiven auf das Mittelalter zu ermöglichen. Innerhalb der einzelnen Abschnitte des Bandes überwiegt allerdings dann doch die Ereignisgeschichte mit zahlreichen Jahreszahlen und vielen Namen. Trotz dieser Faktenlast liest sich der Band flüssig und ist daher für Leser ohne große Vorkenntnisse unbedingt zu empfehlen. Hilfreich wäre indes sicherlich ein Personen- oder Sachregister gewesen. Wer jedoch einen zeitlichen Überblick benötigt, findet am Ende des Buches zumindest eine ausführliche Zeitleiste. Zudem gibt es hier allgemeine Verweise auf Sekundärliteratur sowie eine Auswahlbibliografie zu den einzelnen Kapiteln des Bandes.

FAZIT: Im Stile eines Geschichts-Magazins führt dieser als "Atlas" betitelte Band seine Leser in das Mittelalter ein. Ansprechend gelayoutet, bietet er vor allem Lesern, die sich bisher kaum mit diesem Thema beschäftigt haben, eine lebendige Einführung in die "bunte" Welt des Mittelalters.

Weitere Informationen sowie ein Blick ins Buch finden sich auf der Webseite des Verlags .

Matthias Jakob Schmid



Hardcover | Erschienen: 1. September 2016 | ISBN: 9783944594606 | Preis: 19,95 Euro | 160 Seiten | Sprache: Deutsch

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