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 The Girl Before - Sie war wie du. Und jetzt ist sie tot.

Sie war wie du. Und jetzt ist sie tot.

Autoren: JP Delaney
Übersetzer: Karin Dufner
Verlag: Penguin Verlag

Cover
Gesamt +++++
Anspruch
Aufmachung
Brutalität
Gefühl
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Auf der Suche nach einem neuen Zuhause in London stößt Jane auf eine scheinbar perfekte Wohnung, die von einem berühmten Architekten entworfen wurde. Zwar ist die Miete vergleichsweise gering, aber der Vermieter, der Architekt Edward Monkfort, stellt im Mietvertrag diverse Regeln auf, die streng einzuhalten sind. Erst nachdem die junge Frau einen umfangreichen Fragebogen ausgefüllt und ein Vorstellungsgespräch überstanden hat, darf sie einziehen. Während Jane immer mehr von Edward in den Bann gezogen wird, erfährt sie von einer der Vormieterinnen, Emma, die in dieser Wohnung ums Leben kam. Jane will herausfinden, was damals mit Emma passierte. War es tatsächlich Mord, wie der Ex-Freund behauptet?

Eine Inhaltsangabe zu "The Girl Before" zu schreiben ohne zu viel zu verraten ist gar nicht so einfach, da JP Delany ihren Thriller so raffiniert angelegt hat, dass jede Information zu viel einiges an Lesespaß kosten könnte. Geschildert wird die Handlung auf zwei wechselnden Zeitebenen, "damals" und "heute", wobei zwischen den beiden Zeiten nur wenige Monate oder Jahre liegen. Nahezu parallel wird geschildert, wie Emma und Jane sich um die Wohnung des Architekten Edward Monkfort bewerben und schließlich einziehen. Zu Beginn sind Emmas und Janes Erlebnisse in der neuen Wohnung noch vergleichbar, manche Szenen wiederholen sich sogar, doch je mehr von ihren Persönlichkeiten zum Vorschein kommen, desto unterschiedlicher entwickeln sich die nachfolgenden Ereignisse.
Ein Großteil der Handlung spielt sich in der Mietwohnung ab. Entworfen und gebaut von Edward Monkfort, entspricht die Atmosphäre fast einem Kloster, da ist der Name des Architekten Programm (Monk = Mönch, Fort = Festung). Die Einrichtung ist spartanisch und im Mietvertrag festgelegt, dass keine Änderungen vorgenommen werden dürfen, auch nicht in Form von Dekorationen. Zusätzlich ist die Wohnung dank bester Überwachungstechnik ein kleiner Hochsicherheitstrakt, was sie gerade für die einziehenden Frauen so attraktiv macht.

Wer den Roman "Fifty Shades of Grey" kennt, wird sich bei Edward Monkfort vermutlich an Christian Grey erinnert fühlen. Beide Männer wirken auf die weiblichen Hauptfiguren von Anfang an unwiderstehlich und habe eine stark dominante und kontrollierende Ader. Jedoch fehlt "The Girl Before" glücklicherweise der Kitschfaktor, den "Fifty Shades of Grey" ausmacht(e).
Der Thriller lebt weniger von der Spannung, die tatsächlich erst im letzten Viertel verstärkt aufkommt, sondern von der Atmosphäre, die durch die perfekte, aber spartanische Wohnung, den damit verbundenen Regeln und den undurchsichtigen, aber dominanten Vermieter entsteht. Außerdem fesseln die quasi parallel verlaufenden Handlungsstränge der beiden weiblichen Hauptfiguren.

Fazit: "The Girl Before" ist ein raffinierter Thriller, bei dem sich dank verschiedener Zeitebenen die Puzzleteile langsam zusammenfügen um dann am Ende noch einmal gründlich durcheinander gewirbelt zu werden. Die Atmosphäre ist auch wegen der Schilderungen der ungewöhnlichen Wohnung, die voll auf Überwachung setzt, unglaublich dicht und fast klaustrophobisch.

Laut Verlag sind die Filmrechte bereits nach Hollywood verkauft. Der Roman bietet sicherlich eine perfekte Vorlage für einen spektakulären Psychothriller auf der Leinwand.

Eine Leseprobe ist auf der Verlagsseite zu finden.

Annika Schukies



Taschenbuch | Erschienen: 25. April 2017 | ISBN: 9783328100997 | Originaltitel: The Girl Before | Preis: 13,00 Euro | 400 Seiten | Sprache: Deutsch

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