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 Die gefährlichen Intrigen des Marquis de Cinq-Mars


Cover
Gesamt ++++-
Anspruch
Aufmachung
Brutalität
Gefühl
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Gabriellas Herz gehört Angelo, ihrem Kinderfreund, auch wenn der venezianischen Adeligen klar ist, dass ihre Eltern eine solche Beziehung niemals billigen würden, denn Angelo ist ein Ziegenhirt und damit wohl kaum eine gute Partie für Gabriella. Dennoch weigert sie sich, eine standesgemäße Ehe einzugehen, als der französische Graf Julien de Rochebonne um ihre Hand anhält. Ihre Eltern jedoch stimmen der Verbindung zu. Noch dazu, da es sich bei diesem um einen Spieler und Lebemann handelt. Gabriella ist entsetzt, besonders als sie ein Gespräch zwischen Julien und seinem Freund, dem Marquis de Cinq-Mars belauscht. Wie es scheint, sind die beiden in ein Komplott verwickelt und das Opfer ist niemand anderes als der Kardinal Richelieu.

Starker Tabak für einen Liebesroman, geht es doch um nichts Geringeres als ein Komplott gegen einen Kirchenfürsten und letztendlich den französischen König selbst. Dazu bedient sich die Autorin Nora Berger einer Verschwörung gegen Louis XIII, die tatsächlich stattgefunden hat, verknüpft sie mit ihrer Geschichte um eine junge, mutige Frau, die um ihre Liebe kämpft, und lässt diese auf historische Figuren treffen.

Wie das Komplott ausging, ist hinreichend bekannt und daher ist es dramaturgisch gelungen, ausgerechnet mit der Hinrichtung der Marquis die Erzählung zu beginnen, nimmt es der Geschichte nichts von ihrer Spannung. Im Gegenteil, durch die gesamte Handlung hinweg zieht sich eine Dringlichkeit und Dramatik, die eine atemberaubende Geschwindigkeit suggeriert, manchmal so sehr, dass es den Leser erschöpft. Ob es das Schicksal der Protagonistin Gabriella ist, dass wirklich kaum Langeweile zu bieten hat, oder die Ereignisse um den Marquis, die sich nahezu überschlagen, dem Leser wird einiges geboten. Nora Berger kennt sich aus in französischer Geschichte und das ist ihrem Buch anzumerken. Dazu bietet sie opulente Kulissen und große Liebe.

Dabei befleißigt sie sich eines sehr bildhaften Stils, der manchmal ein wenig übertrieben wirkt, etwa wenn eine Figur vom bohrenden Schmerz der Eifersucht ergriffen wird oder die Wirklichkeit unter dem langen unterdrückten Feuer der Leidenschaft versinkt. Doch wer gerne in dem Genre stöbert, kennt solche Formulierungen und weiß sie zu schätzen. Sicher, die eigentliche Liebesgeschichte ist recht vorhersehbar, doch sie ist gut in die Rahmenhandlung eingebettet. Dafür sind Gabriella und ihre große Liebe Angelo neu genug, um dem Leser ans Herz zu wachsen, sodass er die eher seichte Romanze verzeihen wird.

Freunde historischer Liebesromane werden an der Geschichte und am unterhaltsamen Schreibstil Bergers Freude haben und dürfen sich auf einen leichten, gut recherchierten Lesegenuss freuen.


Eine Leseprobe findet sich auf der Seite des Bookspot-Verlags.

Iris Jockschat



Softcover | Erschienen: 23. Februar 2017 | ISBN: 9783956690778 | Preis: 14,80 Euro | 544 Seiten | Sprache: Deutsch

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