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 Lion

Der lange Weg nach Hause


Cover
Gesamt +++++
Action
Anspruch
Aufmachung
Bedienung
Bildqualität
Brutalität
Extras
Gefühl
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Ton
Reich ist Saroos Familie nicht, aber seine Kindheit ist liebevoll. Um die Familie zu ernähren, muss seine Mutter im Steinbruch arbeiten. Der älteste Sohn Guddu achtet auf die kleineren Geschwister, und ab und zu verdienen er und Saroo ein paar Rupien dazu, indem sie Kohle verkaufen oder nach Dingen suchen, die sie zu Geld machen können. So kommt es, dass die beiden eines Nachts auf einem Bahnhof nach Geld suchen. Als der kleine Saroo müde wird, lässt sein Bruder ihn zurück und verspricht, ihn später wieder abzuholen. Doch Guddu kehrt nicht mehr zurück und Saroo macht sich auf die Suche nach ihm, bis er schließlich in einem Zug einschläft. Als er aufwacht, ist er weit von seinem Zuhause entfernt und niemand an seinem Ankunftsort spricht seine Sprache. Schließlich landet er in einem Waisenheim und wird, da seine Mutter unauffindbar scheint, von einem australischen Ehepaar adoptiert. Es dauert zwanzig Jahre, bis Saroo sich erinnert und sich eine Chance ergibt, seine Familie zu finden. Wie besessen macht der junge Mann sich auf die Suche.



Es ist kaum zu glauben, aber der Film um Saroo Brierley beruht auf einer wahren Geschichte. In den achtziger Jahren ging der Junge verloren und erst als junger Mann, in den Zeiten von Google und Co. war er in der Lage, seinen Erinnerungen zu folgen und sich auf die Suche nach seiner Familie zu machen. Seine Erlebnisse schrieb Saroo - eigentlich Sheru, Löwe genannt - in einem Buch nieder. "Lion" nimmt dieser Geschichte auf und bringt sie auf die Leinwand.

Regisseur Garth Davis erzählt die Geschichte um Saroo behutsam und sehr sensibel. Dabei zeigt er beide Familien, in denen der Junge aufwächst, in positivem Licht. Seine indische Mutter gehört zu den Ärmsten der Armen und kann, da sie weder lesen noch schreiben kann, die Suchmeldungen der Behörden nicht lesen. Trotzdem sorgt sie sich um ihre Kinder und der Film lässt keinen Zweifel daran, dass die kleine Familie glücklich war, bis zu dem Moment als Saroo verloren geht.

Materiell weitaus besser gestellt und ebenso liebevoll sind die Brierleys, die den Jungen und später ein weiteres Kind aufnehmen, ihnen eine Ausbildung ermöglichen und zur Seite stehen, komme, was da wolle. Kein Wunder, dass Saroo hin- und hergerissen ist, zwischen seiner Liebe zu den Adoptiveltern und dem unwiderstehlichen Verlangen, seine Mutter zu finden, die, da ist er sich sicher, ihn immer noch vermisst.

Dev Patel zeigt in diesem Film sein ganzes Können und porträtiert den verzweifelten jungen Mann perfekt. Auch Rooney Mara als seine Freundin sowie Nicole Kidman und David Wenham als Ehepaar Brierley brillieren. Ohne diesen Cast wäre der Film nicht einmal halb so eindrucksvoll und doch ist es Sunny Pawar, der kleine Saroo, welcher dem Zuschauer im Gedächtnis bleibt. Mit Kinderdarstellern ist es ja so eine Sache, doch Sunny bleibt in jeder Minute des Films so glaubhaft, dass es dem Betrachter schier das Herz zerbricht, ihn so verloren durch die Straßen Kalkuttas laufen zu sehen.

"Lion" ist ein ruhiger Film, der auf jede Action oder künstliches Drama verzichtet und gerade deshalb so berührt. Seine sechs Oscarnominierungen im Jahr 2017 hat er mehr als verdient, ja er hätte sogar ein paar mehr verdient, denn es ist ein außergewöhnlicher Film, der seine Geschichte konsequent eindringlich erzählt und ihr Gewicht verleiht. Für einen Filmabend mit Freunden ist er die ideale Wahl.

Iris Jockschat



Blu-ray Disc | Disc-Anzahl: 1 | EAN: 0889854184292 | Erschienen: 14. Juli 2017 | FSK: 12 | Laufzeit: 115 Minuten | Originaltitel: Lion | Preis: 13,99 Euro | Untertitel verfügbar in: Deutsch | Verfügbare Sprachen: Deutsch, Englisch

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