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 Orbital, Band 4.1: Implosion

Serie: Orbital, Band 4.1
Autoren: Serge Pellé
Illustratoren: Sylvain Runberg
Übersetzer: Tanja Krämling
Verlag: Splitter Verlag

Cover
Gesamt +++--
Anspruch
Aufmachung
Bildqualität
Brutalität
Gefühl
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Band 4.1 "Implosion" der Serie "Orbital" ist der sechste Teil einer epischen SF-Comic-Reihe. Die ersten beiden Teile erschienen bei Splitter als Doppelband, die darauf folgenden in Einzelbänden. Ihren Anfang nahm dieser Abschnitt der Handlung bereits vor drei Jahren mit "Gerechtigkeit", allerdings greifen alle Handlungsfäden ineinander und ohne Kenntnisse der gesamten Geschichte bleiben die Zusammenhänge unverständlich. Neueinsteiger sollten hier nicht weiterlesen und mit Band 1 anzufangen.

Kenner der Serie erinnern sich an Ninas Schicksal und daran, dass die Protagonisten Kaleb und Mezoke inzwischen nicht mehr für die Interweltliche Diplomatische Abteilung, kurz IDA, arbeiten. Sie sind durch Aufstände, politische Verwicklungen und unglückliche Umstände zu Flüchtlingen geworden. Begleitet werden sie von Kalebs Schwester Kristina, die die Truppe zu einem zweifelhaften Coup überredet hat, mit dem sich eine Menge Geld verdienen lässt. Von irgendetwas müssen sie ja leben. Nur leider hat sie die beiden ehemaligen IDA-Mitglieder über die genauen Umstände angelogen und sie so in eine schwierige Lage gebracht, die den Moralkodex von Kaleb und Mezoke auf eine harte Probe stellt. Außerdem leidet das Verhältnis der Geschwister unter Kristinas Lügen. Sie beschließen, ihre Ware zu verkaufen und in Zukunft getrennte Wege zu gehen.

Unterdessen hat die Konföderation mit einer Invasion von Nevronomen zu kämpfen. Die lebenden Raumschiffe postierten sich an verschiedenen Planeten und es gab bereits mehrere Vorfälle, bei denen sie mit verheerenden Explosionen sich selbst und tausende Bewohner in den Tod gerissen haben. Auch das Raumschiff von Kaleb und Mazoke namens Angus ist ein Nevronom und wie es scheint, besitzt er wichtige Informationen für die Konföderation. Mezoke und Kaleb haben keine Wahl: Wenn sie Millionen von Leben retten wollen, müssen sie zurück zur IDA.

Bereits im letzten Band wurde die spannungsgeladene Beziehung zwischen Kaleb und seiner Schwester Kristina in den Mittelpunkt gerückt. Diese Beziehung erlebt hier noch mal einen Höhepunkt und wird zu einem (vorerst?) schlüssigen Ende gebracht. Desweiteren dürften viele Leser neugierig sein, wie sich die Beziehung zwischen Mezoke und Kaleb entwickelt. Die Macher Pellé und Runberg haben dafür eine sehr spezielle Szene entwickelt, in der die beiden auf äußerst unerwartete Art und Weise auf eine zwischenmenschliche Probe gestellt werden. Es bleibt aber nach wie vor interessant, noch wird nichts aufgelöst. Einen deutlichen Schritt nach vorne stellt die Geschichte der Nevronome dar, ihrer Vergangenheit und ihrer aktuellen Situation. Am Ende des Bandes gibt es eine sehr deutliche Ansage für das Geschehen, die uns Leser mit Spannung auf die Fortsetzung warten lässt.

Gerade im Vergleich zu den vorangegangenen Bänden entfällt jedoch leider eines, nämlich die Botschaft des friedlichen Miteinanders und der Toleranz. Ganz im Gegenteil gibt es einige recht ruppige und gewalttätige Szenen mit Spezies, die an mafiose Banden erinnern. Und in allem, was ihnen geschieht, machen Mezoke und Kaleb eher den Eindruck der Unselbstständigkeit. Sie verändern das Geschehen kaum durch ihre Aktionen und werden diesmal eher als Opfer der Umstände dargestellt, was sehr schade ist und ein wenig enttäuscht, wenn die bisherige Richtung des Comics im Auge behalten wird.

Ebenfalls nachgelassen hat die Qualität der Zeichnungen. Bereits im letzten Band waren Anzeichen eines Stilwechsels sichtbar, der in „Implosion“ deutliche Züge angenommen hat. Die Bilder wirken meist skizzenhaft und lassen die klaren Linien und satten Farben vermissen, die in den ersten Bänden so beeindruckend waren. Szenen, die für einen großen Detailreichtum wie geschaffen wären, sind in nebelhaftem Einerlei zu sehen. Das vermittelt insgesamt leider den Eindruck, als wäre mit großer Hektik gearbeitet worden. Für die nächsten Bände wäre wünschenswert, dass die Geschichte entweder schnell zu einem Ende gebracht wird oder sich die Qualität wieder deutlich steigert. Da sollten die Fans lieber lange Wartezeiten in Kauf nehmen, wenn die Alternative gleichbedeutend mit abnehmender Qualität ist.

Auf der Webseite vom Splitter Verlag gibt es eine mehrseitige Leseprobe.

Bine Endruteit



Hardcover | Erschienen: 1. Februar 2017 | ISBN: 9783868691122 | Originaltitel: Orbital 7: Implosion | Preis: 14,80 Euro | 48 Seiten | Sprache: Deutsch

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