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 Ranma 1/2, Band 1: Ranma 1/2 - Band 1

Serie: Ranma 1/2, Band 1
Autoren: Rumiko Takahashi
Übersetzer: Frank Neubauer
Verlag: Egmont Manga & Anime

Cover
Gesamt ++++-
Anspruch
Aufmachung
Gefühl
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung


Die Familie Tendo erwartet Besuch. Genma Saotome und sein Sohn Ranma, der vor langer Zeit einer der Tendo-Töchter zur Verlobung und späteren Heirat versprochen wurde, kommen aus China. Allerdings treffen stattdessen ein junges, rothaariges Mädchen und ein Riesenpanda ein. Die Erklärung von Vater und Sohn Saotome ist unglaublich:
In früheren Jahren reiste Ranma und Genma Saotome zehn Jahre lang durch China, um die kämpferischen Fähigkeiten von Ranma zu perfektionieren. Am Ende dieser Lehrzeit nahm Genma seinen Sohn zu einem Trainingsplatz mit dem Namen "Jusenkyo" mit. Doch die einzelnen Quellen dieses weitläufigen und verlassenen Gebietes sind verflucht. Niemand sonst wagt es mehr, dort zu kämpfen oder auch nur seinen Fuß in die Nähe der Quellen zu setzen. Genma und Ranma trainieren und kämpfen auf gefährlichen Bambusstangen, die sich zwischen und in den Quellen befinden. Als Ranma seinen Vater Genma in den "Shonmaoniichuan" (die "Quelle des ertrunkenen Pandas") befördert, steigt sein Vater als Panda wieder heraus. Sofort greift er Ranma an und stößt ihn in die Quelle "Nyannichuan" (die "Quelle des ertrunkenen Mädchens"). Ranma verwandelt sich in ein hübsches, rothaariges Mädchen. Jedes Mal, wenn Ranma und Genma mit kaltem Wasser in Berührung kommen, wechseln sie ihre Gestalt. Kommen sie mit heißem Wasser in Berührung, wird die Verwandlung rückgängig gemacht.
Nachdem sich herausstellt hat, das der Panda und das Mädchen in Wirklichkeit Ranma und Genma Saotome sind und Soun Tendo sein Entsetzen bekundet hat, wird kurzerhand vereinbart, das die sechszehnjährige Akane, seine jüngste Tochter, die Verlobte des gleichaltrigen Ranma wird. Diese ist allerdings nicht einverstanden, hasst sie doch Männer im allgemeinen und diesen Trottel, der sich auch noch dauernd in ein Mädchen verwandelt, ganz besonders.
Hinzu kommt, dass der Oberschüler Kuno, ein Kendo Spezialist, Akane verehrt und Ranma als Konkurrenten um deren Gunst verabscheut. Allerdings hat es ihm die weibliche Form Ranmas dafür um so mehr angetan und er überlegt sogar, für dieses wilde und wunderschöne rothaarige Mädchen Akane aufzugeben.

"Ranma ½" ist der Titel einer Manga Serie von Rumiko Takahashi. Im September 1987 tauchte "Ranma ½" das erste Mal in dem japanischen Magazin "Shounen Sunday" auf. Sie ist als 37bändige Manga-Serie bei Ehapa erschienen.
Der erste Band führt die wichtigsten Charaktere der Serie ein. Neben Ranma und seinem Vater Genma sind dies die drei Tendo-Töchter Akane, Kasumi und Nabiki und der Oberschüler Tatewaki Kuno.
Die Handlung wird in kleinere Episoden unterteilt, die jeweils ein bestimmtes Thema, meist einen Zweikampf behandeln. Die schwarz-weißen Zeichnungen sind einfach und schlicht gehalten. Die Serie lebt von den Action-Sequenzen, den lustigen und trockenen Dialogen und den aberwitzigen Situationen, die sich aus den Verwandlungen der Charaktere ergeben.
Die humorvolle Art, mit der Rumiko Takahashi ihre Charaktere behandelt, die aberwitzigen Slapstickeinlagen und die immer fantasievolleren Kämpfe der einzelnen Protagonisten sind sehr gelungen und führten dazu, dass die Serie zu einem sensationellen Erfolg für die Autorin wurde.
Wer den ersten Band zur Hand nimmt und sich ein wenig in die Geschichte vertieft, kann sich der Faszination dieses Mangas kaum entziehen. Vorausgesetzt ist allerdings ein gehöriges Maß an Bereitschaft, herkömmliche Erzählweisen und Handlungsabläufe ad acta zu legen und sich darauf einzulassen, was die Autorin für erzählenswert hält. Dies ist in hohem Maße Kampfkunst gepaart mit Albernheiten, amourösen Verwicklungen, derbem Humor und immer wieder ein Bruch mit Konventionen und Rollenbildern. Hervorstechendes Merkmal dieses Mangas ist es eben, dass sich ein Macho in ein höchst wohlgeformtes und von allen Männern begehrtes junges Mädchen verwandelt. Damit müssen er und der Leser klar kommen. Zudem wird dem Macho ausgerechnet von seiner Verlobten vermittelt, dass er ein Trottel und Versager ist. Alle die Eigenschaften, die er als Macho für wichtig hält, werden also aus zwei Richtungen negiert: aus Sicht der Frau, die er heiraten soll und aus Sicht aller anderen männlichen Charaktere, da er in seiner Rolle als Mädchen für sie viel interessanter ist. Diese komplizierte und für Ranma höchst unbefriedigende Ausgangsposition wird aufs Köstlichste variiert und ausgeleuchtet. Der Leser, ob Mann oder Frau, wird ob der Verhaltensweisen, die normal und angesagt zu sein scheinen, immer wieder auf die Schippe genommen und muss höchst amüsiert erkennen, dass er selbst das eigentliche Ziel des Spottes der Autorin geworden ist. Dies vermag Rumiko Takahashi aber so humorvoll und augenzwinkernd zu leisten, dass der Unterhaltungswert des Mangas dadurch erheblich ansteigt.
Kult zu bewerten ist schwierig. Diese Serie, die zu den besten und lustigsten japanischen Mangas gehört, entgeht in meinen Augen nur durch eine Tatsache grundsätzlich der Höchstwertung: Sie variiert eben immer wieder diese eine Grundkonstellation. Das zwar brillant und in unendlich komischen und absurden Varianten, aber dennoch eben ohne echte Innovation.

Stefan Erlemann



Softcover | Erschienen: 1. Juni 1999 | ISBN: 3898852075 | Originaltitel: Ranma 1/2 - Part 1-8 | Preis: 5 Euro | 192 Seiten | Sprache: deutsch

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