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 Der Funke des Chronos

Autoren: Thomas Finn
Verlag: Piper

Cover
Gesamt +++++
Anspruch
Aufmachung
Brutalität
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung


Zehn Jahre lang recherchierte der in Hamburg lebende Autor Thomas Finn für einen Roman über das Hamburg vor dem Großen Brand, bevor sich ihm endlich die Gelegenheit bot, dieses Buch - und damit einen lang gehegten Traum - zu verwirklichen. Herausgekommen ist dabei der Bestseller "Der Funke des Chronos", der Historienroman, Thriller und Science-Fiction miteinander verbindet und seinen Autor endgültig in die Riege der erfolgreichen deutschsprachigen Autoren katapultierte.

Dezember 2006.
Tobias, ein junger Student aus Hamburg, ist im Waisenhaus aufgewachsen. Auf die Fragen, wer seine Eltern waren und warum sie ihn ausgesetzt haben, kennt Tobias keine Antworten. Einziger Hinweis, dass einer seiner Verwandten oder zumindest jemand, der ihm näheres über seine Vergangenheit sagen könnte, noch am Leben ist, sind die geheimnisvollen Geschenke, die Tobias alljährlich zu Weihnachten anonym zugestellt bekommt. So auch dieses Jahr. Mit der Post erhält Tobias einen rätselhaften Stab - und eine Audiobotschaft! Die unbekannte Stimme bittet Tobias, zu einem Treffen zu kommen, um das Rätsel seiner Vergangenheit zu lüften, und nennt ihm eine Adresse. Zunächst ist Tobias unschlüssig, ob er der Aufforderung nachkommen soll, doch schließlich siegt seine Neugier. Doch was ihn im Uhrladen an der angegebenen Adresse erwartet, übertrifft Tobias? kühnsten Vorstellungen. Mit einer Zeitmaschine reist der Student in das Hamburg des Jahres 1842, das von einer Serie blutiger Morde erschüttert wird. Doch kann er hier mehr darüber erfahren, wer er wirklich ist? Tobias gerät ins Visier der Polizei und begegnet neben dem Dichter Heinrich Heine auch der hübschen Caroline. Doch plötzlich begreift er: In wenigen Tagen wird das Feuer ausbrechen, das in seiner Zeit als der "Große Brand" bekannt sein wird und das einen Großteil der Hamburger Innenstadt dahingerafft hat. Ein dramatisches Rennen gegen die Zeit beginnt ...

Mit "Der Funke des Chronos" legt Thomas Finn einen Roman vor, der sich in seinen historischen Aspekten sehr interessant gestaltet und gleichzeitig durch eine Verbindung mit Elementen des Thrillers und der Science-Fiction unglaublich spannend ist. Intensive Bilder lassen ein überaus glaubwürdig gezeichnetes Bild des Hamburgs von 1842 vor den Augen des Lesers plastisch werden, das eine wunderbare Grundatmosphäre für die darin eingebettete Handlung darstellt.

Das Geheimnis, das den Hauptcharakter von Beginn an umgibt, fesselt den Leser sofort. Im Verlauf der Romanhandlung wird dieses Gefühl nur noch weiter verstärkt, denn die Interaktionen mit den Figuren, die Tobias in der Vergangenheit trifft, werfen neue Fragen auf, Fragen danach, in welcher Beziehung der Student zu ebendiesen Personen steht. Diese Suche nach Tobias? Ich entwickelt der Autor durch die Verbindung mit einem weiteren Handlungsstrang, der ebenso gut einem Thriller hätte entspringen können, zu einem spannendem Plot, der den Leser voll in die Geschichte eintauchen lässt. Besonders die letzten 100 Seiten gestalten sich nochmals besonders rasant und spannend, denn hier beginnt der Showdown der Erzählung, der im Finale zu einer überraschenden und herausragenden Auflösung der Geschehnisse und Verhältnisse der Charaktere zueinander führt.

Um das in sein Herz geschlossene Hamburg noch authentischer darzustellen, entschloss sich Thomas Finn dazu, den plattdeutschen Dialekt auch beim geschriebenen Wort beizubehalten. Diese Form der Sprache wirkt auf den Nicht-Hanseaten zunächst sehr gewöhnungsbedürftig, schnell kommt man jedoch auch hier in den Lesefluss hinein. Dabei achtet der Autor jedoch darauf, dass Dialekt und hochdeutsche Dialoge in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen und ersterer nicht überhand nimmt.

In einem im Anschluss zur eigentlichen Handlung befindlichen Dramatis Personae sowie einem Nachwort veranschaulicht der Autor die historische Realität und setzt sie in einen Vergleich zu jenen Elementen, die lediglich seiner Fiktion entsprangen. Da Thomas Finn jedoch sorgfältige und wirklich lobenswerte Recherche betrieben hat, die er dann auch wunderbar in "Der Funke des Chronos" verarbeitet hat, musste er nur sehr wenige historische Begebenheiten leicht anpassen, damit sie besser in den Handlungsrahmen der Geschichte passten.

Fazit:
"Der Funke des Chronos", das als Hommage an Hamburg und H. G. Wells gesehen werden kann, bietet durch die Verbindung von historischem Roman, Thriller und Science-Fiction eine überaus spannende Lektüre, die in einem atemraubenden Showdown endet und deren Auflösung in keinster Weise vorhersehbar ist.

Valentino Dunkenberger



Hardcover | Erschienen: 01. Januar 2006 | ISBN: 3492701280 | Preis: 19,90 Euro | 415 Seiten | Sprache: Deutsch

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