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 Kalle Blomquist Meisterdetektiv


Cover
Gesamt ++++-
Anspruch
Aufmachung
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung


Kalle Blomquist langweilt sich. Er ist ein Meisterdetektiv. Doch niemand in Kleinköping begeht irgendein Verbrechen. So macht er, was er immer macht. Er geht zum Nachbarhaus und ruft nach Eva-Lotta. Er und Anders wollen nämlich Eva-Lotta heiraten, nur wer von beiden, das muss noch geklärt werden.
Doch wenige Tage später passiert doch etwas, das sich in den Augen von Kalle lohnt. Ein Fremder steht vor den drei Freunden und gibt sich als Onkel Einar zu erkennen, Eva-Lottas Onkel. Und der benimmt sich höchst seltsam. Er hat einen Dietrich in der Tasche, ärgert Eva-Lottas Katze, indem er ihr eine Dose an den Schwanz bindet und ist manchmal alles andere als freundlich. Sehr verdächtig. Kalle beschließt, einen Fingerabdruck von Onkel Einar zu nehmen. Das macht ein guter Detektiv so. Also stellt er seinen Wecker auf zwei Uhr nachts und schleicht über die Feuerleiter zur Dachwohnung in der Onkel Einar untergekommen ist.
Leider stolpert Kalle nachdem er den Fingerabdruck genommen hat über einen Blumentopf und plötzlich steht Onkel Einar mitten im Zimmer, hat einen Revolver in der Hand und sagt mit eiskalter Stimme: "Wer da?"
Onkel Einar muss ein Verbrecher sein, das ist Kalle glasklar. Aber niemand glaubt ihm oder will ihm zuhören - auch Wachtmeister Björk, der eigentlich ein toller Kerl ist, rät ihm nur, aufzupassen. Kalle aber hat Riesenglück. Er steht an der Rezeption des Hotels, als zwei Unbekannte den Portier nach Einar Brane oder Einar Lindeberg fragen. Das ist Onkel Einar, ganz klar. Kalle ist sich sicher: die beiden Männer sind Ganoven und suchen Einar. Kalle muss nur noch aufpassen, wann die drei Männer ein Verbrechen begehen und sie dann verhaften.

1946, vor nunmehr sechzig Jahren, schrieb Astrid Lindgren einen der Klassiker der Jugendliteratur. Generationen von Kindern haben seitdem mit Kalle Blomquist mitgefiebert und ermittelt. Immer noch ist dieses Buch gefragt und dank der "Jungen Bibliothek" der Süddeutschen Zeitung für nicht mal fünf Euro zu kaufen.
Keine Frage, da muss man zugreifen. Dieses zeitlose Abenteuer besticht durch seine klare, verständliche Sprache, seine einfache Handlung und den wundervoll gelungenen Spannungsaufbau.
Die Grundkonstellation ist so einfach wie sinnvoll. Drei Kinder stehen einem skrupellosen Verbrecher und seinen Partnern gegenüber. Die klassische "David gegen Goliath Handlung". Gewürzt wird sie mit dem köstlichen Humor Astrid Lindgrens und einer höchst witzigen Rahmenhandlung, in der die Kinder ihren Vergnügungen nachgehen. Diese Rahmenhandlung ist es, die den Kriminalfall auch heute noch weit aus den Unmengen Kinder und Jugendbüchern herausragen lässt. Die unkonventionelle, unverkrampfte Art, mit der die Autorin die dreizehnjährigen Hauptdarsteller charakterisiert und ihre Handlungen beschreibt, gefällt auch "modernen" Lesern auf Anhieb. Für Leser ab zehn Jahren ist dieses Buch unbedingt zu empfehlen. Kaum ein Buch, das in den letzten 60 Jahren in den Pool der Jugendliteratur einfloss, ist so locker, lustig und spannend geschrieben wie "Kalle Blomquist".
Einzig die Kürze des Buches entlockt den jungen Lesern ein bedauerndes Stirnrunzeln. Gar zu schnell ist die Geschichte vorüber und gelesen. Auch eher in städtischer Umgebung aufgewachsene Kinder haben teils Probleme mit der sehr ländlichen, betulichen Atmosphäre dieses Buches. Doch ist dies kaum ein Mangel, eher ein weiterer Grund, dieses Buch zu lesen.

Fazit: Dieses Buch verdient den Namen "Klassiker der Jugendliteratur" wirklich. Er gehört in jede private Bibliothek und bei dem aktuell einmalig günstigen Preis für ein gebundenes, sehr schön aufgemachtes Buch, gibt es keinen Grund, es nicht zu kaufen.

Stefan Erlemann



Hardcover | Erschienen: 01. September 2005 | ISBN: 3866151039 | Originaltitel: Mästerdetektiven Blomkvist | Preis: 4,90 Euro | 140 Seiten | Sprache: deutsch

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