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 Detektiv Conan, Band 41: Detektiv Conan Band 41


Cover
Gesamt ++---
Anspruch
Aufmachung
Brutalität
Gefühl
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung


Die zweite Frau eines reichen, skrupellosen Industriellen zahlt Kogoro Mori die ungeheure Summe von zehn Millionen Yen, wenn er herausfindet, wer ihren Mann bedroht. Doch Kogoro feiert diesen Auftrag mit so viel Alkohol, dass er für Tage ausfällt. Seine Tochter Ran bittet ihre Mutter Eri Kisaki, von der Kogoro getrennt lebt, um Hilfe. Kaum sind sie in der Villa des Industriellen eingetroffen, steht Shinichis Mutter Yukiko vor der Tür. Die alte Freundin und Rivalin Eris ist ebenfalls angerufen worden, um zu ermitteln. Beide Frauen, Conan und Ran sind kaum dazu gekommen, die Räume zu begutachten, als der Bedrohte erschossen wird. Doch auf den Überwachungskameras ist niemand zu sehen und jeder einzelne Hausbewohner scheint ein Alibi zu haben.

Yukiko lädt die Kinder zu einer Filmpremiere ein. Da sich die Aufführung verspätet, nimmt sie einer der Angestellten mit zu sich nach Hause, wo sich die Kinder ein paar Stunden hinlegen. Doch plötzlich reißt ein Schrei alle aus ihrem Schlaf. Der Wohnungseigentümer liegt tot auf dem Sofa, niemand aber konnte offensichtlich in der völlig chaotischen Wohnung zur Tür gelangen, ohne ein Geräusch zu machen. Wer aber hat den Mann dann getötet?

Ai ist krank. Conan und Professor Agasa fahren sie zu einem Arzt. In der Tiefgarage parken sie gegenüber von vier Porsches. Drei der Fahrer steigen aus, ein vierter bleibt betrunken im Wagen sitzen. Als Conan wiederkommt, sitzt der vierte Mann ermordet in dem Wagen. Wie aber konnte der Täter ihn erwürgen? Die Überwachungskameras zeigen keine verdächtige Bewegung.

Drei Mordfälle, drei Enttäuschungen. Sind es im ersten Fall ein mehr als fragwürdiges Motiv und eine sinnlose Tat, die entsetzen, fällt im zweiten Fall der Tathergang aus dem Rahmen. Der Einfall, der diesem Mord zu Grunde liegt, ist so absurd, die Ausführung so dilettantisch und unsinnig, dass der Fan des kleinen Detektivs Conan entsetzt die Augen abwendet. Wären nicht die glänzenden Zeichnungen und die dramaturgisch perfekt in Szene gesetzten Personen, der Kriminalfall gehörte in den Papierkorb.
Auch im dritten Fall ist der Mordplan lächerlich. Wer solch einen Mord an diesem Tatort vor Überwachungskameras und Zeugen verübt, muss wirklich bestraft werden. Nicht wegen des Mordes, sondern wegen erwiesener Dummheit. Leider hat der Autor die drei Kriminalfälle als intellektuelle Spielereien konzipiert, sein ansonsten beeindruckender Realitätssinn, seine exakte Begründung der Motive und die Seelenlage der Täter sind hier eindimensional, uninteressant oder überzogen dargestellt.
Wäre nicht der köstliche Humor, der der ersten Geschichte sehr geschickt zu einer gewissen Wirkung verhilft, die wundervolle Rivalität der beiden Ermittlerinnen und ihr Verhalten gegenüber dem notorisch sich als Macho gebärdenden Kogoro Mori, der Band wäre ein einziges Desaster.
Auch im dritten Fall führt die immanente Bedrohung durch die "Schwarzen Männer", Verbrecher, die Conan und Ai seit ihrem Erscheinen mit dem Tode bedrohen, zu einer gewissen Spannung, einem interessanten Hintergrund. Leider verdeckt der Mordfall diese teils genialen Einfälle Aoyamas und lässt sie nur wenig zur Geltung kommen.
Der angerissene vierte Fall wird im nächsten Band fortgesetzt und entzieht sich aufgrund seiner rudimentären Ausarbeitung der Bewertung.

Fazit: Leider ist der einundvierzigste Band der Endlos-Serie "Detektiv Conan" eines der schwächeren Beispiele der Zeichen- und Erzählkunst Aoyamas. Zwar sind einige Elemente höchst interessant und wichtig für die fortlaufende, in jedem Band weiter erzählte Geschichte der Hauptpersonen, aber außer den Fans, die jeden Band erwerben und lesen "müssen", findet sich wenig Beachtenswertes in diesem Manga.
Einzig wer dem Verhältnis von Ai und Conan und ihrem Kampf gegen die "Organisation" in jeder Einzelheit folgen will, muss diesen Band lesen.

Stefan Erlemann



Softcover | Erschienen: 01. Dezember 2005 | ISBN: 3770462971 | Originaltitel: Meitantei Conan, Vol. 41 | Preis: 5 Euro | 192 Seiten | Sprache: deutsch

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