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 Gildenbrief, Band 53: Gildenbrief 53

Serie: Gildenbrief, Band 53
System: Midgard
Herausgeber: Hans-Joachim Maier
Verlag: Verlag für F&SF-Spiele

Cover
Gesamt ++++-
Anspruch
Die vorliegende 53. Ausgabe des Gildenbriefs umfasst 68 Seiten. Der erste Beitrag ist ein Schreiben, das vom Spielleiter als Aufhänger für ein Abenteuer verwendet werden kann. Die Autoren Dirk Richter und Fabian Wagner schlagen vor, es als Auftakt für ein Intermezzo in den Küstenstaaten einzusetzen.

Der nächste Artikel stammt ebenfalls von Dirk Richter und ist eine Beschreibung des Fürstentum Vigales, das den südlichsten Zipfel des Herzogtums Bivarra bildet und in den Küstenstaaten liegt. Die Informationen sind nicht sonderlich umfassend. In Anbetracht der Tatsache, dass es bisher keinen Regionalband für die Küstenstaaten gibt, ist dies trotzdem eine Bereicherung. Als Ergänzung gibt es sogar eine kleine, schwarz-weiße Karte von Vigales.

Der dritte Artikel stammt wieder von Dirk Richter und Fabian Wagner und ist erneut ein Schriftstück aus den Küstenstaaten. Auch dieses kann wieder als ein Anreiz für ein Abenteuer verwendet werden. Leider ist der Druck des Briefes nicht sonderlich gut, so dass man Mühe hat, ihn zu entziffern. Unter www.midgard-online.de kann man sich die fehlerhaft gedruckten Seiten als PDF herunterladen.

Der vierte Artikel stammt vom Dirk Richter und Lars Böttcher und handelt von der Stadt Orsamanca, welche in Tevarra liegt, also ebenfalls in den Küstenstaaten. Die Beschreibung der Stadt ist kurz und gibt Allgemeines wieder. Dafür gibt es eine sehr grobe DIN-A4-Karte der Stadt, wieder in schwarz-weiß. Da der Artikel auch "Erste Schritte in Orsamanca" heißt, ist dies vollkommen ausreichend und natürlich eine weitere Ergänzung des umfassenden Materials zu den Küstenstaaten, das in dieser Ausgabe zu finden ist. Immerhin wird ein grober Rahmen für die Stadt gesteckt, der jedem Spielleiter genügend Freiraum für die eigene Kreativität lässt und ihn gleichzeitig mit Grundwissen versorgt. Eine gute Mischung.

Ab Seite 16 geht es zu einem Abenteuer. Leider ist es nur der erste Teil des Abenteuers, der zweite soll in der nächsten Ausgabe des Gildenbriefs folgen. Das Abenteuer spielt in Waeland und richtet sich an Spielfiguren der Grade 5 bis 8. Es hat den vielversprechenden Titel "Durch Eis und Schnee" und bietet somit einen schönen Kontrast zu den wärmeren Küstenstaaten. Mario Kowalski hat ein sehr schönes Reiseabenteuer geschrieben, das im waelischen Winter spielt. Das Abenteuer alleine rechtfertigt schon den Kauf dieser Ausgabe. Für das Abenteuer gibt es einige Bilder und Karten sowie die waelische Runenschrift für ein nettes Handout. Außerdem folgen Informationen zum Reisen im waelischen Winter und ein paar Nichtspielercharaktere, die nach Bedarf die Gruppe unterstützen können. Die Idee für das Abenteuer ist sehr schön, zumal es eines der wenigen Abenteuer in dieser Region ist.

Die Rubrik "Merkwürdig Magisches" ist natürlich auch vorhanden und stellt wieder einige Artefakte vor. Der Schwerpunkt liegt auf Artefakten rund ums Reiten. Dies mag etwas speziell sein, aber ist doch mal etwas Anderes und sorgt damit für Abwechslung.

Als zweite Standardrubrik findet sich "Rang und Namen". Vorgestellt wird diesmal Artemidoros Pezikopoulos von Frédéric Garnier. Artemidoros Pezikopoulos ist ein Alchimist aus Chryseia, hinter dem mehr steckt als die meisten vermuten. Die Beschreibung umfasst zwei Seiten, unter anderem ein Bild und seine Spielwerte. Somit ist alles vorhanden, um auch diese Figur in ein Abenteuer einbauen zu können. Zusätzlich wird das Anwesen des Parfümhändlers Dion Senodidenes aus Chryseia mit einigen Abenteuerideen sehr ausführlich beschrieben. Das Hintergrundwissen dürfte für alle Leser interessant sein, die Abenteuerideen sollten ebenso wie die vorhin angesprochenen Briefe jedoch nur vom Spielleiter gelesen werden.

Von Bethina und Hans Joachim Maier, letzterer ist der Chefredakteur dieser Ausgabe, stammt der Beitrag in der Rubrik "Sangeskunst". Sie haben ein Lied nach albischer Manier umgedichtet, so dass auch hier wieder ein schönes Element ins Spiel eingebracht werden kann. Dieses Lied lässt sich dann auch gleich mit dem nächsten Artikel verbinden, der den Titel trägt "Die Eogansfarye zu Deorstead" und ebenfalls von Bethina Maier stammt. In diesem Artikel wird ein albischer Jahrmarkt sehr ausführlich besprochen. Neben Schaustellern, Musikanten und Händlern werden der Ablauf des Marktes, Hinweise über Handwerker, Diebe und den Arm des Gesetzes vorgestellt. Somit hat man alles, was man für ein kurzes Intermezzo auf dem Jahrmarkt benötigt, inklusive schön beschriebener Charaktere.

Ein weiterer Artikel über Alba mit dem Titel "Der letzte Zeuge" geht auf die Sitten und Gebräuche des Landes ein. Es gibt ebenso einen vierten Artikel zu diesem Land, in dem das Gasthaus "Ruaris Einkehr" beschrieben wird. Das Gasthaus ist durchschnittlich und kann überall in Alba stehen. Somit hat man also eine Möglichkeit das stereotypische Gasthaus im Abenteuer einmal durch ein anderes, spezielleres zu ersetzen, welches sogar noch ein kleines Geheimnis hat. Als Ergänzung gibt es sogar eine A4-Karte des Gasthauses sowie Ideen, wie man dieses im Abenteuer einbringen könnte.

Eine schöne Ergänzung zum letzten Gildenbrief bildet ein Artikel über tegarische Fertigkeiten. Auf vier Seiten beschreibt Arne Steinforth ausführlich vier Fertigkeiten: Satteltanz, Tegarenschuss, Säbeltanz und Tegarischer Ringkampf. Die Fertigkeiten eignen sich als schöner Hintergrund für einen tegarischen Charakter, ansonsten werden sie aber wohl nie zum Tragen kommen, da sie doch etwas speziell sind und nur in der Tegarischen Steppe erlernt werden können. Bei MIDGARD ist es mittlerweile Brauch, dass Regionalbände mit regionalen Fertigkeiten ergänzt werden, wodurch dieser Artikel gut ins Spielkonzept passt. Um aber diese Fertigkeit sinnvoll einsetzen zu können, empfiehlt es sich die Gildenbriefe, in denen die Tegaren näher beschrieben sind, auch zu kaufen. Ansonsten hat man zwar landestypische Fertigkeiten, aber keine Informationen zum Land.

Insgesamt gibt es bei dieser Ausgabe für Spielleiter viele gute Gründe, sich diese zu kaufen, für reine Spieler allerdings weniger. Ein Interesse an Alba und den Küstenstaaten sollte vorhanden sein, da der Schwerpunkt darauf liegt. Empfehlenswert ist auf jedem Fall das Abenteuer, wobei es sinnvoll ist, das Waeland-Quellenbuch zu besitzen.

Erfreulicherweise gibt es insgesamt nur drei Seiten Werbung im Gildenbrief. Beim Druck gab es dagegen ein paar Unstimmigkeiten, so dass man sich zusätzlich ein PDF herunterladen muss. Aber das ist auch halb so wild.
Die Ausgabe ist gut gelungen und informativ. Besonders die Verwertbarkeit für Spielleiter ist sehr schön. Allerdings sollten die Herausgeber etwas mehr auf die Vielfalt der Themen achten, da nicht jeder Spieler oder Spielleiter Alba und die Küstenstaaten mag und diese einen großen Teil der Ausgabe einnehmen.

Jens Fleischhauer



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