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 Das Drachenbuch


Cover
Gesamt +++++
Anspruch
Aufmachung
Preis - Leistungs - Verhältnis
Bei dieser gebundenen Ausgabe handelt es sich um eine Neuauflage des gleichnamigen Buches von 2002. Ob Änderungen vorgenommen wurden, ist leider nicht erwähnt. Nachdem die Autoren im Jahre 2003 das Das Buch der Elfen und Feen herausgaben und 2004 Das Zwergenbuch, nun also die Neuauflage von Das Drachenbuch. Und das ist gut so.

Das Buch ist sauber layoutet, beinhaltet einige Illustrationen und in der Mitte des Bandes eine Sammlung von mehreren (teilweise bekannten) Bildern zum Thema Drache, darunter auch die Zeichnung eines Kindes. Die Schrift ist lesefreundlich, der Einband ist stabil und das Titelbild zeigt einen goldenen Drachen und wirkt edel.

Natürlich kann so ein Buch nicht "vollständig" sein, das würde den Rahmen des Buches sprengen und auch langweilig sein, würden alle Städte mit dem Namensbestandteil "Drachen", alle lokalen Sagen und alle Märchen usw. aufgezählt. Hier geht es nicht um Vollständigkeit, sondern um einen gelungenen Überblick über das Thema. Die Autoren beleuchten die wichtigsten Erklärungen zu Drachen (Dinosaurier, Dinosaurierfossilien, Schlangen, Krokodile etc.) und sagen, welche sie für sinnvoll erachten und welche nicht. Sie behaupten nie, die einzig wahre Sicht der Dinge zu haben.

Diverse Märchen und Sagen aus aller Welt werden (meist zusammengefasst) vorgestellt und ihre Bedeutung für den Drachenmythos beleuchtet. Die Frage, was überhaupt ein Drache ist, wird gut geklärt. Die Unterschiede zwischen westlichen und östlichen Drachen werden ebenso erläutert, wie auch darauf hingewiesen wird, dass die Zuschreibungen im Osten wie im Westen nicht so klar sind, wie meistens vermutet wird.

Die Autoren gehen trotz des wissenschaftlichen Ansatzes mit einer gehörigen Portion Humor an das Thema heran. Die benutzte Sprache ist sehr gut verständlich. Vorbildung zum Thema ist nicht notwendig, mag aber zum Einordnen der abgedruckten Informationen praktisch sein.

Das Buch behandelt wirklich so ziemlich jede Fragestellung zum Thema, jeder Hintergrund ist abgedeckt. Ursprung der Drachenmythen; Was sind überhaupt Drachen; Drachen-Eigenschaften, Geschichten/Märchen/Sagen; Drachen in der Fantasy; Drachen in der Kinderliteratur; Drachen gestern und heute und mehr.

Interessant und genau so schwer wie bei Elfen und Zwergen ist dabei die Begriffsdefinition des Drachen. Es ist erstaunlich, welche Bandbreite es gibt und welche Tiere als Drachen bezeichnet wurden. Mal ähneln sie eher Schlangen, dann Echsen, mal Chimären und heutzutage eher Dinosauriern. Und meistens wurde zwischen den Fabeltieren und realen Tieren unterschieden, die angeblichen Vorbilder waren oft genug zeitgleich bekannt. Warum also die Unterscheidung früher? Gab es "damals" wirklich noch Drachen?

Eine interessante Wandlung gibt es auch dabei, wer Drachen tötet. Waren es vormals meist Zauberkundige oder Verbrecher, wobei letztere "gerechterweise" beim Töten des Drachens auch ihr Leben verloren, so schritten später durch das Christentum geprägt dann Heilige und Jungfrauen zur Tat. Sehr informativ und nachvollziehbar wird dieses Thema beleuchtet.
Das Ende des Buches handelt dann von den Sichtweisen zu Drachen "früher" und "heute". Zwischen Tiamat, Fafnir und Smaug liegen viele Jahre, erstaunlicherweise sind die Unterschiede in der Sichtweise der Menschen zu Drachen in diesem Zeitraum weniger stark einer Wandlung unterlegen wie zwischen Tolkien und heute. Eventuell nicht für alle Leser interessant, aber trotzdem informativ werden die Unterschiede aufgezeigt und dann die aktuelle Situation beschrieben, zum Beispiel an Hand von Kindergeschichten und Internetmärchen, ein Beispiel für den "modernen", also "guten", Drachen ist Tabaluga. Wie ich finde, der schwächere Teil des Buches.

Fazit:
Wie gehabt legen die Autoren ein informatives und gut lesbares Buch vor. Kennern der Materie mag es zu wenig Neues geben im historischen Teil, mancher betrauert eventuell, dass genau seine Stadt und die lokale Sage vor Ort nicht genannt werden und esoterisch beeinflusste Leser vermissen eventuell etwas. Aber die Schreiber gehen die Sache nun einmal wissenschaftlich an, obwohl sie sehr wohl auf Totemtiere und ähnliches eingehen. Aber das Buch ist kein esoterisches Buch, es wird auch nicht einfach gesagt, Drachen sind das oder das, wie manche Bücher aus dem diesem Bereich es tun. Löblich, dass auch Drachenzeichnungen und Drachengeschichten von Kindern abgedruckt und verewigt wurden.

Ein lohnenswertes Buch, das gekauft und gelesen werden sollte von allen, die an Drachen interessiert sind. Das es nun im edleren und vor allem stabileren Hardcover daher kommt, ist verdient und passend. Für Drachenfans eine Kaufempfehlung.

Bernd Wachsmann



Hardcover | Erschienen: 1. März 2005 | ISBN: 3865390234 | Preis: 9,95 Euro | 240 Seiten | Sprache: Deutsch

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