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 Die Flandern-Saga, Band 1: Beginenfeuer

Serie: Die Flandern-Saga, Band 1
Autoren: Marie Cristen
Verlag: Knaur

Cover
Gesamt +++--
Anspruch
Aufmachung
Gefühl
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung


In ihrem historischen Roman "Beginenfeuer" erzählt Autorin Marie Cristen von dem schwierigen Leben der Beginen zu Beginn des vierzehnten Jahrhunderts anhand der jungen Begine Ysée, die ein aufregendes Schicksal meistern muss.

In Flandern sind die Beginen nicht hoch geschätzt; die tugendhaften und keuschen Frauen leben unter sich, lassen sich nicht von Männern kommandieren, sondern lenken ihr Leben selbst und verdienen gut an ihrer fleißigen Arbeit. Das ist den Männern Brügges ein Dorn im Auge, vor allem den Tuchhändlern, da diese ihren eigenen Verdienst durch die Beginen bedroht sehen.
Ysée lebt gemeinsam mit ihrer Ziehmutter im Beginenhof Brügges. Das Schicksal meinte es nicht gut mit ihr und trieb sie dorthin, nachdem ihre Eltern unter unglückseligen Umständen ums Leben kamen. Nun ist aus dem Mädchen eine schöne junge Frau geworden, die wissbegierig die Lehren der Beginen in sich aufnimmt. Aber sie ist auch rebellisch und für ein Leben als Begine nicht geschaffen, denn die Schatten aus der Vergangenheit sind noch nah - zu nah.
Und sie drohen, Ysée zu erreichen, als drei Männer ihren Weg kreuzen: Piet Cornelis, einer der Handelsherren in Brügge, der ein Auge auf die junge Frau geworfen hat; der von der Kirche ausgesandte Bruder Simon, der vom Papst selbst dazu berufen wurde, die Umtriebe der nicht der Kirche unterstehenden frommen Beginen zu untersuchen; und Mathieu, Simons Bruder, der im Auftrag des Königs nach Brügge kommt. Die Vergangenheit dieser drei Männer ist erschreckend eng mit Ysées Schicksal verknüpft ...

In "Beginenfeuer" vermengt Marie Cristen verschiedene Elemente. Zum einen bietet sie die romantische Liebesgeschichte einer jungen, noch unerfahrenen Frau zu einer Zeit, in der Frauen es alles andere als leicht hatten, ihren Weg zu gehen. Zum anderen finden sich die historischen Begebenheiten des vierzehnten Jahrhunderts angerissen, so dass den Leser neben dem eigentlichen Geschehen etwas Geschichtsunterricht erwartet.
Leider ist der Einstieg in die Geschichte der jungen Yvée kein leichter; recht früh wird der Leser mit zahlreichen Namen und Ereignissen der Vergangenheit konfrontiert, von denen man zunächst noch nicht weiß, ob sie denn nur der Atmosphäre dienlich sein sollen oder aber später von Bedeutung sind. Unglaubwürdig ist die Zahl der Zufälle, die alle Charaktere zur selben Zeit in Brügge zusammenfinden lassen, und die Tatsache, dass die Lebenswege aller dieser Charaktere miteinander zu tun haben. Hier wäre etwas weniger mehr gewesen.
Hat man sich aber erst einmal in Handlung, Charaktere und Aufträge derselben eingefunden, bietet Cristen kurzweilige Unterhaltung in mittelalterlichem Gewand.
Ein weiterer Kritikpunkt ist die Konzeption der Protagonistin: Ysée als Zentrum des Geschehens macht es dem Leser nicht leicht, sich auf sie einzulassen. Der Charakter der jungen Frau erscheint unausgegoren und unschlüssig; mal zeigt sie sich naiv und leichtgläubig, dann wiederum stur und stolz, dabei aber stets wunderschön und edel. Die Kombination trägt wenig zur Sympathie bei, sondern lässt eher eine skeptische Distanz entstehen.

"Beginenfeuer" wird vor allem dem weiblichen Publikum angenehme Lesestunden bereiten; Romantik, historische Elemente und ein wenig Abenteuer vermengen sich zu einer anspruchslosen, netten Lektüre. Wer dieser Melange etwas abgewinnen kann, macht mit Cristens Roman nichts verkehrt.

Tina Klinkner



Taschenbuch | Erschienen: 1. Februar 2007 | ISBN: 9783426634691 | Preis: 8,95 Euro | 512 Seiten | Sprache: Deutsch

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