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 Das Gulasch-Kochbuch


Cover
Gesamt ++++-
Aufmachung
Preis - Leistungs - Verhältnis


Trotz seines Namens handelt es sich bei diesem 79 Seiten umfassenden Hardcover-Büchlein nicht um ein Kochbuch im eigentlichen Sinne. Schon im Vorwort des Autors erfährt man allerdings, dass darin auch nicht seine Intention lag, sondern vielmehr darin, einen Leitfaden rund um das Gulasch zu schreiben.

Allein 45 Gulasche aus Österreich stellt der Autor vor, dann folgen 22 Ungarische Ur-Gulasche, vierzehn Rezepte zum Gulasch-Streifzug durch Europa und abschließend fünf Rezepte zum Thema Das Gulasch und die weite Welt.
Die Zutaten sind bei allen Rezepten nebeneinander statt untereinander aufgelistet, teilweise findet sich keine Zubereitungsangabe, sondern ein Verweis auf ein anderes Rezept mit dem Hinweis, was bei diesem Gulasch jetzt anders zu machen ist. Das erklärt auch, warum bei einem kleinformatigen Buch mit relativ wenigen Seiten derart viele Rezepte Eingang fanden.
Zu vielen Rezepten und an allen Stellen, wo dies dem Autor als nötig erschien, werden Begriffe erklärt, so dass man neben einer Vielzahl von Bezeichnungen von Gulaschen auch gleich lernt, woher dieser Name stammt oder was er bedeutet.
An vielen Stellen sind zudem typische oder zwingend erforderliche Beilagen angegeben, aber auch Tipps.

Das Buch wurde sehr liebevoll gestaltet. Die Seiten sind getönt, um einen vergilbten Eindruck zu erwecken, einige Schwarz-Weiß-Abbildungen von Deckblättern alter Kochbücher etwa lockern das Büchlein auf, alle Überschriften sind zudem rot hervor gehoben; übrigens die einzige Farbe, die Einzug in das Buch hielt.
Das in Österreich gedruckte Buch nutzt (natürlich) durchweg die alte Rechtschreibung, scheint jedoch gänzlich fehlerfrei zu sein. Etwas schwierig ist die Verwendung vieler regionaler Begriffe wie etwa Wangerl, Schwammerl oder Erdäpfel, aber wenn man diese Begriffe nicht kennt oder ihre Bedeutung nicht von allein erraten kann, dann ist ein alternativer Begriff auch schon zugeordnet worden oder es erfolgt eine kurze Erklärung des Autors für Unwissende.

Beim Durchblättern enttäuscht dieses Buch zunächst, ist es zwar schön gestaltet, erwartet man aber von einem Kochbuch eine etwas andere Auflistung von Zutaten und Arbeitsschritten sowie Nährwertangaben.
Das Vorwort stimmt jedoch bereits versöhnlich (obwohl der Titel dann auch anders hätte gewählt werden sollen), und wenn man erst einmal richtig zu lesen angefangen hat, dann wird man das Buch auch nicht mehr aus der Hand legen.
Es ist unverkennbar, dass dieses Büchlein mit sehr viel Liebe von einem leidenschaftlichen Sammler und Kenner von Gulaschen geschrieben wurde. Es bietet nicht nur eine für die Seitenzahl stattliche Anzahl an Rezepten, sondern auch viele Randinformationen zu unterschiedlichen Gewürzen, Fleischbestandteilen und -arten sowie auch diverse Exkurse zur Entwicklung des Gulaschs in unterschiedlichen Regionen und Ländern.

Der Autor stellt auch nicht den Anspruch, objektiv alles wiederzugeben. Zwar ordnet er Variationen mit deutlich erkennbarer großer Kenntnis zum Thema einzelnen Rezepten zu, äußert sich aber durchaus auch persönlich zu einzelnen Zutaten und bezeichnet sie an manchen Stellen als kulinarischen Irrtum, Geheimtipp oder ähnliches. Dies sorgt jedoch nur dafür, dass einem das Buch noch viel mehr ans Herz wächst und man sich als Leser persönlich angesprochen fühlt.
Schade ist, dass der Autor zwar erwähnt, persönlich bereits mehr als 600 Gulaschrezepte gesammelt zu haben, in seinem Buch jedoch nur eine damit verglichen verhältnismäßig kleine Auswahl weiter gibt.

Fazit:
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Ein zunächst gewöhnungsbedürftiges Buch, da der Titel nicht ganz konform mit dem Ansatz des Autors ist. Für Hobbyköche und andere Interessierte ein wirklich empfehlenswertes Buch mit liebevoller Gestaltung und ebensolchem Schreibstil, das neben reinen Rezepten auch viele Randinformationen zu Gulaschen enthält.

Tanja Elskamp



Hardcover | Erschienen: 01. September 2002 | ISBN: 3853651879 | Preis: 9,95 Euro | 79 Seiten | Sprache: Deutsch

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