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 Le Petit Prince


Cover
Gesamt +++--
Anspruch
Aufmachung
Brutalität
Gefühl
Preis - Leistungs - Verhältnis
Ton


"Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar." Oder, wie es im Original heiÃčt: "On ne voit bien quÂĺavec le cÂťur. LÂĺessentiel est invisible pour les yeux." So schrieb es der französische Pilot und Schriftsteller Antoine de Saint-Exupéry in seiner kurzen Geschichte "Le Petit Prince", die seit ihrem Erscheinen im Jahr 1943 Jung und Alt verzaubert.

Alles fängt damit an, dass der namenlose Erzähler der Geschichte - der einige autobiographische Merkmale aufweist - mit seinem Flugzeug eine Notlandung in der Wüste machen muss. Mit Wasser, das ihm höchstens für acht Tage reichen wird, macht sich der Pilot voller Unmut an die Reparatur seines Flugzeugs. Er staunt nicht schlecht, als er eines Morgens plötzlich von einer zarten Stimme aus dem Schlaf geschreckt wird: Vor ihm steht ein kleiner Junge, der keine Spur verängstigt wirkt, obwohl er so weit ab jeder Zivilisation ist. Der Erzähler erfährt erst nicht viel über das kleine Kerlchen, doch bald begreift er, dass dieser Junge von einem anderen Planet kommen muss. So macht der Erzähler die Bekanntschaft des kleinen Prinzen. Nach und nach kann er seinem neuen Freund Details über dessen Herkunft entlocken und erfährt von seinem kleinen Planeten, seiner einzigartigen Blume, seinen drei Vulkanen und seiner Reise zu den Planeten eines Königs, eines Eitlen, eines Säufers, eines Laternenanzünders, eines Geschäftsmannes und eines Forschers, bis er schlieÃčlich auf den Planeten Erde gelangte. Doch hier ist der kleine Prinz sehr einsam und es zieht ihn zurück in seine Heimat. So entschlieÃčt er sich schlieÃčlich, Abschied zu nehmen ...

"Le Petit Prince" ist eine wundervolle und rührende Geschichte voller philosophischer Gedanken und mit einer überaus liebenswerten Hauptfigur, sodass es nicht verwundert, dass diese Erzählung auch mehr als sechzig Jahre nach ihrer Erstveröffentlichung noch immer aktuell ist und die Herzen ihrer Leser und Hörer bewegt. Antoine de Saint-Exupérys "Le Petit Prince" ist so dicht, dass man auch nach mehrmaligem Lesen oder Hören noch neue Aspekte an der Geschichte entdecken kann, die einem zuvor gar nicht aufgefallen sind.
Das vorliegende Hörbuch ist eine Produktion des französischen Verlages Gallimard Jeunesse aus dem Jahr 2006 und wurde vom Hörverlag als erster Titel seiner "Ãëdition Française" veröffentlicht. "ÃÇ partir de six ans", ab sechs Jahren also, soll diese Hörbuchfassung laut Verlagsangabe sein - doch drängt sich der Verdacht auf, dass der Hörverlag hier schlichtweg die Angaben des Originalverlags übernommen hat, denn für einen französischen Muttersprachler ist "Le Petit Prince" sicherlich auch schon in jungen Jahren ein angenehmes Hörvergnügen. Für den deutschen Hörer jedoch ist die vorliegende Produktion eine überaus anstrengende Angelegenheit, die hohe Konzentration erfordert, denn Bernard Giraudeau, der Sprecher des Hörbuchs, liest so schnell, dass es selbst mit passablen Französischkenntnissen bisweilen schwer fällt, der Erzählung zu folgen. Auch die wenigen Vokabelangaben helfen da nicht viel weiter, zumal man als Hörer nicht weiÃč, wann die angegebenen Vokabeln im Verlauf des Hörbuchs zum Einsatz kommen. Besonders schwer wird es, wenn das Hörbuch zu den Originalton-Aufnahmen des Autors gelangt, die am Ende als Bonus zur eigentlichen Geschichte gegeben werden. Diese Aufnahmen aus den 30er-Jahren sind in einer dementsprechend schlechten Qualität und für jemanden, der das Französische nicht hervorragend beherrscht und sich die Hälfte zusammenreimen kann, nur schlecht oder gar nicht verständlich.
Obwohl Bernard Giraudeau in Frankreich ein bekannter Hörbuchsprecher ist - er hat unter anderem die ersten drei französischen "Harry Potter"-Hörbücher gelesen -, kann seine Lesung von "Le Petit Prince" nur durchschnittlich überzeugen. Er liest nicht nur zu schnell - wobei das vielleicht am langsameren Sprachgefühl des Deutschen liegen mag -, sondern kann der Geschichte nur bedingt Atmosphäre verleihen. Auch die begleitende Musikunterlegung, die die Erzählung immer wieder unterbricht, wirkt befremdlich und unpassend. Da kann man dem interessierten Hörer die wunderbare deutsche Lesung von Ulrich Mühe (Patmos Verlag, ISBN-13: 978-3-491-24035-3) sehr viel mehr ans Herz legen.

Fazit:
Eine wundervolle Geschichte, die sich jedoch für jemanden, der nicht mit dem Französischen als Muttersprache aufgewachsen ist, sehr anspruchsvoll und schwer verständlich gestaltet. Auch Sprecher und Musik können hier nur bedingt gefallen.

Valentino Dunkenberger



CD | CD-Anzahl: 2 | Erschienen: 01. April 2007 | ISBN: 9783867170550 | Laufzeit: 120 Minuten | Preis: 19,95 Euro

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