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 Der Wanderer

Auf der Suche nach dem Heiligen Gral

Autoren: Bernard Cornwell
Übersetzer: Claudia Feldmann
Verlag: Ullstein

Cover
Gesamt +++--
Anspruch
Brutalität
Gefühl
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung


Wie lang der Hundertjährige Krieg war, ist nicht schwer zu erraten, wann und was und wo, das ist mehr, als die üblichen Geschichtskenntnisse hergeben wollen. Bernard Cornwell neigt dazu, seinen Lesern auf sehr unterhaltsame Art näher zu bringen, was es über die eine oder andere Epoche zu erzählen gibt, und so erzählt er über die Mitte des 14. Jahrhunderts, in denen englische Bogenschützen die verheerendste Waffe im Feld waren. England und Frankreich befinden sich im Krieg, die Schotten mischen auch mit, und halb Europa ist als Söldnerbande unterwegs.

In diesem Chaos ist Thomas von Hookton, unehelicher englischer Sohn eines französischen Grafen und ein meisterhafter Bogenschütze, unterwegs, um ein Erbstück seiner Familie zu suchen - ausgerechnet den Heiligen Gral. Als er nach Durham kommt, ist die Zeit ungünstig, denn die Schotten stehen vor der Stadt und Thomas kämpft mit. Seine Begleiter aber, eine junge Frau, die ein Kind von ihm erwartet, und ein Priester, werden ermordet, als sie einen alten Mönch aufsuchen wollen, der vielleicht etwas für die Suche Wichtiges wusste. Auch der Mönch ist tot, ermordet von einem Dominikaner oder von dessen Diener. Der hat kurz zuvor schon einen jungen Schotten umgebracht, und nach der Schlacht, die die Engländer gewinnen, kommt Thomas zu einem neuen Gefährten, einem jungen, eigentlich gefangenen schottischen Edelmann namens Robbie Douglass, dem Bruder des Ermordeten. Zusammen suchen sie weiter, einerseits nach dem Gral, mehr aber noch nach dem Dominikaner und seinem Diener.

Bernard Cornwell ist ein wirklich guter Erzähler und durch das zeitliche Flair, das er immer aufbaut, hebt er sich von anderen Autoren historischer Romane ab. Seine Qualitäten, wie den einfallsreichen Humor und seine farbigen Beschreibungen, spielt er auch im vorliegenden Band aus - allein, die Charaktere können nicht so wirklich fesseln. Thomas hat wenig Eigenleben, alle anderen um ihn herum haben noch weniger davon. Das ist nicht direkt langweilig, aber die Geschichte plätschert halt nur so vor sich hin. Man hat auch eher nicht das Gefühl, dass eine beteiligte Person da wirklich etwas dran ändern kann.

So bleibt "Der Wanderer" zwar solide Historienkost, aber begeistern kann er nicht. Nur der Blick in die Zeit ist wirklich interessant, die erzählte Geschichte ist mehr oder weniger belanglos.

Holger Hennig



Taschenbuch | Erschienen: 01. April 2007 | ISBN: 9783548267265 | Originaltitel: Vagabond | Preis: 8,95 Euro | 464 Seiten | Sprache: Deutsch

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