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 Bittere Saat


Cover
Gesamt +++--
Anspruch
Brutalität
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung


Die junge Gen-Wissenschaftlerin Ivola wird mit falschen Versprechungen in die Schweiz gelockt. Sie freut sich schon auf ein Wochenende mit Skifahren und romantischen Abenden, zusammen mit ihrem neuen Freund Walter.
Doch die Ernüchterung kommt jäh. Eingesperrt in einem Schloss ihrer Familie, muss sie an einem undurchsichtigen Forschungsobjekt teilnehmen. Da Ivola nicht genau weiß um was es um was es sich bei dem Projekt handelt, befürchtet sie in einem moralischen Konflikt zu geraten. Trotz ihrer Entführung und diversen Einschränkungen gerät sie immer mehr in den Bann eines der Drahtzieher. Um die Wissenschaftlerin weiter zur Mitarbeit zu "motivieren", wird Ivolas Familie bedroht. Nun ist für Ivola die Zeit gekommen zu handeln.

Wenn man sich zum ersten Mal den Klappentext des Romans durchliest stutzt man. Eine Wissenschaftlerin, welche zu einer Mitarbeit bei einem dubiosen Projekt gezwungen wird, befürchtet in einen moralischen Konflikt zu geraten? Hier sollte die Antwort klar, laut und deutlich "ja" lauten. Ebenso auf die Frage, ob sie es mit skrupellosen Verbrechern zu tun hat. Natürlich, sie wurde entführt und wird gezwungen, dass ist schon mal skrupellos genug.
Wenn man sich eingelesen hat, bekommt man allerdings auch mit, welche Mühe sich der Autor gegeben hat, seinen Protagonisten Leben einzuhauchen.
Einmal die junge und intelligente Ivola, welche auf ihrem Fachgebiet der Genetik sehr viel Kompetenz beweist. Allerdings ist sie, was soziale Kontakte angeht, eher zurückhaltend. Ledig, schüchtern und etwas spröde wird sie dargestellt. Im Laufe der Geschichte wird versucht Ivola wieder Tiefe zu verleihen. Leider geschieht das nicht in aller Konsequenz. Der Autor hat sehr gute Ansätze was Emotionen und Reaktionen angeht, doch verspielt er diese damit, dass er vor dem entscheidenden Knackpunkt mit etwas anderem fortfährt. Schön hingegen ist die Tatsachen, dass sie versucht mit Hilfe ihrer Intelligenz das Problem zu lösen und sich von dem Joch zu befreien.
Ebenso verhält es sich mit der männlichen Hauptperson Walter oder besser gesagt Vasco. Dieser besitzt alle Charakteristika eines Soldaten. Doch es bleibt lange unklar, ob er nur auf Befehl agiert oder auch eine eigene Einstellung besitzt. Bei dieser Person wird ebenfalls durch gute Beschreibungen des Aussehens und seinen Handlungen eine charakterliche Tiefe versucht darzustellen. In nur einigen Punkte gelingt es dem Autor allerdings.

Die Handlung des Romans erinnert an einen James Bond Film. Zunächst ein undurchsichtiges Projekt, Wissenschaftler, welche daran arbeiten oder zur Mitarbeit gezwungen werden, eine abgelegene Behausung, skrupellose und unbekannte Hintermänner, und zum Ende hin Explosionen und Verfolgungsjagden. Das alles ergibt einen interessanten Mix. Immer wieder werden kleine Spannungsbögen aufgebaut und vollendet, doch die große Spannung wird nur angeschnitten und im entscheidenden Augenblick fallen gelassen. Ebenso verhält sich das bei den Emotionen der Figuren. Sie trauern, sie leiden, sie freuen sich, doch wenn es darum geht sich richtig in Trauer, Leid und Freude zu ergeben, wird irgendetwas davor geschoben und das angespannte und gute Gefühl beim lesen endet. Das ist sehr schade, denn da wäre sicherlich noch mehr drin gewesen.

Das Buch hat ein ungewöhnliches Paperback-Format und auch einen ungewöhnlichen Preis. Dieser erklärt sich aber durch die geringe Auflage bei dem kleinen Verlag.

Fazit:
Popcorn Action beim Lesen im Stile von James Bond, nur nicht ganz so spannend. Trotz sehr guter Ansätze bleibt der erhoffte Tiefgang bei Charakteren und Geschichte aus.

Christoph Heibutzki



Taschenbuch | Erschienen: 1. Juni 2007 | ISBN: 9783940235046 | Preis: 16, 50 Euro | 240 Seiten | Sprache: Deutsch

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