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 Detektiv Conan, Band 50: Detektiv Conan Band 50


Gesamt +----
Anspruch
Aufmachung
Brutalität
Gefühl
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung


Ein neues Café hat eröffnet. Ran und Conan schleppen Kogoro zur Eröffnungsfeier. Zu ihrer Überraschung treffen sie dort ihren Freund, den Polizisten Takagi. Der wurde von einem Kollegen zur dort stattfindenden Kennenlernfete geschleppt, obwohl er doch in Sato verliebt ist. Als auch diese auftaucht - eine Freundin hat sie überredet, mitzukommen und die kostenlosen Getränke zu genießen - ist das Chaos komplett.
Durch Zufall lernen sie einen jungen Mann kennen und begleiten ihn mit zu dessen Wohnung. Er ist besorgt, weil sein kleiner Neffe dort sein müsste, aber nicht ans Telefon geht. Die Wohnung ist leer und auf dem Computerbildschirm erscheint der Text: "Ich habe euren Cousin bei mir! Ich will eine Million Yen! Ich melde mich später! Ein Wort zur Polizei und der Kleine ist tot!". Gut, dass Conan dabei ist.

Im zweiten Fall lädt Fräulein Kobayashi, Lehrerin von Conan, ihn, Ai und seine Freunde des Detektivclubs zu einem Interview ein. Der berühmte Autor Masato Sugimori möchte einen Artikel über die Kinder und ihre Aktivitäten schreiben. Als sie in der Wohnung eintreffen, ist der Schriftsteller tot. Die vier Meldungen, die auf dem Anrufbeantworter zu finden sind, ermöglichen es, den Kreis der Tatverdächtigen auf eben diese vier Personen einzugrenzen. Doch wer von ihnen ist der Mörder?

Der dritte Fall ereignete sich vor längerer Zeit. Conan und sein Freund Heiji erinnern sich, wie sie damals - Conan noch als Shinichi Kudo, lange bevor ihn die Organisation der Schwarzen Männer durch ein Gift schrumpfen und zu einem Grundschüler werden ließ - einen Mordfall in den Bergen zu klären versuchten. Die beiden Schüler standen damals noch am Anfang ihrer Detektiv-Karriere und hätten den Fall ohne die Hilfe eines begnadeten Ermittlers und Detektivs kaum gelöst.

Was für ein Jubiläum - Fünfzig Manga-Bände hat Gosho Aoyama nun vollendet und ein Ende ist nicht abzusehen. Ein kleines Interview am Schluss dieses Bandes zeugt von der ungebrochenen Lust dieses begnadeten Geschichtenerzählers und Zeichners, den kleinen Conan noch weitere fünfzig Bände auf Verbrecherjagd gehen zu lassen.
Hoffentlich aber sind die zukünftigen Kriminalfälle einfallsreicher und vor allem logischer als die drei Fälle (wobei der Dritte nach sehr langen und komplizierten Wendungen kurz vor der Lösung abbricht und seine Fortsetzung erst im einundfünfzigsten Band findet), die in dieser Folge dem Leser kredenzt werden.

Fall Eins wartet mit einer so künstlich herbeigeführten Situation auf, dass dem Leser das Lachen vergeht. Die Tat - eigentlich kann man von einer solchen nicht sprechen - ist strunzdumm, die Auflösung einfach nur unglaublich dämlich - das hat der Autor bereits hunderte Male besser gemacht. Nur die beiden ewig verliebten und nicht zueinander findenden Polizisten Takagi und Sato, die in die Ermittlungen verwickelt sind und immer wieder für ein Schmunzeln sorgen, lockern den Fall ein wenig auf und verhindern ein totales Desaster.

Fall Zwei ist so albern wie unsinnig. Nicht nur der Mord, auch die immer wieder von Aoyama gebrachte Alibi-Funktion eines Anrufbeantworters sind nicht der Rede wert. Hier wird in einem Drittel des Bandes endlos palavert und diskutiert, überlegt und gerätselt. Wenn überhaupt, dann ist einzig die Tatsache als lustig anzusehen, dass Conan seine Detektiv-Freunde aus der Grundschule in Szene zu setzen versucht. Aber ob das reicht, um den Fan bei der Stange zu halten?

Fall Drei ist der Gipfel der Unsinnigkeit. Nicht nur, dass ein alter Mythos herangezogen wird, an den nicht mal mehr kleine ungezogene Kinder glauben, um einen Mord scheinbar zu erklären, die Ermittlungen gestalten sich auch als endlose Folge von unlogischen Geschehnissen. Nur um Conan, Heiji und deren Eltern in Szene zu setzten, wurde der gesamte Fall inszeniert. Das merkt man in jeder Einstellung, jeder Szenenabfolge - und dass dabei Logik und Sinnhaftigkeit auf der Strecke bleiben ist überdeutlich.

Nein - dieser Jubiläumsband ist "Conan zum Abgewöhnen". Hier stimmt fast nichts und macht auch glühenden Fans nur sehr wenig Spaß. Der Conansüchtige hofft auf den einundfünfzigsten Band, der Laie wendet sich mit Grausen ab - oder liest diese Rezension und kauft eine andere Folge. Und das wäre im Sinne der Reputation und des Könnens des Gosho Aoyama durchaus zu hoffen.

Stefan Erlemann



Softcover | Erschienen: 01. Juni 2007 | ISBN: 9783770467112 | Originaltitel: Meitantei Conan Vol. 50 | Preis: 5 Euro | 192 Seiten | Sprache: Deutsch

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