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 Aliens, Band 1: Aliens 1


Cover
Gesamt ++++-
Aufmachung
Brutalität


Eigentlich handelt es sich bei "Aliens 1" um einen kalkulierten Hit. Denn der Band beinhaltet ein paar der besten Geschichten um das von H.R. Giger geschaffene Kult-SF-Monster Alien, produziert von namhaften Zeichnern und Autoren. Das Ganze kommt in düsterem Schwarz-Weiß und edlem Hardcover daher und bildet den Start einer (vorerst) dreibändigen Reihe. Doch gute Zutaten ergeben nicht immer einen absoluten Hochgenuss, woran es im Detail etwas hapert, soll nun genauer betrachtet werden.

"Aliens 1" beinhaltet vier Geschichten: Glaskorridor (Text und Zeichnungen: David Lloyd); Überleben (Text: James Vance, Zeichnungen: Guy Davis); Earth Angel (Text und Zeichnungen: John Byrne) und Erlösung: (Text: Dave Gibbons, Zeichnungen: Mike Mignola). Bei vier verschiedenen Zeichnern/Autoren verwundert es nicht, dass der Leser vier verschiedene Zeichenstile präsentiert bekommt, ebenso wie es auch inhaltlich unterschiedliche Kost gibt.

Glaskorridor: Frank ist ein Killer, den plötzlich sein Gewissen plagt. Aber er ist auch alles, was zwischen einer Gruppe Raumschiffpassagiere und dem Alien steht. Text und Zeichnungen stammen von David Lloyd (V for Vendetta). Die Zeichnungen sind minimalistisch-spartanisch, der Plot der Kürze der Geschichte geschuldet recht einfach. Ein netter Auftakt mit einer passenden Atmosphäre.

Überleben: Diese Geschichte ist die längste des Bandes. Der Protagonist ist genauso wie der Leser im Unklaren darüber, was die Wahrheit beziehungsweise Realität ist. Steckt Thompson in einer Fluchtkapsel, umzingelt von Aliens? Wenn ja, wie kann das sein, unter Tonnen von Gestein? Ist seine Familie wirklich ausgelöscht worden oder lebt er mit ihr ein behütetes Leben? Oder steckt etwas vollkommen anderes dahinter?
Den Zeichnungen von Guy Davis (B.U.A.P.) bekommt hier das kleine Format nicht. Dadurch, aber auch durch fehlende Kontraste, ist in den Action-Szenen viel zu wenig zu erkennen und zu wenig Detailschärfe vorhanden. Die Story hat zwar eine interessante Handlung und bietet eine Jagd auf Aliens mit einem Doppeldecker, andererseits aber auch Massenkämpfe gegen Dutzende von Aliens. Das Bedrohungsszenario ist akzeptabel umgesetzt, aber der Mythos der Aliens leidet doch etwas an der Masse derselben.

Earth Angel: Zurück in die fünfziger Jahre! Der legendäre Comicautor John Byrne (Die fantastischen Vier) schildert die Geschichte der allerersten Alien-Invasion auf der Erde. Da ist viel Augenzwinkern im Spiel, Zeichnungen und Handlung erinnern stark an die B-Movies der damaligen Zeit, inklusiver Halbstarker auf Motorrädern. Das hebt diese Geschichte hervor.

Erlösung: Zwei Raumfahrer werden auf einem abgelegenen Planeten ausgesetzt und stoßen dort natürlich auf die Alien. Von Zeichner Mike Mignola (Hellboy) und Autor Dave Gibbons (Watchmen). Eine düstere Story, die zu gefallen weiß. Religiosität, Irrsinn, Aliens, Verrat, da ist so einiges drin.

Abgeschlossen wird der Band von einer Übersicht von Peter Osteried zu den Aliens-Filmen und bisher erschienenen Comics.

Die längste Geschichte enttäuscht ein wenig, dafür weiß der Rest auf seine jeweilige Art und Weise zu überzeugen. Dazu kommen die Film-/Comic-Übersicht, das edle Hardcover und die Tatsache, dass ein paar der beliebtesten Comic-Zeichner vertreten sind. So kann der Band insgesamt gesehen zwar nicht die Bestnote erreichen, aber ist für Fans eh Pflicht und auch sonst ein guter Comic. 2008 folgen Alien-Comics der "Fan-Favourites" Eduardo Risso, Richard Corben und Kelley Jones.

Bernd Wachsmann



Hardcover | Erschienen: 01. Juli 2007 | ISBN: 9783936480573 | Preis: 16 Euro | 160 Seiten | Sprache: Deutsch

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