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 Albatros, Band 2: Der böse Blick

Serie: Albatros, Band 2
Autoren: Vincent
Illustratoren: Vincent
Übersetzer: Tanja Krämling
Verlag: Splitter Verlag

Cover
Gesamt ++---
Anspruch
Aufmachung
Brutalität
Gefühl
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung


Ombeline ist auf der Flucht vor ihrer Vergangenheit und dem so genannten "Kabarett" auf dem Schiff "Albatros" gelandet. Das Besondere ist, dass es nicht nur ein fliegendes Schiff ist, sondern auch eins voller Piraten. Unter Murren wird sie dort aufgenommen, allerdings erst, nachdem sie ein vogelähnliches Fluggerät getestet hat. Sie hilft in der Kombüse aus, weswegen der Smutje ihr auch zu einem guten Freund wird. Das der weibliche Kapitän es keineswegs nur gut mit ihr meint, entgeht ihr dabei. Sie hat sich in den Kopf gesetzt, dazu zu gehören und verhält sich auch danach.

Zu allem Unglück wird die "Albatros" auch noch von der Armee verfolgt. Unter anderem, weil Ombeline an Bord ist: Sie ist die Nichte des Gouverneurs, der sie nicht verlieren will. Auf der Flucht bleibt das Schiff auf einem Felsen hängen, ein Schneesturm macht die Weiterfahrt unmöglich. Das Mädchen wird dazu auserkoren, die Armee mit einer Explosion abzulenken. Mit dem Vogel-Gleiter fliegt sie zum Lager hinunter und entzündet das Dynamit, das man ihr mitgegeben hat. Ein heftiger Kampf entsteht, bei dem der Kapitän angeschossen wird, Ombeline aber ihre Freundin Alyette wieder sieht. Sie nimmt sie mit auf das Schiff und stellt sie den anderen vor. Wider Erwarten sind die aber nicht sehr angetan von ihrer Rückkehr und erst recht nicht von dem neuen Gast ?

"Der böse Blick" ist bereits der zweite Band der Albatros-Serie von Vincent. Leider hat er die gleichen Schwächen wie sein Vorgänger. Die Zeichnungen sind zwar ausgesprochen gut gelungen, doch die Story bleibt dahinter stark zurück. Leider ist sie diesmal sogar noch unglaubwürdiger und auch Spannung kommt kaum auf.

Ombeline wird extrem naiv dargestellt. Ihr Tun ist kaum nachvollziehbar. Sie merkt es nicht, wie sie vom Kapitän nur ausgenutzt wird und freut sich sogar darüber, dass die Mannschaft ihr ein Brandzeichen verpasst. Ständig fragt man sich, wie gutgläubig man sein muss, um so etwas mit sich machen zu lassen. Man möchte ihr förmlich zurufen, dass sie bitte mal ein bisschen nachdenken sollte.

Zudem ist die Handlung stellenweise unverständlich und zieht sich arg in die Länge. Es passiert nicht viel, und das, was man sieht, lässt einen nicht wirklich mitfühlen. Ombeline ist durch ihre Naivität eher unsympathisch, was natürlich kaum gewollt sein kann bei einer Protagonistin. Dann wird nur der Handlungsfaden weitergesponnen, der Ombelines Verfolgung betrifft. Doch wir erinnern uns an die seltsamen Vogelschwärme, die in Band Eins mit im Mittelpunkt standen. Möwen griffen die Menschen auf brutale Weise an und töteten sogar. Was ist aus diesem Part geworden? Wird er fortgesetzt? Gibt es Zusammenhänge, die erst in der dritten Folge sichtbar werden? Das kann man nur hoffen, denn so ist man von der Geschichte an sich stark enttäuscht.

Einzig die Zeichnungen lassen einen den Frust darüber vergessen. Das Coverbild ist gut gelungen und auch im Comic selbst zeigen die Zeichnungen durchweg eine hohe Qualität. Die düsteren Farben stellen sehr gut die Trostlosigkeit dar, die Ombeline umgibt.

Insgesamt ist dieser Band leider noch etwas enttäuschender als der erste. Wer ausschließlich an schönen Zeichnungen interessiert ist, kann sich an "Der böse Blick" erfreuen, wer eine gute Geschichte erwartet, sollte eher zu anderen Comics greifen.

Bine Endruteit



Hardcover | Erschienen: 01. November 2007 | ISBN: 9783939823865 | Originaltitel: Albatros: Mauvais Ceil | Preis: 12,80 Euro | 48 Seiten | Sprache: Deutsch

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