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 Detektiv Conan, Band 52: Detektiv Conan Band 52


Cover
Gesamt +++--
Anspruch
Aufmachung
Brutalität
Gefühl
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung


Conan Edogawa, Ayumi Yoshida, Mitsuhiko Tsuburaya, Genta Kojima und Ai Haibara, die "Detective Boys", sind überglücklich. Sie dürfen sich die Testvorführung von "Starblade VI" ansehen. Endlich kommt das große Finale dieser genialen Science-Fiction-Serie in die Kinos. Gemeinsam mit Professor Agasa stehen sie in der langen Schlange vor dem Kino, als ihnen ein Mann auffällt, der sich sehr auffällig benimmt. Er stellt sich zwar als glühender Fan der Serie vor, scheint aber nicht mal den Inhalt des fünften Films zu kennen. Als er dann lautstark ein Telefongespräch mit der Bemerkung beendet, sofort zu einem bestimmten Treffpunkt zu eilen, vermutet Conan ein Verbrechen und folgt dem Mann.

Conan, Ran und Kogoro kommen gerade von einer Hochzeit, als ihnen überraschend Inspektor Takagi begegnet. Auch er scheint zu heiraten, doch zur Verwunderung der Moris ist es nicht Inspektor Sato, sondern Yumi Miyamoto, die im Brautkleid hinter Takagi steht. Doch das Ganze stellt sich als Polizeieinsatz heraus. Takagi und Miyamoto sind der Köder für einen Serieneinbrecher und Mörder, der per Brief wüste Drohungen gegen den echten Bräutigam ausgestoßen hat. Doch Conan kommt die ganze Sache sehr verdächtig vor und er bleibt mit Ran und Kogoro bei der Scheinhochzeit anwesend, um eingreifen zu können.

Toshihisa Manda, ein berühmter Schriftsteller, ist nach dem Tod seiner Frau nicht mehr in der Lage, auch nur eine einzige Zeile zu Papier zu bringen. Er hat sich der Hilfe eines Bewunderers, des sehr zurückgezogen lebenden Kohei Haramoto, versichert. Doch dieser drängt Manda, ihn öffentlich als Co-Autor zu nennen und selbst von weiteren Büchern abzusehen. Manda beschließt, den Ghostwriter zu beseitigen. Dummerweise kommt ihm Conan in die Quere.

Sonoko lässt sich von der Fernsehserie "Herbstbaum im Winter" inspirieren. Sie schleppt Conan und Ran zum Drehort der letzten Folge, um ein rotes Tuch an einen der Äste zu knoten. Im Film war dies ein Erkennungszeichen für das Liebespaar. Sonoko will ihre große Liebe, den berühmten Karatekämpfer Makoto Kyogoku, damit herausfordern, endlich mal wieder bei ihr aufzukreuzen. Doch sie finden nicht nur Tausende Tücher im Wald - nicht nur Sonoko ist auf diese Idee gekommen -, sie finden auch eine Leiche.

Die vier Kriminalfälle im zweiundfünfzigsten Band der Endlos-Serie rund um den kleinen Conan, der durch ein Gift vom Oberschüler zum Grundschüler schrumpfte, könnten unterschiedlicher nicht sein. Neben Genialem findet sich Banales, neben grandios erdachten Geschichten finden sich fast schon dämlich zu nennende Einfälle.

Dabei ist den vier Fällen gemeinsam, das sie grafisch über jeden Zweifel erhaben sind. Gosho Aoyama ist ein absoluter Könner, wenn es gilt, komplexe Geschichten, schwierige Handlungsverläufe, dramatische Entwicklungen in Szene zu setzen. Es ist immer wieder ein Genuss zu betrachten, wie klar der Zeichner Gefühle verdeutlichen kann und wie lebendig seine Charaktere werden.

Leider ist die Konzeption der Storys, die zugrunde liegende Idee, teilweise wenig erbauend, gelegentlich aber auch schon diverse Male von ihm verwendet worden. So kennt der Fan den Plot von Fall Drei zur Genüge. Auch wenn für sich betrachtet die Tat des Autors und die Auflösung durch Conan brillant gemacht ist, macht die Wiederholung des Schemas Autor-Ghostwriter-Mord wenig Spaß.
Auch das Motiv im ersten Kriminalfall kann kaum einen Hund hinter dem Ofen hervorlocken. Man nimmt es dem Täter einfach nicht ab, so dumm zu sein, damit durchzukommen und gleichzeitig so viele Fehler bei der Durchführung zu machen.

Fall Zwei hingegen ist eine so atemberaubende Mischung aus Suspence und Humor, dass es ein Genuss ist, den Fall mehrmals zu lesen und zu betrachten. Hier hat Aoyama alles richtig gemacht und den Fan nachhaltig davon überzeugt, dass dieser Mann einfach der beste Manga-Kreateur der Gegenwart ist.

Leider ist Fall Vier ein Totalausfall, dessen Finale ein Alptraum an Unlogik und Schwachsinn ist. Der Fan wendet sich mit Grausen ab, der Hobby-Leser versteht nur Bahnhof. Das ist Conan zum Abgewöhnen.

Viel Licht, viel Schatten. Folge 52 ist zumindest weit aus besser als die letzten Bände der langsam immer enttäuschenderen Conan-Reihe. So macht es ein wenig Spaß, gepaart mit der Hoffung auf bessere Zeiten. Der Fan muss sich diesen Band kaufen - allein Fall Zwei lohnt die Anschaffung - doch wer nur wenig von Conan gelesen hat und nur gelegentlich eine Folge erwirbt, kann getrost auf Band 52 verzichten.

Stefan Erlemann



Softcover | Erschienen: 01. Oktober 2007 | ISBN: 9783770467990 | Originaltitel: Meitantei Conan Vol. 52 | Preis: 5 Euro | 192 Seiten | Sprache: Deutsch

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