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 Shadowrun-Roman, Band 81: Flammenmeer

Serie: Shadowrun-Roman, Band 81
System: Shadowrun
Autoren: Jan-Tobias Kitzel
Verlag: Fantasy Productions

Cover
Gesamt +++--
Anspruch
Brutalität
Gefühl
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung


Der zwergische Juwelier Stephen fühlt sich sicher in seiner heilen Welt. Er hat alles, ist geschützt und kann, wenn er Abenteuer erleben will, dieses aus sicherer Distanz tun.
Doch eines schönen Tages beginnt sich seine heile Welt zu verwandeln. Zunächst langsam. Er bekommt von einem Kunden ein silbernes Amulett, in dem ein Geist wohnt. Am Ende des Tages geht sein Geschäft und seine Wohnung in einem Meer von Flammen auf und unter. Zunächst auf der Flucht vor den verzehrenden Flammen, wird diese zu einer Flucht um sein Leben. Nach diesem trachten einige finstere Gestalten.
Wie durch ein Wunder - für ihn - wird Stephen gerettet; von einem elfischen Ki-Adepten namens Renegade. Situationsbedingt sind beide aneinander gebunden und versuchen gemeinsam hinter das Geheimnis zu kommen, warum einerseits ein Geist in diesem Amulett wohnt und warum andererseits der Zwerg dafür sein Leben lassen soll.
Die Gegenspieler scheinen dem ungleichen Runnerpaar immer ein paar Schritte voraus zu sein.

Der mittlerweile 81. Roman in der Reihe "Shadowrun" ist einmal wieder ein Debutroman und gleichzeitig der zweite, welcher dem Regelsystem von "Shadowrun 4.0" zu Grunde liegt.
Das macht es erstmal interessant, denn es ist immer wieder spannend, mit was neue Autoren in dieser Welt aufwarten.
Jan-Tobias Kitzel ist den Freunden des Rollenspiel "LoDland" bestimmt ein Begriff. Diesmal wagt er sich an die festgelegte Sci-Fi Welt des Rollenspiels "Shadowrun".
Spätestens seit "Herr der Ringe" weiß man als Leser, Zuschauer oder Fantasyfreund, dass eine Gruppe, welche sich aus einem Zwerg und einem Elf zusammensetzt, eigentlich nicht ohne Spannungen funktionieren kann.
Gerade diese Thematik greift Kitzel bei seinen Protagonisten Stephen und Renegade auf. Doch damit es nicht allzu langweilig wird, tauscht der Autor die Rollen in dieser "der Harte und der Zarte"-Kombo. Der feinsinnige, reiche und manierliche Zwerg wird in die harte raue Welt des Rhein-Ruhr-Megaplexes geworfen, dem Zuhause vom skrupellosen und brutalen Renegade.
Doch damit nicht genug. Natürlich wird auch die gegenseitige Anrede wie zum Beispiel "Herr Zwerg" beibehalten. Gerade durch die eher tollpatschigen Gehversuche Stepehens in der Schattenwelt wird auch eine Prise Humor in die Gegend gestreut.
Mit einer ebensolcher interessanten Idee verfährt Jan-Tobias Kitzel mit seinen Antagonisten. Eine orkische Riggerin, welche mit einem machtbesessenen Wassermagier zusammen versucht, ebenfalls das Amulett in die Finger zu bekommen.
Trotz der eigentlich guten und soliden Grundidee bleibt der Autor leider inkonsequent. Es fehlt immer wieder der letzte Schliff, damit aus dem Rohdiamant ein Brillant wird. Zu strikt, zu gradlinig verläuft die Handlung der Geschichte. Zu kurz kommen die sicherlich vielen interessanten und lustigen Dialoge und Streitigkeiten.

Bis auf eine sehr unerwartete Wendung, und da hat sich der Autor auch was Gutes einfallen lasen, ist die Geschichte zwar flüssig und gut lesbar geschrieben, ist aber nicht unbedingt spannend. Auch hier fehlt die letzte Konsequenz, das Tüpfelchen auf dem i.
Die Umwelt und die anderen Personen sind solide beschrieben, man kann sich das alles gut bildlich vorstellen.

Insgesamt ist dieser Roman eine gute Grundlagenarbeit, welche aber hätte besser ausgebaut werden können. Viele Chancen verschenkt der Autor. Bleibt zu hoffen, dass Jan-Tobias Kitzel seine lustigen Grundideen beibehält und diese noch konsequenter ausarbeitet, die richtige Richtung hat er zumindest schon eingeschlagen.

Mit freundlicher Unterstützung von Fantasy Productions GmbH, www.fanpro.com und www.f-shop.de

Christoph Heibutzki



Taschenbuch | Erschienen: 01. November 2007 | ISBN: 9783890644974 | Preis: 9, 00 Euro | 294 Seiten | Sprache: Deutsch

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