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 Die kratzt nicht

Katzengeschichten für Liebhaber und solche, die es werden wollen

Herausgeber: Ingrid Klein
Verlag: Rowohlt Tb

Cover
Gesamt ++---
Anspruch
Aufmachung
Brutalität
Gefühl
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung


Es gibt ja durchaus Menschen, die nichts mit Katzen anfangen können und sich fragen, was man an diesen Haustieren nur finden kann. Viel zu selbständig und eigenwillig und vor allem viel zu schwierig scheinen die Tiere zu sein, um gute Gefährten abzugeben.
Katzenliebhaber wiederum können diese Einstellung nicht verstehen - dabei ist es keinesfalls so, dass sie nur von ihren kleinen Lieblingen schwärmen. Denn jeder Katzenbesitzer hat Geschichten zu erzählen von zerkratzen Möbeln, strafenden Blicken, nachdem das falsche Futters serviert wurde, oder der Suche nach der gut versteckten Katze, wenn man gerade ganz dringend aus dem Haus müsste.
Ja, Katzenliebhaber haben viel zu erzählen. Und sie höre gerne die "Leidensgeschichten" von anderen Katzenbesitzern. Das zumindest schien sich Ingrid Klein gedacht zu haben, als sie das Buch "Die kratzt nicht" zusammenstellte mit "Katzengeschichten für Liebhaber und solche, die es werden wollen".

Den Katzenfreund erwarten in dem Büchlein drei Kategorien - Schnurriges, Kratzbürstiges und Liebestolles - mit vielen Kurzgeschichten über Katzen. Oder besser, mit Geschichten, die irgendwas mit dem Thema Katze zu tun haben. Denn tatsächlich finden sich in dem Buch viele Erzählungen, in denen Katzen nur am Rande vorkommen - und oft könnte man die Katze aus diesen Geschichten auch ganz streichen oder durch ein anderes Wort ersetzen, wie zum Beispiel Papagei.
Ergänzt werden die Geschichten durch zahlreiche Abbildungen bekannter Künstler zum Thema Katze, die an einigen Stellen schon sehr deftig sein können.

Im Vorwort erzählt die Herausgeberin, dass ihr Kater es schaffte, ihren Ehemann zu vergraulen und ihre Katzenallergie zu ignorieren, bevor er im seligen Alter von fast dreiundzwanzig Jahren starb. Dieses ambivalente Verhältnis zu Katzen spiegelt sich leider auch in den Geschichte wieder. Denn es gibt durchaus eine Reihe von Erzählungen, in denen die Katze negativ bis unheimlich dargestellt wird. Katzenfreunde können das vielleicht noch als Diskussionsgrundlage nutzen - Katzenliebhaber wird man so allerdings nicht schaffen, wie auf dem Cover angekündigt. Alternativ könnte man auf den Gedanken kommen, dass hier einfach Geschichten zusammengewürfelt wurden, die irgendwas mit dem Thema Katze zu tun hatten - und sei es der Titel.

Schön wäre es auch gewesen, wenn die Geschichten gut sichtbar mit Daten versehen worden wären. Einige wirken etwas altmodisch, bei anderen wäre es interessant gewesen zu erfahren, wann und wo sie das erste Mal erschienen. Zwar gibt es Quellenangaben am Ende des Buches - diese gelten aber nur für zehn der ungefähr dreißig Geschichten.

Trotz all dieser Kritik gibt es in dem Buch durchaus schöne Geschichten, die Katzenfreunden gefallen dürften. Sei es, dass sie wirklich sehr komisch das Zusammenleben von Mensch und Katze beschreiben oder dass sie wirklich herzzerreißend von den schwierigsten Momenten im Leben eines Katzenbesitzers erzählen.
Freunde, die man zu Katzenliebhabern machen möchte, dürfte man mit diesem Buch allerdings eher vergraulen. Und dass sich nach wenigem Durchblättern die ersten Seiten des Buches lösen, wirkt auch nicht gerade positiv - vor allem nicht bei einem Preis von 7,90 Euro.

Susanne Fischer



Taschenbuch | Erschienen: 01. Dezember 2005 | ISBN: 9783499241154 | Preis: 7,90 Euro | 175 Seiten | Sprache: Deutsch

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