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 Von Katzen und Menschen

Sozialgeschichte auf leisen Pfoten

Herausgeber: Clemens Wischermann
Verlag: UvK

Cover
Gesamt ++++-
Anspruch
Aufmachung
Bildqualität
Preis - Leistungs - Verhältnis


Katzen sind seit jeher ein Mysterium für den Menschen. Gehasst und gefürchtet, geliebt und sogar vergöttert wurden die über die Jahrhunderte hinweg domestizierten Haustiere, die sich im Gegensatz zum Hund als bester Freund des Menschen stets noch eine wilde, unbändige Seite bewahrt haben.

Herausgeber Clemens Wischermann hat die Beiträge in "Von Katzen und Menschen - Sozialgeschichte auf leisen Sohlen" chronologisch sortiert, um den Werdegang unseres Stubentigers aufzuzeigen. Ihren Teil dazu beigetragen haben Historiker und Literaturwissenschaftler, aber auch Medienwissenschaftler und Psychologien, um einen umfassenden Blick auf die ältere und jüngere Vergangenheit der Katze zu werfen.

Den Anfang macht Wischermann selbst mit einer kurzen Einleitung, in der es vornehmlich um den Begriff Haustier im Allgemeinen und in Bezug auf die Katze geht. Die nachfolgenden Kapitel beschäftigen sich mit der Katze im alten Ägypten, bei den Kelten, im Mittelalter, als Katzen in Notzeiten sogar gegessen wurden, und in der frühen Neuzeit, in der die Katze sich langsam daran machte, das Herz des Menschen zu erobern.
Einer ganz bestimmten Katzenart wird ein eigenes Kapitel gewidmet, nämlich dem Tiger. Woher sein Ruf als Menschenfresser kommt und wieso diese wunderschönen Tiere als Bettvorleger so beliebt wurden, steht hier im Mittelpunkt des Interesses.
Natürlich darf ein Blick in die Literatur nicht fehlen, wenn es daran geht, den Status der Katze zu erforschen. So wird die Katze sowohl im Kontext des angloamerikanischen Schauerromans, etwa bei Poe, als auch in der Kriminalliteratur, beispielsweise in "Felidae" von dem deutschen Autor Akif Pirinçci, betrachtet.
Anschließend leistet Herausgeber Clemens Wischermann seinen eigenen Beitrag zum Buch und gibt einen Überblick über die Katze in der Werbung im 20. Jahrhundert. Auch die folgenden sechs Kapitel richten ihre Aufmerksamkeit auf dieses Jahrhundert, unter anderem auf den Katzenschutz im nationalsozialistischen Deutschland, auf die Katze im Film und auf die Katze als therapeutische "Maßnahme".
Der letzte Beitrag hat das Thema Tod der Katze zum Thema. Denn ist der Stubentiger ein geliebtes Familienmitglied gewesen, fällt es dem Mensch oft schwer, die Trauer richtig zu verarbeiten.
Am Ende des Buches finden sich eine mehrseitige Auswahlbibliographie, ein Bildnachweis sowie einige Informationen zu den beteiligten Autorinnen und Autoren.

Das Gros der eingebrachten Kapitel ist interessant und ansprechend gestaltet. Manchmal scheinen die Texte etwas über das Ziel hinauszuschießen, etwa wenn sie sich zu weit vom eigentlichen Thema entfernen; der historische Kontext sollte zwar stets ausreichend gegeben sein, jedoch ist dies manchmal zu umfangreich geraten. Dadurch geraten einige Texte etwas zu wissenschaftlich-theoretisch, was beim Lesen natürlich an oftmals trockene Universitätslektüre erinnert. Umgekehrt sind vor allem die Kapitel über die Katze in der Literatur und der Werbung sehr unterhaltsam geraten und laden dazu ein, sich mit den vorgestellten Romanen näher zu beschäftigen.
Neben vielen Literaturhinweisen und zeitgeschichtlichen Zitaten wird auch zeitgenössische Kunst präsentiert, beispielsweise eine göttliche Katzenstatue aus Ägypten, ein Holzschnitt aus dem Mittelalter und das Foto einer Tigerjagd, aber auch moderne Werbung - längst nicht nur für Katzenfutter - wird angemessen berücksichtigt.


"Von Katzen und Menschen - Sozialgeschichte auf leisen Sohlen" präsentiert eine überwiegend interessante Sammlung an Beiträgen zu einem der beliebtesten Haustiere in Deutschland. Wer mehr über die sozialgeschichtliche Vergangenheit des beliebten Stubentigers erfahren möchte, ist mit diesem Buch gut beraten.

Tina Klinkner



Softcover | Erschienen: 1. April 2007 | ISBN: 9783896696267 | Preis: 24 Euro | 276 Seiten | Sprache: Deutsch

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