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 New York Times Bestseller Autoren: Entscheidung einer Sommernacht


Cover
Gesamt +----
Anspruch
Aufmachung
Brutalität
Gefühl
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung


Ryder Hayes arbeitet als Controller in einer großen Chemiefirma. Ein neuer Auftrag führt ihn in das Städtchen Hazelhurst. Dort soll er über die Schließung einer Fabrik entscheiden. Hazelhurst ist Hayes nicht unbekannt: Er ist dort aufgewachsen. Als Jugendlicher war er mit Jennifer, der Tochter des Fabrikdirektors, befreundet. Ihre Freundschaft wurde von Hayes Herkunft aber immer überschattet. Denn Hayes Eltern lebten im Slum von Hazelhurst und sein Vater war ein notorischer Säufer. Als Hayes und Jennifer den Abschlussball der Highschool begehen, geschieht ein schrecklicher Unfall: Hayes und sein bester Freund Sonny verunglücken mit dem Motorrad. Sonny stirbt. Man gibt Hayes die Schuld und jagt ihn aus der Stadt. Als er zehn Jahre später wieder auftaucht, sind sich alle einig: Er wird sich an der Stadt rächen und die Fabrik schließen. Es kommt jedoch anders: Jennifer und Hayes entdecken ihre Gefühle füreinander. Er beginnt für die Fabrik zu kämpfen und mobilisiert die Arbeiter. Aber die Firma hatte nie die Absicht, die Fabrik zu halten. Eine firmeninterne Intrige scheint diesen Streich von langer Hand vorbereitet zu haben. Doch die Geschichte wiederholt sich: Niemand interessiert sich für die Hintergründe. Hayes wird erneut zum Sündenbock und seine unsichere Beziehung zu Jennifer droht ein zweites Mal zu scheitern.

So weit, so gut. Zieht man die Geschichte auf markante Handlungsfäden zusammen, ist sie komplex, spannend, sozialkritisch. Spindlers Schreibweise sieht anders aus. Über lange Seiten hinweg fabriziert sie Dialoge zwischen Hayes und Jennifer, die man kurzweg auf die Formel Druck und Gegendruck reduzieren kann. Hölzern sind sie allemal. Besonders angetan scheint die Autorin davon zu sein, dass man Gefühle breitwalzen muss, bis auch die letzte Gurke verstanden hat, dass es hier um Schmerzen oder Wollust geht.
Bei Liebesromanen scheint es allgemein Mode zu sein, einen eigentlich spannenden Plot auf ein Duell aus Phrasendreschereien zu vereinfachen. So auch hier: Jeder Nebenkonflikt wird an den Rand gedrängt. Dadurch verlieren die Figuren ihre Tiefe und ihren Halt, werden platt und langweilig. Nebenfiguren taugen kaum mehr als für Stichworte. Die Sexszenen sind zahlreich und schwülstig; man findet hier den richtigen Schalter in ihrer Liebesgrotte, dort fließt ständig glutheiße Lava durch die Adern, und andauernd wird ein Mund erobert, eine Brustknospe in Erregung versetzt oder ein wollüstiger Laut entringt sich der atemlosen Brust. Nun, wer?s mag. Der einzige Konflikt, der dramatisiert wird, ist der Konflikt, ob Hayes und Jennifer sich bekommen. Man kann das leider nach den ersten Seiten voraussagen. So stirbt die Dramatik einen frühen Tod; der Rest ist Plappern.

Fazit: Ein Buch, so überflüssig wie technische Metaphern für weibliche Körperteile. Dem potentiellen Leser sei empfohlen, schreiend davonzulaufen.

Frederik Weitz



Taschenbuch | Erschienen: 01. Januar 2008 | ISBN: 9783899414240 | Originaltitel: Longer than ... | Preis: 8,95 Euro | 304 Seiten | Sprache: Deutsch

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