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 Das Schwarze Auge - Hörbücher, Folge 1: Der Göttergleiche


Cover
Gesamt ++++-
Aufmachung
Brutalität
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Ton
Die Thorwalerin Thornhild, ihre Hündin Liskja, eine Bornländerin und Thornhilds Gefährte Dajin begleiten einen Handelstreck Richtung Yaquirtal. Bei einem schlimmen Gewitter erreichen sie eine gut gefüllte Taverne. Erst ist alles wie immer, derbe Männer essen gierig ihr Essen und begaffen die nur wenig bedeckte weibliche Bedienung und allgemein herrscht Langeweile. Unbeirrbar fordern die Fuhrleute und vor allen der Karawanenführer einen Kampf, Bornländer-Hündin gegen einen zufällig anwesenden Tanzbären, was Thornhild aber vehement ablehnt. Dann aber betreten ein mutmaßlicher Musikant und sein Begleiter, ein anscheinend schwachsinniger und körperlich beeinträchtigter Mann, die Taverne. Schnell werden derbe Witze auf ihre Kosten gerissen und bald schon steigern sich die derben Scherze. Doch dann passiert etwas merkwürdiges, die Schankmagd schlägt das Tamburin des Musikers und beginnt einen ekstatischen Tanz, der für Ablenkung sorgt. Merkwürdig ist nur die unglaubliche Wirkung des Instrumentes auf die Frau. Kaum hat sie die Wirkung abgeschüttelt und ihren Tanz beendet, wird wieder der Göttergleiche, so wird der Behinderte genannt, Zielscheibe von Scherzen und sein Gefährte wird angegriffen. Thornhild kann aber die beiden beschützen und das Geschehen unterbinden, was aber für wenig gute Laune sorgt. Nun kommt das Thema Kampf Hund gegen Bären wieder auf. Thornhilds Weigerung empört die Männer noch mehr, denn sie wollen nun einmal Unterhaltung um jeden Preis. Schnell eskaliert die Situation, aufgepeitscht von Alkohol und entnervt von einer harten langweiligen Reise, greifen die Männer Thornhild und Dajin an. Es entbrennt ein harter Kampf auf Leben und Tod, doch nicht jeder im Raum ist das, was er zu sein scheint und alles kommt anders als zu vermuten war ?

Nun ist es also so weit, das erste Hörbuch für Das Schwarze Auge ist erschienen: Der Göttergleiche.
Die CD bietet auf knapp 59 Minuten eine Geschichte von Ulrich Kiesow, dem leider viel zu früh verstorbenen Erfinder des Schwarzen Auges. Erzählt wird die Story von Axel Ludwig, der schon diversen Hörbuchen oder auch Computer-Spielen Leben eingehaucht hat.

Natürlich ist der interessierte Hörer voller Erwarten, aber auch Bangen, wie die Umsetzung als Hörbuch gelungen ist, daher erst einmal ein paar Worte dazu. Da Hörbücher ja nun einmal ohne verschiedene Sprecher und Soundeffekte auskommen, liegt alles beim Sprecher. Und da kann man nur sagen, Axel Ludwig erledigt seine Aufgabe als Erzähler gut. Bei der Darstellung der verschiedenen Stimmen, erreicht er zwar nicht die Klasse eines Rufus Beck, aber das erwartet wahrscheinlich auch niemand. Insgesamt gesehen ist die Leistung also akzeptabel bis gut. Schade ist nur, dass jegliche Musik fehlt, aber das soll schon beim zweiten DSA-Hörbuch anders werden.

Kommen wir nun zur Geschichte: Da verwundert die Auswahl schon etwas. Es ist sicherlich nicht verwunderlich, dass man für das erste DSA-Hörbuch eine Geschichte von Ulrich Kiesow gewählt hat, aber diese Geschichte ist Geschmackssache. Es ist nur eine einzige Szene, an sich die typische Kneipenszene, wie sie jeder Rollenspiel-Charakter des Öfteren erlebt hat, nur der Plot mit dem "Göttergleichen" ist etwas Besonderes. Positiv ist jedoch zu vermerken, dass gerade durch die Konzentration auf eine Szene, diese natürlich sehr detailliert geschildert werden kann. Es ist eine raue Gesellschaft, aber eine realistische. Dadurch und auch durch die aventurischen Namen, erhält auch der DSA-ungewohnte Hörer einen guten ersten Einblick in die Welt des Schwarzen Auges. Der DSA-Kenner wird wohl ein paar Andeutungen und Hintergründe anklingen hören, aber ansonsten bleibt schon das Gefühl, dass die Geschichte mehr angerissen als erzählt wird.

Als Fazit kann man also sagen, dass das erste DSA-Hörbuch gelungen ist, wenn auch noch Verbesserungspotential vorhanden ist. Die technische Qualität ist gelungen, Aventurien wird auf eine interessante Weise auch dem DSA-Unbedarften vorgestellt und die Geschichte ist kein Meisterwerk, aber eine nette kurzweilige Unterhaltung. Man darf gespannt sein, wie Das Auge des Morgens, das zweite DSA-Hörbuch sein wird und ob die Reihe Erfolg hat. Denn dann werden sicherlich weitere Vertonungen folgen, eine Umfrage der gewünschten Titel soll jedenfalls bald begonnen werden.

Das Booklet hat außer dem Cover, welches ganz gut gelungen ist, Werbung und Informationen zu DSA, Ulrich Kiesow und dem Horchposten-Verlag zu bieten. Abschließend noch ein Wort zum Preis, welcher sicherlich durch die geringe Auflage erklärbar ist, aber in Konkurrenz zu gewissen Veröffentlichungen, die mit diversen bekannten Promi-Sprechern aufwarten, doch etwas sehr hoch ist.

Bernd Wachsmann



CD | Erschienen: 1. September 2005 | ISBN: 3938915005 | Laufzeit: 59 Minuten | Preis: 11,90 Euro

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