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 Die Alchimistin, Folge 2: Das Erbe des Gilgamesch

Die Alchimistin 2


Cover
Gesamt +++++
Anspruch
Aufmachung
Brutalität
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Ton


"Die Alchimistin" ist der Titel einer aufwändigen achtteiligen Hörspiel-Vertonung des gleichnamigen Bestsellers von Kai Meyer sowie dessen Fortsetzung "Die Unsterbliche". Neben dem Auftakt "Der Stein der Weisen" veröffentlichte das Label Lübbe Audio im Mai 2008 auch die zweite Folge der Mini-Reihe: "Das Erbe des Gilgamesch".

Vier Monate sind vergangen, doch der Mord an Nestor Institoris ist noch immer unbemerkt - mit einer Ausnahme: Der Waisenjunge Christopher, der von dem Alchimisten kurz vor seinem Tod als Schüler angenommen worden war, konnte die Tat beobachten und nutzt die vorangegangene Zurückgezogenheit Nestors nun, um selbst alchimistische Experimente durchzuführen und sich Macht über die Familie Institoris zu erschleichen. Auch vor einer Erpressung seiner neuen Mutter schreckt der Junge dabei nicht zurück und droht, seiner jüngsten Schwester zu verraten, dass Nestor nicht ihr leiblicher Vater ist.
Unterdessen stößt das Mädchen Aura Institoris auf ein dunkles Geheimnis des Schweizer Mädcheninternats, an das Nestor sie bis zum Erreichen ihrer Volljährigkeit geschickt hat. Nach einem missglückten Fluchtversuch ist es ausgerechnet der Hermaphrodit Gillian - der Mörder ihres Vaters -, der Aura aus dem Internat befreit. Gemeinsam fliehen sie nach Wien, um sich dort einem Mann namens Lysander entgegenzustellen, der Gillian zuvor beauftragt hatte, sowohl Nestor als auch Aura zu töten - aus Angst, letztere könnte bereits die infame Frucht ihres Vaters in sich tragen ?

Zunächst macht es den Anschein, als schließe "Das Erbe des Gilgamesch" sowohl inhaltlich - was zutrifft - als auch zeitlich - was nicht zutrifft - direkt an die vorangegangene erste Folge, "Der Stein der Weisen", an, bevor sich im Verlauf der Handlung herausstellt, dass in der Zwischenzeit vier Monate verstrichen sind. Diese geschickte Inszenierung stiftet jedoch keinesfalls Verwirrung, sondern sorgt im Gegenteil dafür, dass der Hörer ohne einen Bruch sofort wieder in die Handlung des Hörspiels hineinfindet. Ebenso wie der erste Teil der "Alchimistin" spielt auch "Das Erbe des Gilgamesch" mit verschiedenen Handlungssträngen und Perspektiven. So springt die Erzählung nicht nur zwischen unterschiedlichen Örtlichkeiten hin und her und berichtet abwechselnd von Christopher, Aura und Gillian, sondern auch zwischen verschiedenen Erzählinstanzen, sodass verschiedentlich aus Sicht eines auktorialen Erzählers und aus Sicht der Figuren berichtet wird. Der einführende Charakter, den "Der Stein der Weisen" nicht verleugnen konnte, ist zudem vollständig verschwunden; "Das Erbe des Gilgamesch" erweist sich als in sich stimmiger Teil eines größeren Gesamtwerkes, der die Spannung auf die nachfolgenden Folgen nur noch erhöht.
Gefallen findet der Hörer ein weiteres Mal auch an der fantastischen Musik- und Geräuschkulisse der Produktion, die ihn allein akustisch in die mystisch-okkulte Geschichte Auras hineinzuziehen vermag. Hinzu kommen die teils mehr, teils weniger bekannten Stimmen, die ihre Rollen gelungen interpretieren und die einzelnen Figuren individuell zum Leben erwecken.

Fazit:
"Das Erbe des Gilgamesch" setzt die Hörspiel-Reihe "Die Alchimistin" überaus gelungen fort und verspricht spannende und abwechslungsreiche Unterhaltung. Man darf gespannt sein, wie sich die Produktion weiterentwickelt.

Valentino Dunkenberger



CD | CD-Anzahl: 1 | Erschienen: 01. Mai 2008 | ISBN: 9783785735473 | Laufzeit: 75 Minuten | Preis: 8,95 Euro

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