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 Die Herren von Buchhorn


Cover
Gesamt ++++-
Anspruch
Aufmachung
Brutalität
Gefühl
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung


Gerald steht als Schmied in den Diensten der Familie von Buchhorn. Seine Loyalität kennt keine Grenzen. Auch als der Graf vom Ungarnfeldzug nicht zurückkehrt, weil er dort gemeinsam mit seinem Knappen Adalbert den Tod gefunden haben soll, weicht Gerald nicht von der Stelle.
Die Gräfin gibt ihre unmündigen Kinder in die Obhut eines Freundes und zieht sich in ein Kloster zurück.
Eines Tages erscheinen zwei Edelleute und fragen Gerald nach dem Knappen Adalbert. In der folgenden Nacht erscheint ein Bote bei dem Schmied, der ihn auffordert, den tot geglaubten Knappen in einer Herberge in Bregenz zu treffen. Gerald und seine Frau Mechthild brechen unverzüglich auf. In Bregenz lebt ihr einziger Sohn, der sich mit seinem Vater überworfen hat. Weil Mechthild darauf besteht, zuerst ihren Sohn zu sehen, erreichen sie die Herberge zu spät. Adalbert, den sie tot geglaubt hatten, hat den Krieg überlebt, ist aber in der Herberge an den Folgen schwerer Verletzungen gestorben, die von einem Überfall herrühren. In seinen Kleidern versteckt finden Gerald und Mechthild eine Spange, die Mechthild einst im Auftrag der Gräfin für den Grafen von Buchholz angefertigt hat.
Die beiden machen sich auf den Weg zum Kloster St. Gallen, um Gräfin Wendelgard die Spange zu überbringen. Räuber lauern ihnen auf. Der Sohn erreicht den Ort des Überfalls und versucht das Schlimmste zu verhindern. Sein Vater Gerald jedoch wird ermordet, Mechthild schwer verletzt. Er bringt die Eltern in das Kloster und besteht auf einer Aussprache mit der Gräfin. Mechthild erliegt ihren schweren Verletzungen.
Gräfin Wendelgard erhält, unterstützt von Salomo, Fürstbischof von Konstanz, die Erlaubnis, nach Buchhorn zu reisen und der Bestattung ihrer Getreuen beizuwohnen. Auch der Sohn kehrt in seinen Heimatort zurück. Der Jagdaufseher von Junker Ludowig, der die Gräfin auf Anweisung des Fürstbischofs nach Buchhorn begleiten soll, hat derweil die Verdächtigen gefunden: Es soll sich um Bauern handeln, mit denen Gerald, der Schmied, in der Herberge in Bregenz einen heftigen Streit hatte. Doch der Sohn glaubt nicht daran, dass dies die wahren Schuldigen sind, ebenso wenig wie der Fürstbischof.
Nicht jeder in Buchhorn ist glücklich über die Heimkehr der Gräfin und des jungen Schmiedes. Und was führt Junker Ludowig, der Wendelgard nach dem Tod des Grafen von Buchhorn heiraten wollte, im Schilde? Über allem schweben die Fragen: Wieso hat der Knappe Adalbert den Krieg überlebt, und wie gelangte er an die Spange seines Herrn? Besteht die Hoffnung, dass auch der Graf noch am Leben ist? Und wird die Liebe den jungen Gerald dazu bringen, die Schmiede seines Vaters zu übernehmen und weiterhin den Herren von Buchhorn zu dienen?

Dieser historische Kriminalroman führt zurück in eine Epoche, in der die Abhängigkeit von den Lehnsherren das tägliche Leben vieler Menschen bestimmt hat. Auch der Einfluss kirchlicher Würdenträger auf das weltliche Leben ist ein Aspekt, der in diesem Roman auf eindrucksvolle Weise wiedergegeben wird.
Den Drahtseilakt zwischen ungewohntem altertümlichen Ausdruck und einer gefälligen Lesbarkeit haben die Autoren gut bewältigt. Der Schreibstil ist flüssig und eingängig. Die Aufmachung des Textes ist klar strukturiert und übersichtlich. Die jeweiligen Absätze sind kurz gehalten, was den Leser dazu verführt, schnell noch einen weiteren zu lesen, auch wenn er eigentlich das Buch beiseite legen will.
Die Spannung in diesem Buch entsteht langsam, gibt dem Leser immer wieder Rätsel auf. Dies führt jedoch auch dazu, dass es relativ schwer fällt, sich nicht fest zu lesen. Die Beschreibung der einzelnen Charaktere macht es leicht, sich mit den Protagonisten zu identifizieren. Die immer wieder überraschenden Wendungen, die das Geschehen nimmt, lassen keine Langeweile aufkommen.
Dieser Kriminalroman ist nicht nur für historisch Interessierte ein Genuss. Vielmehr ist es durchaus vorstellbar, dass damit neue Leser für dieses Genre gewonnen werden können.

Renate Behr



Taschenbuch | Erschienen: 01. Juli 2008 | ISBN: 9783899777673 | Preis: 12,90 Euro | 323 Seiten | Sprache: Deutsch

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