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 Die Schiffbrüchigen von Ythaq, Band 5: Das letzte Geheimnis

Die Schiffbrüchigen von Ythaq


Cover
Gesamt +++--
Anspruch
Aufmachung
Brutalität
Gefühl
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung


Nach Monaten der Odyssee quer über den Planeten Ythaq und unzähligen Abenteuern sind die Offizierin Granit, der Techniker Narvath und die Passagierin Callista auf dem abgestürzten Mutterschiff, der "Sternenstaub", angekommen. Doch hier ist die Lage fast aussichtslos. Das Schiff verfügt über sehr geringe Energiereserven, keinen funktionierenden Antrieb und wird seit Wochen vom grausamen Kriegsherr Khengis und seinen Truppen belagert.
Noch schlimmer ist jedoch, dass die Kommandantin der Sternenstaub in dem Killer und Verbrecher Dhokas den vor Jahren verschwundenen Präsidenten der Sternenflotte wiedererkennt. Sie betrachtet den von seinen schweren Verletzungen genesenen Dhokas als ihren Chef und Vertrauten. Niemand glaubt Granit, als sie ihn als gnadenlosen Mörder brandmarkt. Granit bleibt nach ihrer Einschätzung nichts anderes übrig, als offen zu meutern und Dhokas mit Waffengewalt und massiver Folter zu zwingen, ihr das Geheimnis des Planeten Ythaq zu offenbaren.
Doch kaum ist sie der Frage, was auf Ythaq gespielt wird, näher gekommen, bricht auf dem Schiff das totale Chaos aus. Khengis sucht in einem totalen Angriff auf die Sternenstaub die Entscheidung.

"Das letzte Geheimnis" ist der fünfte Band der neunteiligen Serie "Die Schiffbrüchigen von Ythaq".
Autor Christophe Arleston und Illustrator Adrien Floch sind mit dieser Reihe zweifellos in den Olymp der besten und erfolgreichsten Comics aufgestiegen. Doch welcher Teufel hat die Beiden geritten, als sie sowohl den Humor der ersten vier Bände völlig außen vor ließen als auch der brutalen Gewalt zu huldigen. Unzählige Menschen und Ythaqer werden erdolcht, enthauptet, zerstückelt, zersägt und verbrannt.
Immer wieder bricht völlig unkontrollierte Aggression aus, immer wieder zeigen die Bilder Mimik und Gestik Sterbender, nebst Unmengen austretender Körperflüssigkeit. Hat man in den ersten Bänden Wert auf die Geschichte, ihre Verwicklungen und abwechslungsreichen Wendungen gelegt, ist es nunmehr nur noch die Gnadenlosigkeit der Akteure, die im Mittelpunkt steht. Dass sogar die Hauptfigur Granit, zwar stur und eigensinnig, aber immer auch nett und liebenswürdig, zur Folter greift, erschreckt und stößt ab.

Nein, diese Folge ist kein Höhepunkt, eher ein Tiefpunkt der Serie. Die Gewaltorgien scheinen Selbstzweck zu sein und unterhalten nur minimal. Wären nicht die zahlreichen Hinweise auf die Hintergründe der Geschehnisse und das Auftauchen neuer Personen in dem verwirrenden Spiel, man müsste Teil Fünf auslassen bei dem Genuss der Serie. Doch wer "Die Schiffbrüchigen von Ythaq" miterleben will, kann nicht umhin, auch diesen Band zu lesen. Auch wenn es eher Abscheu denn Spaß und Ärger denn Freude sind, die beim Lesen vorherrschen, gelingt es Arleston und Floch doch, zu faszinieren. Eine derart lebendige, vielfältige und undurchsichtige Welt ist beispiellos und verdient höchste Achtung.

Aufmachung und Druckqualität sind von gewohnt bestechender Qualität. Auch die Farbgebung der einzelnen Passagen ist einfach nur perfekt. Sehr informativ sind auch die Zusatzseiten am Ende des Bandes, die - wenn auch sehr knapp - die Entwicklung von der ersten Handzeichnung zum fertig kolorierten Bild dokumentieren.

Stefan Erlemann



Hardcover | Erschienen: 01. Juni 2008 | ISBN: 9783939823100 | Originaltitel: Les Naufragés D´Ythaq: L´Ultimate Arcane | Preis: 13,80 Euro | 56 Seiten | Sprache: Deutsch

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