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 Die Originale, Folge 48: Dracula

Jagd der Vampire


Cover
Gesamt ++++-
Anspruch
Aufmachung
Brutalität
Gefühl
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Ton


Der Londoner Anwalt Jonathan Harker reist nach Transsylvanien zu Graf Dracula, um mit ihm den Erwerb einiger Grundstücke in Englands Hauptstadt zu besprechen. Bereits auf dem Weg zu der düsteren Festung des Grafen erlebt Jonathan einige merkwürdige Dinge. Die Menschen warnen Harker vor unheimlichen Kreaturen und Draculas Kutscher scheint Macht über die Wölfe zu haben. Auch der Graf selbst ist nicht gerade koscher. Spitze Eckzähne und seltsame Ess- und Schlafgewohnheiten sind dabei noch die harmlosesten Eigenschaften. Mehr und mehr ahnt Jonathan, dass er ein Gefangener auf Draculas Schloss ist. Als er drei hübschen Frauen begegnet, die von seinem Blut trinken, weiß Harker, dass er Vampiren in die Fänge gelaufen ist. Dem Anwalt gelingt die Flucht aus dem Gemäuer bis nach London. Dort bittet er seinen alten Freund Professor Van Helsing um Hilfe. Dracula indes ist seinem Opfer nach England gefolgt und vergreift sich an Jonathans Verlobter Mina und deren Freundin Lucy?

Mit dieser CD erscheint ein echter Hörspiel-Klassiker in ansprechender Vinyl-Optik. Die Geschichte wurde erstmals im Jahr 1970 als LP publiziert und hat bis heute nichts von ihrem Reiz verloren. Im Gegenteil, das leichte Rauschen im Hintergrund, der teilweise dumpfe Ton und die Stimmen der alten Sprecher machen das knapp fünfzigminütige Hörspiel zu einem wahren Nostalgie-Erlebnis. Regie und Bearbeitung hat Konrad Halver übernommen, der den Roman zunächst sehr werkgetreu umgesetzt hat, am Ende aber mit einem interessanten alternativen Ende zu überraschen versteht. So kommen auch Hörer, welche die Geschichte dank unzähliger Filme und Hörspiele zur Genüge zu kennen glauben, auf ihre Kosten. Natürlich wurde die Handlung gestrafft und um einige Personen erleichtert. Lucys Verlobter Arthur Holmwood und dessen Freunde Quincey Morris und Dr. John Seward kommen beispielsweise gar nicht vor.
Die Rolle des Grafen Dracula wird, wie auch im zweiten Dracula-Hörspiel aus dem Hause Europa, von Charles Regnier gesprochen, der den Blutsauger sehr distinguiert darstellt. Jonathan Harker wird in dieser Folge hingegen von Michael Poelchau gesprochen, der eine sehr überzeugende Arbeit geleistet hat. Als Mina Murray ist Reinhilt Schneider zu hören, die auch in neuen Produktionen weiterhin zu hören ist. Den Part von Professor Van Helsing hat Werner Hinz inne, der den Gegenspieler Draculas authentisch rüberbringt. Ebenso überzeugend sind die Vampirbräute des Grafen, wohingegen Herma Koehn als Minas Freundin Lucy zum Teil sehr leidenschaftslos klingt, was vermutlich aber die fortschreitende Schwäche und den Blutverlust dokumentieren soll.
Eine unbestreitbar erstklassige Vorstellung hat Hans Paetsch als Erzähler geliefert, der die Ereignisse einfühlsam schildert. Etwas befremdlich klingt es jedoch, wenn die Mimen den Namen "Jonathan" aussprechen - die erste Silbe wird noch englisch gesprochen, die zweite dann deutsch. Unterm Strich fällt dieser Punkt aber nicht sonderlich ins Gewicht.
Ein Großteil der Atmosphäre des Hörspiels wird durch die düstere Orgelmusik produziert, die perfekt zum Geschehen passt.

Das Cover ist das Original-Titelbild der Schallplatte aus den siebziger Jahren und vermittelt immer noch einen angemessen düsteren Eindruck.

Fazit:
Nostalgie pur! Ein Hörspielklassiker der Superlative mit Hörspiellegenden wie Charles Regnier, Reinhilt Schneider und Hans Paetsch in den Hauptrollen. Düstere Orgelmusik rundet das Gruselerlebnis in angemessener Weise ab.

Florian Hilleberg



CD | CD-Anzahl: 1 | Erschienen: 01. September 2007 | ISBN: 9783866294424 | Laufzeit: 47 Minuten | Preis: 6,99 Euro

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