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 DSA-Roman, Band 13: Die Ränke des Raben

Drei Nächte in Fasar - Teil 2

Serie: DSA-Roman, Band 13
Autoren: Bernhard Hennen
Verlag: Heyne

Cover
Gesamt ++++-
Anspruch
Brutalität
Gefühl
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Mahmud, der Geschichtenerzähler, ist zurück und hat sich Verstärkung durch eine Bettlerin und neue Freundin mitgebracht, um die Menschen am Teppichbasar zu Fasar mit dem zweiten Teil seiner Erzählung zu beglücken:
Der Krieg um die Wüste Khom zwischen Al´Anfa und dem Kalifat ist in vollem Gange und hat auch das Schicksal der Tänzerin Melikae, dem ehemaligen Sklaven Omar und der Salzgängerin Neraida beeinflusst.
Neraida quält ihr Gewissen. Zwar gelang es ihr aus Unau zu fliehen, jedoch konnte sie nur den heiligen Fußabdruck retten, während sie das heilige Buch zurücklassen musste, bevor es al´anfanischen Truppen in die Hände fällt. Wieder muss sie den Salzsee überqueren und das Tal der sieben Säulen erreichen, wo sie den Propheten aufsuchen will. Dieser hat jedoch noch viel größere Aufgaben für sie. Sie soll eine Gruppe Kasimiten über den gefährlichen Salzsee führen, um Überfälle auf die Al´Anfaner zu ermöglichen und somit das Land im Kampf gegen die Südaventurier zu verteidigen.
Auch Melikae versucht ihren Teil für den Krieg beizutragen, auch wenn ihre Vorgehensweise nicht nur gefährlich ist, sondern auch den Unmut der Verteidiger auf die junge Frau zieht. Wider allen Ängsten und emotionalen Zwiespalten versucht sie tapfer zu sein und die Offiziere des al´anfanischen Patriarchen Tar Honak durch ihre Schönheit und ihr Können in die Falle zu locken. Der Schmerz über die Verachtung des Volkes ihr gegenüber nagt an ihr, doch muss sie sich all dem hingeben, um ihren Plan nicht zu gefährden. Ihr wohl letztes Ziel nach Omars Tod ist es, für den Patriarchen zu tanzen und ihn bei dieser Gelegenheit für das Reich zu töten.
Omar hingegen ist jedoch nicht tot. Einer der mysteriösen Beni Geraut Schie fand ihn in der Wüste und rettete ihm das Leben. Wenn er auch eine sehr eigene Art der Ausbildung hat, so zeigt sich bald, welch guter Lehrer er für Omar ist. Nach Jahren beschließt dieser, nun selbstsicherer Kämpfer, nach Unau zu ziehen und Melikae aufzusuchen. Heimlich verschafft er sich Zugang zum Palast und dringt bis in Melikaes Schlafgemach vor. Dort erwartet ihn jedoch eine Überraschung.
Es ist nicht zu leugnen, dass die ´Ränke des Raben´ schon viel zu weit in das Land und die Gesellschaft hineinreicht und der Krieg kaum mehr zu gewinnen ist. Nicht nur das Kalifat, auch Melikae, Omar und Neraida geraten in immer stärkere Bedrohung und ihr Schicksal scheint ihnen kein glückliches Leben vorherbestimmt zu haben. Jedoch kann es sich keiner der drei leisten, an den inneren Zwiespalten zu verzweifeln oder gar aufzugeben, da die schlechte Lage im Khom-Krieg von jedem von ihnen den Tribut fordert.

Nicht nur für Mahmud, auch für den Leser beginnt der zweite Teil der Erzählung. Auch dieser Teil der dreiteiligen "Drei Nächte in Fasar"-Reihe lässt nichts zu wünschen übrig. Nicht nur die Erzählung um Mahmud wird ausgeweitet und lässt immer mehr Blicke auf den Charakter des Haimamud zu, auch die von diesem erzählte Geschichte über Melikae und Omar wird weitläufiger und intensiver.
Was im ersten Teil "Der Tanz der Rose" mit gelungenen Beschreibungen und gefühlvollen Darstellungen der Figuren begann, wird im zweiten Teil nochmals intensiviert und hervorgehoben. Die immer wieder erschütterte Gefühlswelt der Haupt- wie auch der Nebenfiguren ist nicht nur nachvollziehbar, sondern wird durch weiterhin beeindruckende Beschreibungen für den Leser nachfühlbar. Gerade der Lebenswandel der Melikae, die in eine regelrechte Krise gerät, wirkt sehr real und lebensnah. Auch die Wandlung des Omar hat viele interessante Aspekte. So ist seine Wandlung zum Kämpfer gut beschrieben, auch dessen Lehrmeister ist eine der Figuren, die nicht nur als mysteriös beschrieben wird, sondern auch so auf den Leser wirkt.
Gekrönt wird der zweite Teil der Erzählung, die der ersten in wenig nachsteht, durch zwei Dinge: Der fehlerfreie Aufbau neuer und unerwarteter Entwicklungen und die fundierte Darstellung des Kriegsablaufes. Letzteres wurde schon im ersten Teil angedeutet und übertrifft die Erwartungen für den zweiten bei Weitem. Doch auch Ankündigungen für den dritten und letzten Teil fehlen nicht. So wird das Bild des mysteriösen Reiters deutlicher und damit auch die Verwicklung des Erzählers Mahmud mit dessen erzählter Geschichte. Die Auflösung dieser Rätsel ist aber wie die der Geschichte um Melikae und Omar auf den dritten Teil verlegt. Auch wenn der zweite Teil ohne den ersten nicht bestehen kann, so ist erneut ein sehr gutes Werk entstanden und wer den ersten Teil nicht gelesen hat, der hat sich sowieso viel entgehen lassen.

Man durfte nach dem ersten Teil viel erwarten und wurde keineswegs enttäuscht. Bernhard Hennen übertrifft sich selbst durch die Verstärkung der emotionalen Aspekte der Figuren und die fehlerfreie Fortführung der Geschichte, was die geheimnisvolle Erweiterung um die Darstellung Mahmuds nur noch verstärkt. Eine bewegende und spannende Geschichte mit korrekten Hintergründen und bestechender Logik sucht nun einen Abschluss im dritten Teil der Fasar-Reihe, "Das Reich der Rache".

Markus Bug



Taschenbuch | Erschienen: 1. Februar 1996 | ISBN: 3453094980 | Preis: 6,95 Euro | 379 Seiten | Sprache: deutsch

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