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 Die Highland-Saga, Band 3: Ferne Ufer


Cover
Gesamt +++++
Anspruch
Aufmachung
Brutalität
Gefühl
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Die Handlung schließt nahtlos an das Ende des zweiten Bandes der Highland-Saga an:

Jamie öffnet die Augen, jeder Muskel in seinem Körper schmerzt und er liegt unter der Leiche von Jonathan Randall. Er weiß nicht was passiert ist und sieht nur, wie die englischen Soldaten die verwundeten schottischen Aufständler erschießen. Mit ein paar Freunden gelingt es ihm, sich in einem Bauernhaus, am Rande des Moores, Zuflucht zu verschaffen. Doch die Engländer finden sie und jeder einzelne wird exekutiert. Nur Jamie wird durch einen Zufall verschont.

In der Zukunft entdecken Claire, Roger und Brianna, dass Jamie Culloden überlebt hat. Roger bietet daraufhin an, Nachforschungen anzustellen und Brianna schließt sich ihm widerstrebend an. Gemeinsam finden sie heraus, wo Jamie hingebracht wurde und wie er all die Jahre verbracht hat. Sie finden heraus, dass er im Gefängnis Ardsmuir gelandet ist, das vorerst letzte Lebenszeichen.
Dort baut sich eine Art Freundschaft zwischen ihm und dem Hauptmann Lord John Grey auf. Doch bald entdeckt Jamie, dass John wohl mehr als freundschaftliche Gefühle für ihn hegt. Als die Gefangenen nach Amerika in die Kolonien als Zwangsarbeiter deportiert werden, begnadigt Lord John Jamie und schickt ihn als Stallknecht zu einer englischen Familie, wo er ihn natürlich auch besuchen kann.
Nach einigen Jahren Dienst wird er entlassen und kann endlich heim nach Lallybroch ...

Für Claire rückt derweil eine wichtige Entscheidung immer näher. Sie weiß nun, dass ihr geliebter Jamie überlebt hat und wo er sich aufhält und bereitet sich auf einen weiteren Übergang durch die Steine vor. Er ist gefährlich - doch er gelingt Claire.
Sie findet Jamie schließlich nach langer Suche in Edinburgh, wo er unter einem Decknamen eine Druckerei betreibt. Durch verschiedene Umstände müssen sie schließlich Schottland verlassen. Einer davon ist die Entführung Ians, Jamies Neffen, den sie zurück holen wollen. Auf der weiteren Reise werden sie bald von einem Kriegsschiff der englischen Marine verfolgt; es zieht ein Sturm auf bei dem ihr Schiff zerschmettert wird.
Als sie wieder erwachen, stellen sie fest, dass sie sich an Land befinden Und wie sie bald herausfinden, in der Kolonie Georgia in Amerika...

Band drei "Ferne Ufer" der Highland-Saga erschien 1994 unter dem Originaltitel "Voyager". Die vorliegende deutsche Taschenbuchausgabe erschien 1999 im Blanvalet Verlag und wurde von Petra Hrabak, Sonja Schumacher und Barbara Steckhan aus dem Amerikanischen übersetzt.

Da es bereits der dritte Teil der Autorin ist, kann man anmerken, dass sie sich im Schreibstil nicht verändert hat. Wie schon bei den beiden vorigen Romanen ist auch dieser wieder gut und leicht lesbar und durchaus verständlich formuliert. Die Verfasserin verzichtet in bereits gewohnter Weise auf viele Füllwörter, Schachtel- und Endlossätze.

Wie auch in den anderen Bänden kommen in diesem eine Menge an Fremd- und Fachwörtern vor, die man bei Interesse jederzeit in einem Lexikon, Duden oder anderen Fachbüchern nachschlagen kann. Hauptsächlich kommen jedoch Aussprüche und Formulierungen in der alten schottischen Sprache, Gälisch vor, die den Büchern immer wieder einen Hauch der Exotik verleihen und es gerade manchmal aus diesem Grund besonders spannend machen, sie zu lesen. Die gälischen Formulierungen unterstreichen den Charakter des historischen Romans noch mehr, weil das Buch dadurch stark an Authentizität gewinnt, denn Gälisch war DIE Sprache in Schottland im 18. Jahrhundert.

Der Inhalt ist wieder (oder immer noch) bestens und bis ins Detail hinein recherchiert und ausgearbeitet worden. Die Autorin versteht es nach wie vor, dem Leser geschichtliches Hintergrundwissen geschickt durch eine romanartige Erzählung zu präsentieren, ohne ihn zu langweilen.

Die Dialoge sind wieder sehr realitätsbezogen und könnten manchmal direkt von der Straße oder aus den eigenen vier Wänden entnommen worden sein. Manche erinnern lebhaft an Ehestreits, die man schon mal irgendwo mitbekommen hat, und deshalb wirken sie auch nicht konstruiert oder gestellt.
In diesem Buch gibt es eigentlich genau genommen nur einen Handlungsstrang, dieser dreht sich um Claire und Jamie. Als Einleitung erfolgt eine Art Prolog und ein kurzer Auszug in dem Brianna und Roger vorkommen, danach geht es aber direkt über zur eigentlichen Handlung. Insgesamt hat das Buch neun Teile, was neun einzelnen kleinen Büchern entspricht, die insgesamt 63 Kapitel haben, die sich durchgehend fortziehen.

Das Tempo der Erzählung ist doch relativ zügig, passt jedoch zum Erzählstil der Autorin und natürlich zum Gehalt der Geschichte.
Das Ende ist schlüssig, denn es endet mit Claires und Jamies unerwarteter Ankunft in Amerika und ihrer Chance auf eine neue Existenz. Es ist für durchaus befriedigend, schließt das Ende der Handlung vorerst ab und macht Lust auf eine Fortsetzung und weiteren Geschichten von Jamie und Claire.


Zuallererst muss an dieser Stelle erwäht werden, dass dies der dritte Band der Saga ist. Er sollte auch wirklich erst an dieser Stelle gelesen werden, um neue Leser nicht zu verwirren. Es fängt genau da an, wo das letzte Buch aufgehört hat. Außerdem ist es auch viel schöner, einen Charakter von Anfang an kennen zu lernen und Stück für Stück in sein Leben und die Handlung eingeführt zu werden, als mitten in der Geschichte anzufangen.

Also liebe Leser, lassen Sie sich nicht von der Korpulenz dieses Bandes abschrecken, denn es hat "nur" 1075 Seiten und keine zuviel!!
Ein supertoller historischer Roman, klasse und historisch korrekt recherchiert, toll geschrieben und auf jeden Fall lesens- und empfehlenswert!!!

Nina Kraus



Taschenbuch | Erschienen: 1. Mai 1999 | ISBN: 9783442350957 | Originaltitel: Voyager | Preis: 12,00 Euro | 1075 Seiten | Sprache: Deutsch

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