Rezension des Tages

CoverDie unerträgliche Leichtigkeit des Seins

Später überlegt Tomas immer wieder, dass Teresa damals bei ihm gestrandet ist wie der biblische Moses im Körbchen bei der ägyptischen Prinzessin. Der erfolgreiche Chirurg und die Serviererin werden in Prag eher aus diversen Zufällen heraus ein Paar, unmittelbar bevor sowjetische Panzer dem politischen Wandel in der Tschechoslowakei ein blutiges Ende bereiten. Zwischen den beiden entsteht eine tiefe Liebe, auch wenn Teresa fast daran zerbricht, dass Tomas weiterhin seine zahlreichen von ihm so genannten erotischen Freundschaften auslebt.
Tomas und Teresa wandern in die Schweiz aus, wo Tomas seine frühere Gespielin Sabina wieder trifft. Die Beziehung zwischen Sabina und dem Schweizer Hochschullehrer Franz wird die zweite im Roman thematisierte Liebesgeschichte sein.
Teresa kann den freiheitlichen Westen und Tomas' sexuelle Abenteuer nicht ertragen und kehrt nach Prag zurück, bald gefolgt von Tomas, den sein schlechtes Gewissen und seine Liebe zu ihr ziehen. Als sich Tomas weigert, einen von ihm im Zuge des Prager Frühlings verfassten Zeitungsartikel zu widerrufen, gerät er in die Fänge des Geheimdienstes. Unweigerlich beginnt der Abstieg - oder was man eigentlich für einen Abstieg halten sollte. Denn nun sind Teresa und er fern von der unerträglichen Leichtigkeit des Seins angekommen. ...
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