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 Das Alptraum-Netzwerk

Autoren: Thomas Ligotti
Illustratoren: Mark Freier
Verlag: BLITZ

Cover
Gesamt ++++-
Anspruch
Aufmachung
Brutalität
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung


Drei Wirtschafts-Horror-Storys vom Ausnahemautor Thomas Ligotti. Mittelpunkt der Geschichten sind jedes Mal Antihelden, die sich in den gierigen Fängen moderner Firmen verstricken.

"Der Lohn des Lebens - Meine Arbeit ist noch nicht getan"
Frank Dominio ist ein unscheinbarer Mensch, der in einer skrupellosen, unpersönlichen Firma sein Dasein fristet. Bald wird er zur Zielscheibe seines Vorgesetzten und seiner engsten Mitarbeiter. Dominio kündigt und beginnt einen mörderischen Rachefeldzug zwischen Wahn und Wirklichkeit.

"Die Wiederkunft der Toten - Ich habe noch einen speziellen Plan für diese Welt"
Wieder ist eine Firma, die im wahrsten Sinn des Wortes über die Leichen ihrer Mitarbeiter geht, Mittelpunkt der Geschichte. "Die gelbe Pest" bedroht die Menschen von "Mörder-City".

"Das Alptraum-Netzwerk"
In Form von Werbeanzeigen und Nachrichtenmitteilungen wird das Wirken einer Firma, die mit Alpträumen ihr Geld verdient, beschrieben.

Thomas Ligotti ähnelt in seinem Leben und seinem Wirken sehr den großen Phantasten amerikanischer Literatur, wie Edgar Allan Poe und H.P. Lovecraft. Doch wie bereits in dem ausführlichen und höchst unterhaltsam geschriebenen Nachwort bekannt gegeben wird, liefert Thomas Ligotti keine Plagiate der großen Schriftsteller ab und kann auch nicht als gewöhnlicher Epigone betrachtet werden. Ligotti besitzt eine klare, ausschweifende und sehr metaphorische Sprache. Seine Geschichten sind bizarr, bedrohlich und bersten vor subtiler Spannung. Seine Charaktere sind normale, unscheinbare Menschen, häufig ausgenutzt und gedemütigt. Ligottis Stärke ist der Surrealismus, den er gekonnt mit der modernen Welt verbindet. Den Kern des Buches macht die Story "Der Lohn des Lebens" aus, welche mit mehr als hundert Seiten zu den umfangreicheren Werken Ligottis zählt und die eindringlichste und beste Erzählung dieser Sammlung darstellt. Auch die zweite Story ist sehr stimmig und voll erzählerischer Dichte. Etwas umständlich ist die letzte, titelgebende Geschichte ausgefallen, der eine originelle Idee zu Grunde liegt, die aber recht umständlich zu Papier gebracht wurde. Vervollständigt wird das Buch durch ein ausführliches Nachwort von Thomas Wagner. Hier beschreibt der Verfasser das Werk von Thomas Ligotti. Doch gerade hier sind auch die Druckfehler und Wortwiederholungen sehr auffällig.
Alles in allem aber eine sehr schöne Geschichtensammlung eines grandiosen Autors.

Das Coverlayout und die Illustration von Mark Freier ist einfach genial und passt perfekt zu den düsteren, surrealen Visionen Ligottis. Leider gibt es in diesem Buch keine Innenillustrationen. Das Papier ist von erstklassiger Qualität und auch der Satzspiegel sehr schön gesetzt worden.

Fazit:
Ein weiterer Glanzpunkt in dieser ambitionierten und anspruchsvollen Reihe. Markus K. Korb bringt mit Thomas Ligotti dem deutschen Phantastikleser einen Schriftsteller näher, der hierzulande leider noch vergleichsweise unbekannt ist.

Florian Hilleberg



Taschenbuch | Erschienen: 01. November 2004 | ISBN: 9783898409223 | Preis: 9,95 Euro | 176 Seiten | Sprache: Deutsch

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