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 Die Legende vom Weitseher, Band 3: Der Nachtmagier

Serie: Die Legende vom Weitseher, Band 3
Autoren: Robin Hobb
Übersetzer: Eva Bauche-Eppers
Verlag: Heyne

Cover
Gesamt +++++
Anspruch
Aufmachung
Brutalität
Gefühl
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Fitz Chivalric lebt. Seinem Giftanschlag zu entkommen gelang Fitz durch seinen Wolfsbruder Nachtauge und der Alten Macht, die die beiden verbindet. Nachtauge hatte Fitz in sich aufgenommen, doch als Fitz wieder in seinen eigenen Körper zurückkehrt, ist er mehr Wolf als Mensch. Burrich, der sich seiner annimmt, verzweifelt beinahe an dem Wolf im Menschen und keiner von Fitz' Rettern ist sich sicher, ob er jemals wieder so werden wird wie früher. Doch nach langer Zeit gelingt es Burrich den wahren Fitz wieder hervorzuholen. Aber Fitz ist gezeichnet von den Ereignissen in Edels Kerker, dem er nur mit seinem "Tod" entrinnen konnte. So halten ihn auch seine Freunde, bis auf wenige Ausnahmen, für tot.
Fitz muss sich nun entscheiden, nimmt er seine Pflichten gegenüber den Weitsehern und Veritas wieder auf - oder kehrt er dem Chaos, das dank des Nichtstuns des falschen Königs Edel, die roten Korsaren über die Sechs Provinzen bringt, den Rücken zu, um zu seiner Liebsten, Molly, zurückzukehren.
Fitz entscheidet sich für seinen eigenen Weg, jedoch führt ihn dieser ins neue Zentrum der Sechs Provinzen, denn Edel und sein Zirkel sollen für das, was sie ihm angetan haben, zahlen.

"Der Nachtmagier" ist der dritte und letzte Teil der Trilogie "Die Legende vom Weitseher" von Robin Hobb. Hierfür hat die Autorin, Fitz noch einmal aus dem Grabe auferstehen lassen, denn wie jedem Leser durch die memoirischen Teile der letzten zwei Bände klar ist - Fitz kann nicht sterben, er muss der Nachwelt berichten. Doch die Figur Fitz steht gerade an einem Scheideweg und während sein älteres Ich oft die historischen Geschehnisse dieser Zeit im Fokus hat, hat der junge Fitz zu entscheiden, was er mit seiner Zukunft anfangen will.
Wie man daraus schon erahnen kann, ist "Der Nachtmagier" ein Band bei dem die Handlung ins Innere der Figuren verlegt wurde, denn Fitz ehemals der Bastard, der Assasine, der Mittler, den gibt es so nicht mehr - er muss nun seinen eigenen Platz in der Welt und seine Bestimmung finden. Der Leser wird durch die, von Robin Hobb für alle Bücher dieser Reihe gewählte, Ich-Perspektive, ganz unmittelbar an Fitz' Stelle gezogen und erlebt so all seinen Schmerz und Sehnsüchte mit ihm. "Der Nachtmagier" erlebt nur wenig helle Momente, die Grundstimmung des Buches darf man durchaus als melancholisch und düster beschreiben und auch das Ende bleibt dieser traurigen Stimmung treu.

Ein Thema das bisher nur am Rande behandelt wurde sind sowohl die Gabe als auch die Alte Macht. Seite an Seite mit Fitz erfährt der Leser in diesem Band nun weitere Details und mehr als eine der Erkenntnisse erweisen sich als sehr überraschend.
Sicherlich keine allzu leichte Kost erwartet den Leser mit "Der Nachtmagier", schwere Emotionen geben hier den Ton an und auch von der Stimmung her erweist sich dieser Band als anders als seine Vorgänger. Trotz des gefühlslastigen Tenors ist das Buch nicht gefühlsduselig. Robin Hobb schafft diese Gratwanderung und sorgt außerdem dafür, dass dem Leser nie langweilig wird. Grund dafür sind vor allem die vielen feinen Fäden von scheinbaren Nichtigkeiten, die zum Ende hin erstaunliche Bedeutung erhalten und den Leser ständig aufs Neue überraschen.

Damit ist "Der Nachtmagier" ein gelungener Abschluss der ersten Weitseher-Trilogie, auch wenn das Ende wohl den ein oder anderen überraschen mag.

Sandra Seckler

Probe


Taschenbuch | Erschienen: 8. Februar 2010 | ISBN: 978-3453525214 | Originaltitel: The Assassin's Quest | Preis: 17,00 Euro | 1182 Seiten | Sprache: Deutsch

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