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 Urban, Band 2: Die zum Sterben Verdammten

Serie: Urban, Band 2
Autoren: Luc Brunschwig
Illustratoren: Roberto Ricci
Übersetzer: Tanja Krämling
Verlag: Splitter Verlag

Cover
Gesamt +++++
Anspruch
Aufmachung
Bildqualität
Brutalität
Gefühl
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Nachdem Isham El Ghellab, der beste Interceptor von Myjoy, vor den Augen der sensationslüsternen Zuschauer ermordet wurde, wird Zachary Buzz auf den Attentäter angesetzt. Doch bisher hat der Serienkiller Ebrahimi noch jeden Interceptor zur Strecke gebracht - hat Zachary, das Landei mit dem guten Herzen, auch nur den Hauch einer Chance gegen ihn?
Während die Wetteinsätze für die spektakuläre Jagd auf Ebrahimi in die Höhe schießen, kämpft sich an einer anderen Ecke von Myjoy ein kleiner Junge durch die Stadt der Vergnügungssüchtigen: Niels, der von zuhause weggelaufen ist, merkt schon bald, dass er alleine in Myjoy keine Chance hat zu überleben, denn gegenüber Obdachlosen zeigt die Stadt ihr grausamstes Gesicht. Unverhofft kann der Junge sich dem alten Straßenkünstler Magic anschließen, der sich mehr schlecht als recht von einem Tag zum nächsten hangelt. Als Magic erkennt, dass Niels aus reichem Hause kommt und massenhaft Kredit auf seinem Konto hat, nimmt er den Jungen auf eine Tour durch Myjoy mit - mit katastrophalem Ausgang ...

Teil 2 der im Jahr 2059 angesiedelten Dystopie "Urban" legt den Fokus auf zwei Handlungsstränge: Im einen geht Zack Buzz unter den Augen der Öffentlichkeit auf die Jagd nach dem Serienmörder Antiochus Ebrahimi - oder ist Zack derjenige, der gejagt wird? Schließlich hat Ebrahimi bisher ausnahmslos alle Interceptors zur Strecke gebracht, die sich ihm genähert haben. Im zweiten Handlungsstrang folgt der Leser dem kleinen Niels, der sich ohne einen Erwachsenen auf den Straßen von Myjoy wiederfindet und sich schließlich dem alten Magic anschließt. Am Ende führt Autor Luc Brunschwig beide Stränge zusammen in einem spektakulären und bewegenden Finale - und bringt gleichzeitig einen fiesen Cliffhanger, der die Wartezeit auf den dritten Teil "Es werde Licht!" nicht gerade leicht macht!
Auch in diesem Teil darf der gigantische Vergnügungspark Myjoy seine fiesen und unbarmherzigen Seiten zeigen, von denen die Touristen so gar nichts mitbekommen. Myjoy zeigt sich "großzügig" gegenüber allen, die genug Geld und Kredit mitbringen - und gnadenlos gegenüber allen, die kein Heim, keine Arbeit und kein Geld haben. Erneut wehen deutliche Anklänge an Filme wie "Running Man", "Das fünfte Element" oder "Bladerunner" durch die Story, jedoch kommt "Urban" so frisch und eigenständig daher, dass beim Leser nie der Eindruck entsteht, diese deprimierende und menschenverachtende Zukunftsvision bereits von woanders her zu kennen.

Die Zeichnungen von Roberto Ricci sind einfach nur fantastisch und immer einen zweiten und auch dritten Blick wert - sehr detailreich und mit feinen Strichen ausgeführt, extrem sorgfältig koloriert. Wie es sich für einen Ort wie Myjoy gehört, ist die Stimmung düster und schmutzig, die Szenen wirken oft, wie durch einen Farbfilter betrachtet: Schlammige Braun- und Orangetöne, trübes Grün oder kaltes Blau lenken geschickt die Stimmung.

"Urban 2: Die zum Sterben Verdammten" ist eine sehr gute Fortsetzung der bemerkenswerten Reihe von Brunschwig und Ricci, die jedem Fan von Sci-Fi und düsteren Dystopien nur ans Herz gelegt werden kann. Wer die Serie noch nicht kennt, sollte aber definitiv mit Band 1 "Die Spielregeln" beginnen.

Eine Leseprobe gibt es hier auf der Verlags-Website.

Christina Liebeck



Hardcover | Erschienen: 1. März 2014 | ISBN: 9783868696530 | Originaltitel: Urban: Ceux qui vont mourir | Preis: 13,80 Euro | 56 Seiten | Sprache: Deutsch

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