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 Jetzt mal ehrlich!

Partyspiel mit L├╝gendetektor

Verlag: Hasbro

Cover
Gesamt ++---
Anspruch
Aufmachung
Bedienung
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Spielregel
"Glaubst du, dass jemand hier im Raum auf dich steht?" oder "Würdest du eine Affäre mit einem Kollegen / einer Kollegin beginnen?" Wer Fragen solcher Art immer schon einmal mit dem Partner, Freunden oder Verwandten diskutieren wollte, dem steht nun die Möglichkeit mit diesem Partyspiel mit "Lügendetektor" zur Verfügung. Der "Vernehmer" stellt eine Frage an den Befragten, dieser drückt einen Knopf, um den Detektor zu aktivieren und antwortet mit Ja oder Nein. Wenige Augenblicke später wird für alle sichtbar das Ergebnis verkündet. Wurde die Frage wahrheitsgemäß beantwortet, bekommt der Befragte einen Punkt, ansonsten geht dieser an den "Vernehmer". Reihum darf nun jeder Mitspieler eine Frage stellen, danach wechselt der Fokus und es gibt eine neue Person, die Rede und Antwort stehen muss. Wer am Ende des Durchgangs die meisten Punkte gesammelt hat, gewinnt das Spiel.

Partyspiele für Erwachsene sind immer so eine Sache. Nicht alle Spielgruppen können gut mit persönlichen Informationen, Gefühlen oder Erotik am Spieltisch umgehen. Hasbro wagt sich mit "Jetzt mal ehrlich!" auf dünnes Eis. Das Spiel besteht grundlegend aus einem eher kindlich gestalteten Koffer aus Plastik, der den Lügendetektor darstellt. Natürlich inklusive Licht- und Soundeffekten, die das Spielerlebnis verstärken sollen. Betrieben wird es mit drei Mignon-Batterien, die auf der Rückseite eingesetzt werden. Zum Spielen wird der Koffer geöffnet, die eine Hälfte abgenommen und als "Monitor" in die andere Hälfte gestellt. Fertig ist der Spielaufbau. Im Lieferumfang sind außerdem 126 Fragen dabei, die den Mitspielern gestellt werden können, diese lassen sich nach Lust und Laune erweitern oder besser auf die Mitspieler zuschneiden. Je individueller, umso interessanter wird das Spiel.

Grundsätzlich ist der Reiz an einem Lügendetektor herauszufinden, was die Person auf der anderen Seite wirklich denkt, tut oder fühlt. Je nachdem in welcher Zusammensetzung hier gespielt wird, können daraus lustige Momente auf dem nächsten Pärchen- oder Familienspieleabend entstehen. Nicht umsonst werden Spiele nach dem "Wahrheit oder Pflicht"-Prinzip seit Generationen gespielt und stetig neu aufgelegt. In der richtigen Gesellschaft in der passenden Atmosphäre können solche Spiele nämlich viel Spaß bereiten. Nun liegt hier der Fokus ganz klar auf dem elektrischen Hilfsmittel, das weder überzeugend aussieht noch seine Aufgabe richtig erfüllt. Es kann über Erwartungshaltung diskutiert werden und niemand wird wahrlich daran glauben, dass ein bisschen Technik in Plastik verpackt anhand der Stimme ohne Messung von sonstigen Körpersignalen auch nur einigermaßen die "Wahrheit" erkennt. Aber wer ein Spielekonzept um einen Detektor herum erfindet, muss sich daran auch messen lassen. Hier wirkt es einfach nicht.

Es gibt zudem kein erkennbares Konzept. Reihum Fragen zu stellen dauert nur wenige Minuten, ein echter Sieg ist hier nicht zu verdienen. Langfristiger Spielspaß kommt daher keiner auf. Ganz abgesehen davon, dass der Detektor gefühlt nur zufällig agiert, was allen Beteiligten auch ziemlich schnell klar wird. Spätestes, wenn die erste eigene Antwort, bei der nicht gelogen wurde, als Lüge gebrandmarkt wird, sinkt das Interesse an einer zweiten Runde. Die Faszination hinter dem Konzept ist verlockend, die Umsetzung eher mau. Andere Spiele, wie beispielsweise "Privacy - Scharf wie Chili", "No Limit" oder "Ich habe noch nie" haben ähnliche Ansätze, verlegen den Fokus jedoch auf das zwischenmenschliche Miteinander, was hier außen vorbleibt.

Kurzum: "Jetzt mal ehrlich!": Das Konzept, dass die Maschine die Wahrheit erkennt, geht schlichtweg nicht auf, es lohnt sich, zu anderen Spielen in dieser Rubrik zu greifen, diese werden dann nicht im Koffer verstauben.

Nicolas Gehling



Brettspiel | Erschienen: 1. April 2019 | Preis: 52,99 Euro | für 2 - 99 Spieler | Sprache: Deutsch

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