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 In guten und in schlechten Tagen


Cover
Gesamt +++++
Anspruch
Aufmachung
Preis - Leistungs - Verhältnis


176 Seiten, verpackt in einem modern gestalteten Softcover-Buch, widmen sich dem "schönsten Tag des Lebens". Der Autor, katholischer Pfarrer, nimmt den Leser an die Hand und erklärt von den ersten Schritten an bis zur Hochzeit und darüber hinaus, was ein Paar wissen sollte, das das Sakrament der Ehe empfangen möchte.

Das erste Kapitel widmet Hermann-Josef Zoche nicht dem großen Ereignis an sich, sondern dem Thema "Liebe". Was bedeutet es eigentlich, einen anderen zu lieben? Was wird erwartet, was wird versprochen? In diesem Kapitel besinnt der Autor sich also auf die Grundlage einer jeden Ehe und spricht schon da das Titel gebende "In guten und in schlechten Tagen" an, denn er verschweigt nicht, dass zu lieben auch bedeutet, sensibler zu sein, schneller verletzt werden zu können und stetig, lebenslang an der Bindung zu arbeiten.
Das zweite Kapitel thematisiert den ehelichen "Alltag" und spricht damit zugleich eine bei vielen Menschen verwurzelte Angst an: Ist die Hochzeit der Anfang vom Ende? An dieser Stelle findet Zoche den Platz, die Ehe ohne Trauschein anzusprechen und darzustellen, ob sie einen Wert hat.
"Die christliche Ehe" lautet die Überschrift des dritten Kapitels und in diesem geht es dann langsam an¬ís "Eingemachte". Hermann-Josef Zoche erklärt die biblische Grundlage der Ehe, ihre Bedeutung als Sakrament der katholischen Kirche und die Bedeutung beziehungsweise Möglichkeiten der Ehe vor und für Gott.
Das Kapitel "Die kirchliche Eheschließung" zeigt dann die verschiedenen Formen der Eheschließung auf: rein katholisch, ökumenisch, die Trauung mit einem aus der Kirche ausgetretenen Partner, die Trauung mit einem ungetauften Partner und die religionsverschiedene Ehe. Dem vorangestellt ist eine Einleitung über die kirchliche Eheschließung im Verlauf der Geschichte und abermals eine Annäherung an die Frage: warum kirchlich heiraten?
Eher um das Organisatorische des Ganzen kümmert sich das letzte Kapitel des Buches: "Schritte zur kirchlichen Hochzeit". In diesem Teil befasst sich Zoche mit der Frage, ob man sich heute noch verloben sollte, was zu tun ist, wenn man kirchlich heiraten will, erklärt den Ablauf der kirchlichen Trauungsfeier und der Trauungszeremonie und bietet Beispiele für Schriftstellen und Fürbitten, die im Rahmen der kirchlichen Trauung Verwendung finden können.

Die moderne Aufmachung des Buches, angereichert mit schwarzweißen Fotografien zur Kapiteleinleitung und zahlreichen Randbemerkungen, Zusammenfassungen und Zitaten in angenehmem Blau, wurde bereits kurz angesprochen. Womöglich überrascht schon sie viele Leser, doch sollte dies der Fall sein, werden Sie die nächste Überraschung bei der Lektüre erleben.
Hermann-Josef Zoche ist Pfarrer der Katholischen Kirche und von seinem Dienst für Gott überzeugt, das steht völlig außer Frage, und warum auch sollte der Autor dies gerade bei dem Thema kirchliche Hochzeit verhehlen? Dennoch haftet seinen Texten in keiner Weise etwas von dem an, was der Kirche so oft vorgeworfen wird, etwa altbackene und knöcherne Reden. Nein, Pfarrer Zoche weiß nicht nur, wovon er schreibt, sondern vermag dies auch in leichter Sprache und auf moderne, sogar sehr unterhaltsame und teils humorvolle Art und Weise zu transportieren. Dabei bedient er sich allerdings keinerlei Possen, sondern behandelt das Thema mit dem ihm gebührenden Respekt.

Dennoch ist das Ganze keine Werbebroschüre der Kirche oder etwas ähnliches, sondern Hermann-Josef Zoche macht unmissverständlich klar, dass zur Ehe deutlich mehr gehört als "Ja" zu sagen, und verleiht auch seinem Bedauern darüber Ausdruck, dass dies scheinbar heutzutage längst nicht mehr klar zu sein scheint. So schreibt er etwa "Wer wirklich originell sein will, der heiratet im Senegal auf einem Elefanten, auf Hawaii in einem Luxushotel, auf einem Prachtschiff oder im Wald, warum nicht auch unter Wasser? [...] Dagegen sind wir Pfarrer "echt undynamisch"." - doch Vorsicht. Dieses Zitat ist keineswegs als Einsicht gedacht, sondern vielmehr eine an den Leser gerichtete Botschaft, darüber nachzudenken, was einem selbst die Ehe bedeutet, oder gar, ob sie einem überhaupt etwas bedeutet, außer dass sie "mindestens so schön wie in der verkitschten Barbie-Puppenwelt von "Traumhochzeit" auf RTL" werden soll.

Autor Hermann-Josef Zoche hat mit diesem Buch eines geschrieben, das sich wirklich an jeden richtet. Dem aktiven Christen kann es eine Hilfestellung sein, die gesamte Situation noch einmal auf alles "abzuklopfen", dem Nichtchristen hingegen zeigt es die Bedeutung der katholischen Trauung auf. Gerade auch gemischt religiöse Partnerschaften können von diesem Buch sicherlich profitieren, weil Pfarrer Zoche das, was der katholische Part einer Bindung vielleicht schwerer in Worte zu fassen vermag, unterhaltsam auf den Punkt bringt, ohne sich in Predigten zu verlieren.
Offen, ehrlich, informativ ist dieses Buch eines, das zukünftigen Brautpaaren eine wirkliche und zugleich ernsthafte Hilfe sein kann.

Tanja Elskamp



Taschenbuch | Erschienen: 01. Oktober 2002 | ISBN: 3936484058 | Preis: 14,90 Euro | 176 Seiten | Sprache: Deutsch

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