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 Magma

Autoren: Thomas Thiemeyer
Illustratoren: Thomas Thiemeyer
Verlag: Knaur

Cover
Gesamt ++++-
Anspruch
Aufmachung
Brutalität
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung


Nachdem der deutsche Illustrator und Grafiker Thomas Thiemeyer 2004 mit "Medusa" sein erfolgreiches Debüt als Schriftsteller veröffentlichte und er diesen Erfolg 2005 mit "Reptilia" sogar noch übertreffen konnte, lagen die Erwartungen für das neueste Werk Thiemeyers hoch. Dieses ist nun im Februar 2007 erschienen und trägt den verheißungsvollen Titel "Magma".

Dr. Ella Jordan hat gerade erst einen Professorenstuhl für Seismologie in Washington angenommen, als sie von zwei militärisch aussehenden Mitarbeitern des Office of Naval Research, kurz ONR, einige Daten vorgelegt bekommt, die sofort ihr Interesse wecken. Denn die Aufzeichnungen der Signale, die die Forscher des ONR vor der Küste von Guam aufgenommen haben, sind viel zu regelmäßig, um natürlich zu sein. Da man vermutet, dass diese Schwingungssignale von seismischen Erschütterungen unterhalb des Meeresbodens ausgelöst werden, deren Quelle jedoch unbekannt ist, bittet man Ella, an einem Projekt teilzunehmen, das dieses Phänomen untersuchen soll - schließlich ist sie eine der angesehensten Expertinnen im Gebiet der Seismologie. Mit einem Forscherteam taucht Ella schließlich zum tiefsten Punkt der Ozeane und stößt dort in über 11.000 Metern Tiefe auf eine mysteriöse Steinkugel, die empfindsam zu reagieren scheint. Als die Signale, die die Mitarbeiter des ONR zuvor von hier empfangen hatten, auch an vielen anderen Orte der Erde registriert und immer weitere dieser merkwürdigen Steinkugeln entdeckt werden, wird Ella Jordan unruhig. Woher kommen all diese Kugeln? Und dann beginnen die Gebilde aus Stein mit einem Mal, ihre seismischen Wellen synchron auszusenden ...

Ein weiteres Mal gelingt es Thomas Thiemeyer, seinen Ruf als Autor mysteriöser Thriller zu festigen, indem er sein fundiertes geologisches Hintergrundwissen mit einer fiktiven Geschichte kombiniert und zu einem stimmigen Handlungsgeflecht verbindet. "Magma" bietet viele verschiedene Schauplätze und auch Handlungsstränge, bei denen sich erst im Verlauf des Romans herauskristallisiert, inwiefern sie zusammenhängen oder einander beeinflussen. Dieser Aufbau trägt neben den mysteriösen Vorkommnissen und Entwicklungen maßgeblich zur Spannung der Geschichte bei und sorgt dafür, dass die Handlung durch einen abwechslungsreichen Rahmen zusammengehalten wird. Dennoch hinterlassen einige Kleinigkeiten einen etwas schalen Geschmack beim Leser. So ist es vor allem die mitunter sehr klischeehafte Charakterzeichnung Thiemeyers, in die der Autor immer wieder abzugleiten droht, und die sich besonders durch eine Einteilung in Gut und Böse sowie eine fehlende Vielschichtigkeit der Figuren kennzeichnet. Auch fehlt es dem Handlungsverlauf stellenweise an Dynamik - was sicherlich auch durch die Länge von 525 Seiten bedingt wird -, wodurch man sich als Leser immer wieder durch etwas langatmigere Szenen lesen muss, bevor es dann - und das muss man Thiemeyer lassen - wieder sehr spannend und flott weitergeht.
Obwohl sowohl "Medusa" als auch "Reptilia" auf dem afrikanischen Kontinent spielten, zeigte Thomas Thiemeyer seinen Lesern zwei völlig verschiedene Welten und ließ seine Handlung einmal in der Wüste und einmal im Dschungel spielen. Auch "Magma" hält ein neues geografisches Gebiet für den Leser bereit: die Tiefen des Meeres. Obwohl - oder gerade weil - die Ozeane einen Großteil unseres Planeten bedecken, sind es diese Gebiete, die bislang sogar noch weniger erforscht sind als das Weltall und die sicherlich noch zahlreiche Überraschungen für den Menschen bereithalten. Diese Lücken in der Forschung nutzt der Autor sehr geschickt, um einen Grundstein für die Geschehnisse in seinem Roman zu legen und nachgewiesene Tatsachen und belegte Fakten durch einen fiktiven und mysteriösen Handlungsverlauf zu ergänzen. Diese Mischung ist es, durch die Thiemeyer auch schon in seinen ersten beiden Romanen bestechen konnte, und sie ist auch dieses Mal wieder der Faktor, der dafür sorgt, dass man "Magma" trotz einiger langatmiger Passagen nicht wieder aus der Hand legen möchte, ehe alle Geheimnisse gelüftet und alle Mysterien geklärt sind.
Besondere Erwähnung muss auch hier wieder das von Thomas Thiemeyer selbst gestaltete Coverbild finden, das zwar leider nicht ganz so beeindrucken kann wie die Illustrationen von "Medusa" und "Reptilia", das aber dennoch sehr geheimnisvoll und anziehend wirkt und vor allem durch den leuchtenden Schriftzug sofort die Aufmerksamkeit und Neugier des Lesers auf sich zieht.

Fazit:
Zwar muss Thomas Thiemeyer auch weiterhin aufpassen, dass er mit seiner Charakterzeichnung nicht völlig ins Klischeehafte abdriftet, doch ansonsten bietet auch das dritte Werk des deutschen Autors und Grafikers eine spannende, mysteriöse und geschickt entwickelte Handlung, die der Leser gerne und aufmerksam bis zur letzten Seite verfolgt. - Denn bevor nicht alle Rätsel gelöst sind, lässt "Magma" seinen Leser kaum mehr los.

Hinweis:
Derzeit arbeitet Thomas Thiemeyer an seinem nächsten Roman, der eine Fortsetzung seines Debüts "Medusa" werden und in dem wieder die Archäologin Hannah Peters die Hauptrolle spielen soll.

Valentino Dunkenberger



Hardcover | Erschienen: 01. Februar 2007 | ISBN: 9783426662137 | Preis: 18,90 Euro | 525 Seiten | Sprache: Deutsch

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